Des einen Freud, des anderen Leid: Die Stadt wird ihre Kosten für die Erschließung des Gewerbegebietes Hörnau wohl nie wieder sehen. Nach einer Vertrauensschutzregelung kann sie wahrscheinlich nach mehr als 25 Jahren keine Beiträge mehr erheben. "Wir lassen das von der Rechtsaufsicht noch prüfen", sagt Bürgermeister Michael Kastl (CSU). Er selbst ist aber davon überzeugt, dass da nichts mehr geht. Die Stadt bleibt so zwar auf den Kosten sitzen, ohne Erschließungsbeiträge ist das Areal allerdings interessant für Investoren. Und das kommt der Stadt ja dann wieder zu Gute.

Bereits vor einiger Zeit hatte die Stadt eine größere Fläche unterhalb der früheren Firma Löwinger gekauft, um einem Gewerbebetrieb, der ein Areal suchte, etwas anbieten zu können. Auch wenn daraus nichts wurde, hat die Stadt auch noch die zweite Hälfte erworben, so dass ihr nun das gesamte Areal zwischen Löwinger und dem Hörnauweg gehört. Und prompt gibt es mehre potenzielle Investoren, die dort Gewerbe ansiedeln wollen.

Die Hörnau war bereits 2016 ins Visier des Stadtrats geraten, nachdem sich ein vom früheren Bürgermeister Helmut Blank favorisiertes Gewerbegebiet im Anschluss an das bestehende an der Meininger Straße als undurchführbar erwiesen hatte. Einige Fraktionen favorisierten sogar ein interkommunales Gewerbegebiet zusammen mit Burglauer. Zunächst aber sollte die Straße hergerichtet werden. Die darunter liegenden Kanäle ließ die Stadt noch befahren, dann wurde es wieder still um das Gewerbegebiet Hörnau.

Dass die Erschließung nie abgerechnet wurde, hat sich nun gerecht. Hatte man früher immer darauf verwiesen, dass das Gebiet noch gar nicht voll erschlossen sei, so hat sich inzwischen die Gesetzeslage geändert. Danach gilt die Vertrauensschutzregelung, wenn mit einer Erschließungsanlage vor mehr als 25 Jahren begonnen wurde. "Die Stadt Münnerstadt geht davon aus, dass die Erschließungsbeiträge nicht mehr erhoben werden können", sagt der Bürgermeister. "Ich kann nicht beurteilen, warum sie seinerzeit nicht erhoben wurden, Fakt ist, dass es jetzt nicht mehr möglich ist."

Der Gesprächsfaden nach Burglauer werde noch gehalten, im Sinne der Nachhaltigkeit sei es aber sinnvoll, erst einmal auf die bestehende Gewerbeflächen zu verweisen, die es beispielsweise noch auf dem Schindberg gibt.

Und der Hörnauweg? Vor fünf Jahren sollte er angegangen werden, was nicht geschah. Nun ist er noch schlechter geworden. Doch da gibt es ein neues Problem: "Es ist erfreulich für die Bürger, dass die Straßenausbaubeiträge weggefallen sind", sagt Michael Kastl. Dadurch würden Vorhaben, die geboten erscheinen, mit in den großen Forderungskatalog der zu erneuernden Straßen mit aufgenommen. Soll heißen: Es wird wohl noch etwas dauern. "Alle Straßen sind wichtig, aber wir können nicht alle auf einmal machen", betont der Bürgermeister.