Das Freibad der Marktgemeinde ist seit Beginn der Schulzeit geschlossen. In einem Gespräch mit unserem Mitarbeiter zog Bürgermeister Matthias Klement (CSU) Bilanz über die Badesaison 2020. In einem Satz zusammengefasst: Das Ergebnis war um einiges besser, als die durch die Corona-Pandemie notwendigen Einschränkungen anfangs befürchten ließen.

Gemeinderat steht hinter Bad

Der Bürgermeister lobte die Unterstützung durch den seit 2011 bestehenden Förderverein und hob hervor, dass der Gemeinderat einhellig hinter dem vor 51 Jahren eingeweihten Freibad steht. In der Badesaison 2020 war das Maßbacher Freibad nur halb so lange geöffnet wie 2019. Dieses Jahr ging es wegen der Corona-Pandemie erst Anfang Juli los, voriges Jahr wie ansonsten üblich Anfang Mai. Das schlug sich natürlich in den Einnahmen nieder. Statt 20.000 Euro Eintrittsgelder flossen nur 10.000 in die Kasse.

Und die Besucherzahl? "Das lässt sich schlecht sagen, denn viele Gäste haben Jahreskarten" sagt der Bürgermeister. Er berichtet, dass es im Gegensatz zu den Badeseen eher schleppend begann, denn im Freibad mussten die vorgeschriebenen Vorsichtsmaßnahmen streng eingehalten werden.

Nur 250 Gäste gleichzeitig

Neben den Abstandsregeln musste Bademeister Nuri Gül, der zusammen mit vier von der Gemeinde angestellten Studenten für Ordnung und Sicherheit sorgte, vor allem darauf achten, dass nicht mehr als die erlaubten 250 Badegäste gleichzeitig im Freibad waren. Auf einer Strichliste wurde jeder einzelne Badegast, der hineinging, registriert und jeder, der das Bad verließ, wieder abgestrichen. "Das wurde von Anfang bis Ende konsequent durchgehalten" betont Matthias Klement.

Es gab so gut wie keinen Ärger, nur gelegentlich mussten Personen, die ins Bad wollten oder es verließen, auf die Maskenpflicht hingewiesen werden, da es wegen der nötigen Kontrollen nur noch einen gemeinsamen Ein- und Ausgang gab.

Einweihung 1967

Als das Bad am 25. Juni 1967 mit einem Festzug eröffnet wurde, war die ganze Gemeinde auf den Beinen. Seitdem musste der Gemeinderat immer wieder einmal Geld lockermachen, um es zu renovieren. Im Jahr 2015 wurde ein größeres Sanierungsprogramm gestartet. Unter anderem wurden die Umkleidekabinen neu gebaut und das ganze Schwimmbadhäuschen mit dem Eingangsbereich und dem Kiosk neugestaltet. Auch der Weg nach unten zum 20 mal 25 Meter großen Schwimmbecken ist neu angelegt und barrierefrei. Nicht zu vergessen die Sonnenterrasse mit Liegestühlen.

Das Wasser wird inzwischen mit einer Solarheizung angewärmt, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Vor Beginn der Badesaison 2020 wurde die Beschichtung der Treppen und der Durchschreitebecken geändert, denn die Oberfläche war zu glatt.

Die Marktgemeinde hat viel investiert, große Diskussionen gab es deshalb im Marktgemeinderat nicht. "Uns sind ein paar Zuschüsse entgangen, weil wir zu früh dran waren und die Förderprogramme erst danach aufgelegt wurden. Aber nachträgliche Förderung gibt es halt nicht", bedauert der Bürgermeister. "Wir haben ein kleines und familiäres Bad. Die Besucher kommen nicht nur aus der Marktgemeinde, sondern auch gerne aus Nachbargemeinden und sogar aus Schweinfurt oder Würzburg" freut sich Klement. Hier auf den großen Liegewiesen hätten Väter und Mütter noch Übersicht, wo ihre Kinder herumspringen.

Finanziell lohnt es sich nicht

Die Investitionen müssen bezahlt werden, aber auch der Unterhalt belastet den Haushalt jedes Jahr mit mehreren 10.000 Euro. Lohnt sich das Bad für die Gemeinde überhaupt? "Der Kämmerer würde Nein sagen, ich sage Ja". betont das Gemeindeoberhaupt. Für ihn ist das eigene Freibad ein wichtiger Standortfaktor, betont er seit Jahren immer wieder und verweist auf das nahegelegene Baugebiet "Centleite". Er freut sich, "dort gehen die Bauplätze weg wie warme Semmeln, das liegt sicher auch etwas am Schwimmbad direkt nebenan".

Obwohl das Wetter noch sehr gut war und die Temperatur nachmittags sehr hoch, ist das Bad seit Schulbeginn geschlossen. Bürgermeister Klement hat dazu eine einfache Erklärung: nachts kühlt das Wasser so stark ab, dass es trotz der Solarheizung nur noch 18 Grad warm ist. Das sei einfach zu kalt. Der Kiosk allerdings ist noch offen und bei Bademeister Nuri Gül gibt es Kaffee oder Cappuccino.