Es ist nicht einmal drei Wochen her, als Klimaschutzmanager Stefan Richter im Stadtrat seine Offensive für das Klima dem Stadtrat vorstellte. Die Mischung aus "unüblichen Sachstandsbericht" (wie er es selbst bezeichnet) und seinen Ideen wollte er am Sonntag, 22. August, im alten BBZ für die Bevölkerung wiederholen. Aber wie gesagt: Das ist drei Wochen her. "Aus der Idee, den Vortrag noch einmal für die Bürgerinnen und Bürger zu halten, ist ein bisschen mehr geworden", sagt Bürgermeister Michael Kastl. Nun wird Stefan Richter auch noch berichten, was inzwischen passiert ist. Und das ist noch nicht alles. Wegen Corona findet die Veranstaltung am Sonntag, 22. August, ab 16 Uhr im Schlosshof statt und nicht wie ursprünglich geplant im alten BBZ. Eine vorherige Anmeldung ist unbedingt erforderlich.

Stefan Richter hatte mit der von ihm angestrebten Zukunftsakademie, die Klimaschutzforschung aufs Land holen soll, und weiteren Vorschlägen wie Tiny-Häuser auf unbebauten Grundstücken im Stadtrat ein Achtungszeichen gesetzt. Danach hat er Beifall, Lob und sogar Gratulationen geerntet. Aufgrund dieser Resonanz ist die Idee entstanden, den Vortrag noch einmal für die breite Bevölkerung zu halten. "Wir haben etwas vorbereitet, können Wege aufzeigen, geplant werden muss es aber zusammen mit den Bürgern", sagt Stefan Richter. Eingeladen wurden dazu auch Vertreter aus der Politik, der Wisschenschaft, Wirtschaft, vom Bauernverband und Klimaschützer.

"Entgegen der Vermutung, die der recht trocken daherkommende Titel ,Sachstandsbericht des Klimaschutzmanagers Stefan Richter' als Tagesordnungspunkt einer Stadtratssitzung nahelegt, durften wir dieser Tage jedoch einen sehr kurzweiligen und beachtenswerten Vortrag zur Kenntnis nehmen, der uns nicht nur zum Nachdenken gebracht und zum Mitdenken angestiftet hat, sondern vor allem auch eine Einladung ans gemeinsame Handeln und Vordenken für unsere Stadt war" heißt es in der von Michael Kastl unterzeichnete Einladung zu der Veranstaltung an die Vertreter aus Politik und Gesellschaft.

Sein "Bericht" habe eher wie das Tagebuch eines Reisenden gewirkt, der von seinen ersten Abenteuern in einer scheinbar anderen Welt und seinem Pionierstatus als Erster seiner Art im gesamten Landkreis erzählt und gemeinsam mit uns einen Ausblick auf ein Münnerstadt von morgen wagt: Als Klimamodellkommune für die Region Unterfranken.

Nach dem Vortrag von Stefan Richter, den er diesmal in vollem Umfang und einschließlich der inzwischen hinzugekommenen Neuerungen hält, wird Bürgermeister Michael Kastl aus Sicht der Stadt die Kernfrage der Veranstaltung "Warum wir? Warum hier?" beantworten. Die Stadt brauche auch die Politiker dazu, um die Ideen von Stefan Richter gemeinsam mit den Bürgern umzusetzen, sagt das Stadtoberhaupt. Deshalb sollen ein paar ausgewählte Politiker und andere Vertreter der Gesellschaft an diesem Nachmittag die Gelegenheit bekommen, ihre persönliche Antwort zu geben. Die Bundestagsabgeordneten Manuela Rottmann (Bündnis 90/ Die Grünen) und Sabine Dittmar (SPD) haben bereits zugesagt. Eine Diskussion ist nicht vorgesehen. Damit der zeitliche Rahmen nicht gesprengt wird, werden die Redner vorher festgelegt. Stefan Richter und Michael Kastl haben für ihren Part zusammen eine Stunde eingeplant.

Nun sind die Bürger gefragt. "Die Einladung richtet sich sowohl an die Menschen, die sich schon intensiv mit Klimaschutz beschäftigt haben, als auch an die, sich sich weniger damit beschäftigt haben oder dem Klimaschutz ganz und gar kritisch gegenüber stehen", betont der Bürgermeister. "Denn wir wollen ja alle mitnehmen." Interessenten können sich unter: www.muennerstadt.de/aktuelles/veranstaltungen/ anmelden und bekommen eine Bestätigung. Die Organisatoren bitten darum, dass Verwandte und Bekannte, die die Veranstaltung gemeinsam besuchen wollen, sich auch gemeinsam anmelden, weil diese zusammengesetzt werden können (bis zu zehn Personen). Rund 130 Personen finden im Schlosshof Platz.