Ende gut - alles gut. Zum Schluss der Besichtigungstour durch die Mehrzweckhalle gab es ausschließlich positive Nachrichten. "Die Halle ist am 9. September fertig, vielleicht auch schon ein paar Tage früher", sagte Bauleiter Mustafa Zecic von BaurConsult. Er dankte unter anderem Bauamtsleiter Simon Glückert und dem Liegenschaftsreferenten Norbert Schreiner. "Auch, wenn wir nicht immer einer Meinung waren", sagte er zu Schreiner. Die Kosten bleiben ebenfalls im Ramen, obwohl die Baukosten seit der Planung der Halle im Jahr 2017 um rund 16 Prozent gestiegen seien. Die Kosten seien die eine Seite, meinte Norbert Schreiner dazu. Am wichtigsten sei, dass der Bau gut ist. "Und der ist gut." Es habe sich auch als richtig erwiesen, sich alle zwei Wochen zum Jour Fix zu treffen, sagte Bürgermeister Michael Kastl (CSU) dazu.

So positiv der Rundgang auch endete, am Anfang machte sich Ratlosigkeit breit. Denn aus Kostengründen war ja vor ein paar Jahren beschlossen worden, einen Großteil der Fliesen in den Gängen zu belassen. Und das betrifft auch den Eingangsbereich. Das sind die Wandfliesen in einer Art verlegt worden, die einen Blick in den Zeitgeschmack der 1980er Jahre zulässt. Als "Kunstwerk" allerdings sahen viele Anwesende die Wand nicht unbedingt an. Das eigentliche Problem ist aber ein anderes: Durch die Bauarbeiten weist die Fliesenwand jetzt mehrere Lücken auf. Die alten Fliesen sind nicht mehr erhältlich und irgendwie müssen die Lücken geschlossen werden. Wie, das ist das große Problem, welches vor Ort nicht gelöst werden konnte. Relativ fest steht aber, dass der Trophäenkasten verschwinden soll. Er wird möglicherweise durch eine Digitalanzeige ersetzt.

Von der Tribüne aus war der Blick frei in die fast fertige Halle. War der schwarze Bodenbelag nicht unumstritten, so gab es jetzt einhelliges Lob, was nicht zuletzt daran liegt, dass der Belag gar nicht schwarz ist, sondern eher grau, Ein Großteil des Bodens war für diesen Besuch provisorisch mit Filz abgedeckt worden. Das führt direkt zum nächsten Problem: den Schonbelag für Veranstaltungen. Werden alle drei Hallen benutzt, muss eine Fläche von 46 mal 27 Metern (1242 Quadratmeter) abgedeckt werden. Vier Hallen seien in letzter Zeit von seinem Büro gebaut worden, sagte Mustafa Zecic. Bei drei davon hätten sich die Verantwortlichen dazu entschlossen, auf einen Schonbelag zu verzichten. In der Kostenplanung der Münnerstädter Mehrzweckhalle sind 14 500 Euro vorgesehen.

Ein Belag,der ausgerollt werden muss, sei ungeeignet, weil schwer händelbar, sagte Hausmeister Manfred Back. Vor der Sanierung gab es für jeder der drei Hallen einen Wagen, auf dem Platten gestapelt waren. Diese wurden dann je nach Bedarf verlegt. Allerdings waren sie in die Jahre gekommen. So etwas könnte er sich wieder vorstellen, möglichst aus anderem Material. Eine endgültige Entscheidung dazu ist noch nicht gefallen.

Beim Rundgang durch die Halle zeigte sich auch, mit welchen Widrigkeiten Bauleiter und Firmen zu kämpfen haben. So war das Holz für Türrahmen mit fünf Wochen Verspätung geliefert worden. Trotzdem wird alles rechtzeitig fertig. Wie Michael Kastl erklärte, ist eine Anlage mit 30 Boxen der Firma Bose verbaut worden. So lasse sich die Halle gut beschallen, auch ohne eine zusätzliche Anlage.

Fast wie neu sieht inzwischen auch die Tribüne aus. Die Arbeitskräfte hat der TSV Münnerstadt gestellt, die Technik die Stadt Münnerstadt. Michael Kastl sieht das als schönes Beispiel an. "Es lassen sich gute Ergebnisse erzielen, auch ohne viel Geld auszugeben. Manfred Back zeigte den Stadträten schließlich noch den Tartanbelag eines Nebenplatzes. Nach einer Reinigung wurde deutlich: An vielen Stellen schaut die Unterschicht durch und die sei nicht UV-beständig. Man müsste dringend einen neuen Belag aufspritzen, so Manfred Back. Wenn eine Fachfirma demnächst die Tartanbahn erneuert, könne man sich vielleicht ein Angebot einholen, hieß es.