Schade, dass Hunde, Katzen, Hasen, Meerschweinchen oder Ziegen nicht reden können. Sie hätten sich ganz sicher bei den zwei Dutzend Buben und Mädchen des Münnerstädter Kindergartens, die zusammen mit ihren Erzieherinnen Michelle Bögner, Silke Hückmann und Maria Fontenla-Vidal das Tierheim Wannigsmühle besuchten, überschwänglich bedankt.
So tat das stellvertretend für die etwa 180 Katzen, 40 Hunde und die anderen Tiere die Tierheim-Chefin Ursula Boehm. Schließlich hatten die jungen Gäste jede Menge Futter für die Hunde und Katzen mitgebracht, und für die Nager im Nagetierhaus war auch einiges dabei. Das Geld dafür hatten die Eltern der Kinder gespendet.


Führung durchs Tierheim

Nach der Geschenkübergabe führten Heike Schmitt und Christina Wirsching die jungen Gäste durch das Tierheim. Zuerst ging es in das Nagerhaus, in dem, wie der Name schon sagt, Nagetiere wie Kaninchen, Hasen und auch Meerschweinchen ein Zuhause gefunden haben. "Das ist aber schön weich, ich hab noch nie einen Hasen gestreichelt" freute sich ein kleines Mädchen. Ziegenblock Anton und seine drei Mitbewohner im Gehege freuten sich offenbar über die willkommene Abwechslung an diesem trüben Dezembermorgen und kamen zu den Kindern an den Zaun, die allerdings hatten doch etwas Respekt vor den gehörnten Vierbeinern und hielten ein wenig Abstand.
"Außen in einer Reihe gehen, nicht an die Gitter fassen" hieß es, als die Kinder die Hunde besuchten, die in Boxen leben. Coco, Finn und andere wedelten mit dem Schwanz und bellten - man hatte das Gefühl, dass sie sich über den Besuch freuten. "Pssst!" - bei Finn allerdings sollten die Buben und Mädchen ganz ruhig sein, hieß es, denn er war total verängstigt.


Streicheln war Erlebnis

Der Besuch bei der Katzen ist für Kinder natürlich die größte Attraktion. In einem Zimmer leben nur ganz niedliche junge, darunter an ein richtiges pechschwarzes Teufelchen, das sogar schon etwas fauchen kann. Die Katzen zu streicheln, war für alle ein Erlebnis. "Das hab ich noch nie gemacht, wir haben keine daheim" meinte ein Bub, für den der Besuch im Tierheim sicher schon deshalb längere Zeit in Erinnerung bleiben wird.
Nach einer guten Stunde ging es per Bus, den übrigens der Elternbeirat bezahlt hatte, wieder zurück in den Kindergarten nach Münnerstadt.


Nicht unterm Christbaum

Ob sich nach diesem Erlebnis der eine oder andere Bub oder Mädchen nun einen Hund oder eine Katze zu Weihnachten wünscht? Tiere als Weihnachtsgeschenke sind in der Wannigsmühle wie in anderen Tierheimen auch ein heikles Thema. Natürlich sind die Mitarbeiter einerseits froh um jeden Hund oder jede Katze, die vermittelt werden können. "Aber vor Weihnachten haben wir einen Vermittlungsstopp", hieß es. Tiere als Geschenke, die dann später nicht mehr willkommen sind, weil ihre Pflege lästig wird, sollte es nicht geben.
Der Stopp gelte natürlich nicht für Tiere, die schon Wochen vorher zur Vermittlung ausgesucht wurden, sondern nur für spontane Anfragen und Wünsche kurz vor den Weihnachtsfeiertagen.