Der letzte Tagesordnungspunkt "Wünsche und Anträge" bei der Hauptversammlung des Rhönklub-Zweigvereins Münnerstadt hatte es in sich: Das Jörgentor, das seit Jahrzehnten als Vereinsheim dient, soll möglicherweise aufgegeben werden. Die steilen Treppen zur Eingangstür und im Gebäude selbst sind für einen großen Teil der meist älteren Mitglieder schwer zu begehen, und die Stadt muss in den nächsten Jahren den oberen Teil des Turmes, der dann sowieso geräumt werden müsste, sanieren. Eine Entscheidung wurde bis zur nächsten Hauptversammlung in einem Jahr aufgeschoben.

Vorsitzender Egbert Haut betonte, "so schön das Jörgentor ist, wir brauchen ein externes Vereinszimmer für Sitzungen und für unsere Aktenordner. Das ist mit kleinem Geld machbar". Er schlug vor, mit den Verantwortlichen für das Heimatspielhaus in Kontakt zu treten. Klaus Wolfsteiner sagte es deutlich: "Der Turm ist etwas, was früher oder später ausläuft." Er schlug auch vor, statt des beliebten Jörgentorfestes im Sommer in Zukunft jedes Jahr ein Fest im Hof des Heimatspielhauses zu veranstalten, wenn die Verantwortlichen des Hauses mitziehen.


Diskussionen ums Jörgtor

Der stellvertretende Vorsitzende Rainer Kirch betonte, "die Stadt muss in einigen Jahren oben viel sanieren. Dann soll wohl an Wandergruppen vermietet werden, das können wir gar nicht, wir können den Turm nicht halten". Aufgrund der personellen Situation könne der Verein den Turm nie mehr für Wandergruppen u. Ä. bewirtschaften. Für eine Brandschutztreppe seien wohl weit über 100.000 Euro nötig, und die habe der Verein nicht.

Der frühere langjährige Vorsitzende Baldur Kolb sprach sich dagegen aus, das Jörgentor aufzugeben, denn "was wir da investiert haben, wäre dann alles verloren". Man könne mit dem Finanzamt reden, damit das vorhandene Finanzpolster in einiger Zeit für das Jörgentor verwendet werden könne.

Vereinskassier Peter Kunze ergänzte: "Vorstand und Mitglieder werden immer älter. Die Idee mit dem Heimatspielhaus ist gut, da hätten wir viel mehr Spaß daran. Wir müssen neue Wege gehen und nicht krampfhaft am Alten hängen bleiben." Karl Beudert räumte ein, "viele Mitglieder haben 20 oder 30 Jahre für den Turm gearbeitet. Es tut natürlich weh, wenn wir ihn aufgeben, aber man kann den Zeitgeist nicht aufhalten". Eine Entscheidung fiel in der Versammlung nicht. "Nächstes Jahr geht es weiter", kündigte Egbert Haut an.

Vor dieser Diskussion gab es die üblichen Berichte. Egbert Haut teilte mit, dass der Verein jetzt 267 Mitglieder hat. Wanderwart Waldemar Schmitt übergab an acht besonders fleißige Mitglieder Wandernadeln. Kulturwartin Monika Grim konnte in ihrem Bericht zahlreiche Wanderungen und Fahrten erwähnen. Der Leiter des Fotokreises, Johannes Becker, wies darauf hin, dass der Fotokreis dieses Jahr das Mainfränkische Fotofestival, die Meisterschaft der Fotoclubs in Mainfranken, veranstaltet.


Einige Posten unbesetzt

Die Posten des Turm-, Jugend- und Familienwartes bleiben weiterhin unbesetzt, da sich niemand aus der Versammlung dafür fand. Der Rhönklub wird, wenn die Hauptversammlung zustimmt, die Beiträge für Hauptmitglieder, die von den Zweigvereinen nach Fulda abgeführt werden müssen, 2017 von bisher zwölf auf 16 Euro erhöhen, 2020 ist eine weitere Erhöhung auf 20 Euro geplant. In Münnerstadt wird eine mögliche Anpassung der Beiträge, um diese Mehrausgaben auszugleichen, auf 2017 verschoben.

Vor der Hauptversammlung fand, formal davon unabhängig, eine Versammlung zur Abstimmung über die Satzungsänderung statt. Der Vorschlag sah vor, dass in Zukunft ein erster und zweiter Vorsitzender sowie bis zu zehn Beisitzer gewählt werden. Auf die zahlreichen Fachwarte sollte verzichtet werden, da sie sowieso nicht belegt werden könnten. Nach längerer Diskussion wurde entschieden, dass die Vorstandsposten wie Kassier, Schriftführer und Fachwarte auch weiterhin in der Satzung genannt, aber in Zukunft aus den gewählten Vorstandsmitgliedern besetzt werden.


Ehrungen des Rhönklub-Zweigvereins Münnerstadt:

50 Jahre Karl Dünisch

25 Jahre Ilse Blank, Maria Helmerich, Karl Kolb, Eduard Lintner.

Wandernadel Dorothea Hanshans, Helmut Petsch, Christa Petsch, Ursula Schäfer, Rita Ertl und Rosi Critley, Renate Löwinger, Egbert Haut.