Die Gemeinde ging bei ihren Anträgen zur Förderung von Maßnahmen nach dem Kommunalinvestitionsprogramm KIP leer aus, teilte Bürgermeister Fridolin Zehner in der Sitzung des Gemeinderates mit. Beantragt waren Mittel für das alte Rathaus, in dem das Heimatmuseum und das Archiv geplant sind, für die Sanierung der Mehrzweckhalle und für die alte Schule, die zum Rathaus und Vereinsheim werden soll.


Zu wenig Schulden

Konkrete Gründe für die Absage wurden erst auf Nachfrage mitgeteilt, so der Bürgermeister. Danach ist die Finanzkraft der Gemeinde nicht schlecht genug, auch die Auswahl und Bedeutung der Projekte hat offenbar eine Rolle gespielt. "Wir haben zu wenig Schulden und zu hohe Finanzkraft. Mit einem Seniorenheim wären wir vielleicht dabei gewesen, sowas ist gerade ein in-Thema", meinte Gemeinderat Harald Klopf (Rannunger Bürgerliste). Sein Kollege Werner Keller (Rannunger Bürgerliste) erinnerte daran, dass das Dach der Halle undicht ist und man diskutieren müsse, wie es damit weitergeht. "Wir müssen die Halle unbedingt erhalten" meinte dazu Bürgermeister Zehner.
Der Antrag von Gemeinderat Franz Wolf (CSU - Freie Wähler Rannungen), die Pappeln im Zuge der Sanierung des alten Kanals bzw. des Regenüberlaufbeckens und des neu gebauten Anschlusssammlers sofort zu fällen, wurde vom Gemeinderat abgelehnt.


Mehrfach beraten

Das Gremium hatte sich bereits mehrfach damit beschäftigt und Anfang März beschlossen, das Thema zu vertagen, da eine Fällung sowieso erst im Herbst durchgeführt werden könne. Gemeinderat Franz Wolf wollte nun eine Entscheidung bereits in der jüngsten Sitzung. Bürgermeister Zehner (CSU) setzte sich deshalb, wie er erklärte, mit der Naturschutzbehörde in Verbindung. Er bekam die Auskunft, dass im Falle einer Fällung der Bäume die Zustimmung der Unteren Naturschutzbehörde einzuholen sei, da die Maßnahme dem gemeindlichen Landschaftsplanung widerspreche. Außerdem seien Ausgleichspflanzungen vorzunehmen und eine artenschutzrechtliche Prüfung zu veranlassen. Die Kosten für durchgeführte Pflegemaßnahmen müssten rückerstattet werden. Dafür müsse mit Kosten zwischen 12 000 und 15 000 Euro gerechnet werden.
Deshalb sollte eine einvernehmliche Lösung mit der unteren Naturschutzbehörde angestrebt werden, die vorsieht, dass die Bäume in den nächsten Jahren Zug um Zug gefällt und dafür neue flach wurzelnde Bäume und einheimische Sträucher angepflanzt werden.


Kompromiss findet Zustimmung

Für diesen Kompromissvorschlag stimmten zwölf Gemeinderäte, einer war dagegen. Bürgermeister Fridolin Zehner wurde beauftragt, die Details mit der Unteren Naturschutzbehörde zu regeln.