Der Termin rückt näher. Am 23. August dieses Jahres jährt sich die Einweihung der Pfarrkirche "Maria Himmelfahrt in Großwenkheim zum 250. Mal. Ein Ereignis, das normalerweise groß gefeiert wird, aber es ist fraglich, ob es würdig begangen werden kann und das liegt ausnahmsweise mal nicht an Corona. "Wenn ein Gerüst steht, wird es wahrscheinlich verschoben", sagt Burkard Ziegler von der Kirchenverwaltung. Und das ist gut möglich. Denn im April soll mit der Sanierung der Decke begonnen werden. Und darüber sind die Verantwortlichen und Besucher der Kirche gleichermaßen froh.

Im April 2017 waren verstärkt Risse in der Langhausdecke aufgetreten. Darauf folgende Untersuchungen ergaben, dass die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet war, im August 2018 musste der "Dom der Vorrhön" komplett geschlossen werden. Damals war Gefahr in Verzug, betroffen war auch das berühmte Deckengemälde "Verherrlichung der Dreifaltigkeit" von Johann Peter Herrlein. Fachleute stellten fest, dass die Verbindung zwischen Lattung und Zerrbalken geschwächt war, die Gefache waren nicht mehr sicher. Außerdem hatte man 1995 beim Kampf gegen Holzwürmer ein Mittel verwendet, das zwar seinen Zweck voll und ganz erfüllte, allerdings gilt es heute als giftig und so musste es auch entfernt werden.

Gottesdienste fanden in dieser Zeit zunächst im Freien, dann in der Kirche am Rindhof Maria Bildhausen statt. Als dann die Decke gesichert war, durften die Gläubigen in ihr Gotteshaus zurück allerdings nur bedingt. Der Altarraum, der hintere Teil und die Empore darüber können genutzt werden, das eigentliche Kirchenschiff nicht, denn die Decke weist noch immer Risse auf, auch das berühmte Deckengemälde.

"Jetzt müsste es weiter gehen, jetzt müsste ein Gerüst reinkommen", hat Burkard Ziegler gesagt. Das war allerdings bei einem Vor-Ort-Treffen vor ziemlich genau einem Jahr. "Die Ausschreibungen laufen", sagt er jetzt. Schnellstmöglich soll dann mit der Sanierung der Decke begonnen werden. Burkard Ziegler schätzt, dass das im April der Fall sein wird. Dann werden die Risse beseitigt die reparierten Stellen farblich angepasst. "Dann ist die Sache eigentlich schon beendet, mehr wollen sie nicht machen."

Bei dem Termin vor einem Jahr hatte Richard Schleier, ebenfalls Mitglied der Kirchenverwaltung, betont, dass jetzt die ganze Kirche saniert werden müsste. Das allerdings ist in weite Ferne gerückt, wie Burkard Ziegler jetzt sagt. Er verweist auf die allseits bekannte Finanzsituation in der Diözese Würzburg. Bei einer kompletten Sanierung des "Doms der Vorrhön" müsste die Kirchenverwaltung einen sehr hohen Anteil selbst tragen. "Da muss erst einmal Geld da sein, wir können das eigentlich nicht finanzieren." Aber die Verantwortlichen bei der Kirchenverwaltung sind sehr froh, dass die Diözese jetzt das Geld für die Deckensanierung bereit stellt. Danach kann das Gotteshaus nämlich wieder ganz normal ohne Einschränkung genutzt werden.

Oder auch nicht. "Wir wissen nicht, wie viele Leute in die Kirche gehen", sagt Burkard Ziegler ein wenig traurig. Durch die Corona-Bestimmungen dürfen jetzt in einer Bank zwei Personen, in der nächsten Bank nur eine sitzen. Immer im Wechsel. Da ist die Zahl der Gottesdienstbesucher sehr eingeschränkt. Nach der Öffnung des Kirchenschiffes würde sich die Situation zwar deutlich verbessern, ein Jubiläumsgottesdienst anlässlich der des 250. Jahrestages der Weihe des Gotteshauses wäre unter den jetzt geltenden Bedingungen nur schwer vorstellbar. Und nicht nur das.

Zuerst soll die eine Hälfte der Decke, dann die zweite hergerichtet werden, entsprechend wird das Gerüst umgebaut. Niemand weiß derzeit, ob zum Jubiläum alles fertig ist. Wenn nicht, sollte die Festveranstaltung verschoben werden, meint Burkard Ziegler. "Im Winter machen wir es auch nicht." Die Feier 250 Jahre Pfarrkirche "Maria Himmelfahrt" in Großwenkheim soll natürlich würdig gefeiert werden, es ist nur nicht sicher, wann. Die Verantwortlichen freuen sich, dass dann zumindest die Decke des berühmten Gotteshauses, für das der Sonnenabt Bonifaz Geßner am 25. September 1765 den Grundstein legte und das am 23. August 1772 eingeweiht wurde, gesichert und saniert sein wird.