Blank und wenig später die beiden Stadtpfarrer erinnerten auch an die Terroranschläge zwei Tage zuvor in Paris.
Helmut Blank sagte, dass der Volkstrauertag an dunkelste Zeiten der deutschen Geschichte, an die beiden Weltkriege und an die Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten erinnere: "Vor 70 Jahren schwiegen die Waffen, vor 70 Jahren ging ein barbarisches Regime unter."
Während in der Nazizeit viele Menschen ihr Leben nur durch eine Flucht ins Ausland hätten retten können, sei Deutschland heute ein Zufluchtsort für Menschen geworden, die in ihrer Heimat unter Krieg und Gewalt litten. "Deshalb bin ich froh, dass sich in Münnerstadt eine gute Willkommenskultur für Flüchtlinge entwickelt hat. Einzelne und Initiativen tragen dazu bei, dass die Flüchtlinge, die zu uns kommen, sich hier angenommen fühlen und eine neue Existenz aufbauen können", betonte der Bürgermeister.


Nötiger denn je

Manchmal werde nach dem Sinn solcher Gedenktage gefragt, aber angesichts von Kämpfen und Terror, Verfolgung und Verschleppung sei ein "Wegweiser zum Frieden", seien Gedenktage wie dieser nötiger denn je, so der Bürgermeister weiter. Seit geraumer Zeit gelte Krieg wieder immer öfter und immer schneller als Option. Doch Krieg dürfe immer nur Ultima Ratio sein, aber nie die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Dass Ausgleich und Aussöhnung möglich seien, hätten Deutsche und Europäer in den letzten 70 Jahren gezeigt.
Der katholische Stadtpfarrer Pater Markus Reis und sein evangelischer Amtsbruder Joachim Pennig betonten, "wenn Toleranz fehlt, wuchert Leiden." Die Menschen hätten die Aufgabe von Gott bekommen, Friede auf Erden zu halten. Dies sei eine Aufgabe für jeden Tag. Es gebe viel zu wenig Pläne für den Frieden, aber zu viele Anreize für den Krieg.


Kränze niedergelegt

Helmut Blank legte mit Stadtrat Burkard Schodorf am Mahnmal zwei Kränze der Stadt und des VdK nieder. Für den würdigen Rahmen der Feier zum Volkstrauertag sorgten neben der bereits erwähnten Stadtkapelle auch der Liederkranz sowie ein Dutzend Fahnenabordnungen von Feuerwehr über die Kleintierzüchter und die Kolpingsfamilie bis zu den Reservisten.
Kondolenzbücher liegen ab sofort in der katholischen Stadtpfarrkirche und im Rathaus aus, wie Stadtpfarrer Pater Markus Reis (OSA) zum Schluss der Feierstunde mitteilte. Bürger, die ihre Anteilnahme mit den Opfern der Anschläge von Paris und ihre Verbundenheit mit der französischen Partnerstadt Stenay, die 250 Kilometer von der fanzösischen Hauptstadt entfernt ist, bekunden wollen. können sich in diese Kondolenzbücher eintragen.