Lisa Beck richtet die Kamera ein, während ihre Kollegin die korrekte Ausleuchtung des bemalten Tonnengewölbes in der Ostheimer St. Michaels Kirche übernimmt. Aufnahmeleiterin Julia Schade geht mit Redakteurin Steffi Peltzer-Büssow und Co-Autor Andreas Metzmacher noch einmal den vorgesehenen Ablauf des Drehs "Liegestuhlführung" durch.

"Wir können!", sagt Kamerafrau Lisa Beck und Stefan Wurth, Kirchenführer und Religionspädagoge, erläutert den Gästen zunächst den Hintergrund der Liegestuhlführung. "Es war für die Gäste immer beschwerlich, für einen längeren Zeitraum nach oben zu blicken, wenn ich das große Bild erklären wollte", sagt Stefan Wurth. So sei ihm die Idee mit Liegestühlen gekommen, auf denen man nun Platz nimmt und so die Kirchendecke im Blick hat.

Ein Gong ertönt, dann erstrahlt die bemalte Kirchendecke in hellem Licht, und zu meditativer Musik gibt es von Stefan Wurth verschiedene Bibelstellen, die das historische Kunstwerk erläutern. Ein Grund für Redakteurin Steffi Peltzer-Büssow, dieses besondere Ostheimer Angebot in die Sendung "Unterwegs in Thüringen" mit aufzunehmen.

Diese Sendung ist mittlerweile nicht nur in Thüringen, sondern auch im angrenzenden Rhön-Grabfeld-Kreis gern gesehen. Bereits seit Montag drehte man in Ostheim, und auch noch in dieser Woche ist das Team des Mitteldeutschen Rundfunks aus Erfurt mit Redakteurin Steffi Peltzer-Büssow, Co-Autor Andreas Metzmacher, Lisa Beck (Kamera) und Julia Schade (Aufnahmeleitung) in Ostheim und Umgebung unterwegs.

Einst bei Thüringen

Grund für die Dreharbeiten: Nach 1945 waren Ostheim vor der Rhön, Sondheim/Rhön, Stetten und Urspringen eine thüringische Enklave und Teil der amerikanischen Besatzungszone. Bereits seit 1920 gehörten diese Gemeinden zum neu gegründeten Land Thüringen im Landkreis Meiningen. Somit wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs Ostheim vor der Rhön, Sondheim/Rhön, Stetten und Urspringen als Teil der amerikanischen Besatzungszone dem bayrischen Landkreis Mellrichstadt zugeordnet und standen als thüringische Enklave unter bayerischer Verwaltung.

Die evangelische Kirchengemeinde Ostheim/Rhön gehörte noch bis 1972 zur Landeskirche Thüringen, die katholische Kuratie Ostheim vor der Rhön wird seit 1945 von der Diözese Würzburg seelsorgerisch betreut, gehört jedoch, wie einst auch größere Gebiete Thüringens, zum Bistum Fulda.

Grund genug also für Steffi Peltzer-Büssow, einmal nach Ostheim zu kommen und hier auf Spurensuche zu gehen. Bei Vorgesprächen in der Touristinformation Ostheim mit Susanne Orf, Vorsitzende des Kommunalunternehmens Touristik, dem Religionspädagogen Stefan Wurth, Stadtführerin Susanne Zuber-Maisch, Sabine Göbel vom Orgelbaumuseum und Marita Waldsachs von den "Freunden der Kirchenburg" wurde sie schnell fündig.

Sie erfuhr vom Thüringer Dialekt, den ältere Ostheimer noch sprechen, davon, dass man in früheren Zeiten eigentlich mehr in Richtung Meiningen als nach Bad Neustadt orientiert war und auch einige Bräuche noch aus dieser Zeit stammen könnten.

So zum Beispiel die "Reuter und Doggen" oder auch der "Storch", der in Ostheim anstelle des Osterhasen bis heute bekannt ist. Auch hier gibt es spezielle Backwaren, die in der heimischen Bäckerei Schenk nach historischen Rezepten gebacken werden.

Bei einer Stadtführung mit Susanne Zuber-Maisch erfuhr das MDR-Team mehr über das historische Rathaus, die Altstadt mit Fachwerkhäusern und natürlich auch so manche Spezialität, wie den "Ostheimer Leberkäs". In der Sendung "Unterwegs in Thüringen" erfahren die Fernsehzuschauer auch mehr über die Ostheimer Zeitung. Seit 1907 existiert sie im Verlag Gunzenheimer und ist heute die kleinste Lokalzeitung Deutschlands.

Lauteste Orgel

Informationen gibt es zur Orgelbaufirma Hey in Urspringen und die dort gebaute lauteste Orgel der Welt. Sie steht ja bekanntlich auch im Guinnessbuch der Rekorde. Hier war das Team mit Thomas und Herbert Hey im eigenen Betrieb unterwegs und kann den Zuschauern zeigen, wie eine Rhöner Orgel entsteht und wie bekannt das Unternehmen aus dem Ostheimer Stadtteil Urspringen heute ist. Von Sabine Göbel gab es Informationen zur Entstehung des Ostheimer Orgelbaumuseum im Hansteinschen Schloss, und Christoph Schindler gab dem Team beim Dreh die notwendigen Informationen.

Werbung für den Landkreis

Schließlich wird man in dieser Woche Gast bei Andreas Ortlepp in der gleichnamigen Metzgerei in Ostheim sein und mehr über die Thüringer Wurst und den Ostheimer Leberkäs erfahren. Es geht dann noch zu Bionade und zu den Holunderplantagen und zu Heinz Braungardt und Oliver Binder von der Segelfliegergemeinschaft Ostheim.

Raus in die Natur hieß es am Donnerstag. Da erfuhr das MDR-Team von Daniel Scheffler mehr über die Rhönquellschnecke und die Alpenspitzmaus. Kein Wunder, dass sich sowohl Redakteurin Steffi Peltzer-Büssow, Co-Autor Andreas Metzmacher, Kamerafrau Lisa Beck und Aufnahmeleiterin Julia Schade ganz sicher sind, dass dies eine Sendung wird, die viele Zuschauer interessiert und ein Werbeblock vor allem auch für Ostheim/Rhön und den Rhön-Grabfeld-Landkreis ist.

Sendetermin ist am Samstag, 14. August, von 18.15 bis 18.45 Uhr.