Die Telekom darf auf dem Grundstück des Hochbehälters oberhalb des Baugebietes "Schmidtberg II" einen Antennenmasten mit bis zu 30 Meter Höhe errichten, um den Handy-Empfang in Maßbach zu verbessern. Der Marktgemeinderat stimmte diesem Plan zu, da die Grenzwerte nach einer von Professor Dr. Ulrich Bochtler (Hochschule Aschaffenburg) vorgelegten Analyse weit unterschritten werden. In einem 16-seitigen Papier kam der Sachverständige zu dem Ergebnis, dass maximal drei Prozent dieser Grenzwerte erreicht werden, und das auch nur bei voller Auslastung der Anlage, was selten vorkomme.


Auch für LTE-Standard

Der Marktgemeinderat hatte sich Mitte 2015 letztmals mit dem Plan der Telekom beschäftigt, an dieser Stelle einen Antennen-Masten zu errichten. Er soll auch für den neueren LTE-Standard ("long term evolution") dienen, der eine wesentlich höhere Übertragungsgeschwindigkeit als die bisherigen Standards möglich macht. Wichtig ist das insbesondere für mobiles Internet, das immer mehr an Bedeutung gewinnt. Außerdem gibt es in Maßbach wegen des hügeligen Geländes an manchen Stellen Empfangsprobleme.


"Immissionsschutzprognose"

Bürgermeister Matthias Klement (CSU) gab seinerzeit den Auftrag, sich mit der Bürgerinitiative, die sich wegen möglicher Strahlenbelastungen Sorgen machte, in Verbindung zu setzen und Unterlagen über die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte in der Umgebung des neuen Masten vorzulegen. Den Auftrag, eine so genannte "Immissionsschutzprognose" als Entscheidungshilfe für den Marktgemeinderat zu erstellen, bekam der bereits erwähnte Augsburger Professor Bochtler. Am 10. Februar dieses Jahres ging sein Papier im Maßbacher Rathaus ein.


Berechnung an sechs Punkten

Professor Bochtler ging bei seinen Berechnungen von sechs Punkten im Ortsteil Maßbach aus: Wendehammer in der Pfarrer Barthels-Straße, beim Haus Nr. 28 in der Dr. Benckiser-Straße, beim Haus Nr. 10 in der Dr. Hermann-Dieden-Straße, Spielplatz Johann-Schneider-Straße, Außenbereich Kindergarten Dora-Müller-Straße sowie Dora-Müller-Straße 34. Fast überall sanken die von dem Gutachter berechneten Immissionen gegenüber dem bisherigen Handymasten-Standort noch weiter ab. Sie betragen zwischen 0,66 Prozent (Wendehammer) und 3,17 Prozent (Spielplatz Johann-Schneider-Str.) des gesetzlich der erlaubten Grenzwertes.
"Die in der 26. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes für diese Frequenzbereiche genannten Personenschutzgrenzwerte werden an allen Messpunkten deutlich unterschritten", betont Professor Bochtler. Er kommt auch zu dem Schluss, dass ein Antennenmast am Wasserhochbehälter sowohl aufgrund der größeren Masthöhe als auch der durch das Gelände bedingten größeren Höhe über dem Meeresspiegel Vorteile für den Empfang habe. Obwohl hier neben dem bisherigen GSM- auch der neue LTE-Standard ausgestrahlt werde, steige die Strahlenbelastung praktisch nicht an. "Drei Prozent sind verschwindend gering, damit kann ich leben", meinte Marktgemeinderat Diethard Dittmar (SPD). Bürgermeister Klement ergänzte: "Wenn ein Kind ein Handy in der Tasche hat, hat es wesentlich mehr Strahlenbelastung."


Bisheriger Mast wird abgebaut

Der Marktgemeinderat beschloss schließlich, der Errichtung des vorgesehenen neuen Mobilfunkmasten der Telekom auf dem Hochbehälter-Grundstück oberhalb des Baugebietes "Schmidtberg" zuzustimmen. Zeitgleich mit der Übernahme müsse der bisherige Mobilfunkmast in der Dr.-Hermann-Dieden-Straße abgeschaltet und abgebaut werden. Außerdem stimmte der Marktgemeinderat einem Gestattungs- bzw. Mietvertrag mit der DFmG Deutsche Funkturm GmbH (eine Tochterfirma der Telekom) zu, hier eine Funkübertragungsstelle mit einem freistehenden Antennenmasten bis zu einer Höhe von 30 Metern im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften zu errichten. Dieser Vertrag läuft 15 Jahre und bringt der Gemeinde Geld in die Kasse, denn die Telekom zahlt 2500 Euro Miete pro Jahr. Über eine Baugenehmigung für diese Anlage muss der Marktgemeinderat allerdings noch entscheiden.