Thundorf
Forstwirtschaft

Die Schäden sind überschaubar

Der Wald in der Gemeinde Thundorf hat - wie überall - aufgrund des Klimawandels gelitten. Aber dennoch kann sich die Kommune glücklich schätzen, meinen die Experten.
"Der Wald in Thundorf ist gut aufgestellt und Schäden überschaubar", sagt Forstdirektor Hubert Türich (Mitte) bei der Waldbegehung mit den Gemeinderat.
"Der Wald in Thundorf ist gut aufgestellt und Schäden überschaubar", sagt Forstdirektor Hubert Türich (Mitte) bei der Waldbegehung mit den Gemeinderat. Foto: Philipp Bauernschubert

Die Gemeinde Thundorf hat auf die Eiche gesetzt und damit wohl alles richtig gemacht. Das kam bei der Waldbegehung, die jetzt mit dem Thundorfer Gemeinderat, Bürgerinnen und Bürgern, mit dem Revierleiter Forstoberinspektor (FOI) Matthias Lunz, Forstdirektor (FD) Hubert Türich und dem gemeindliche Forstwirt Wolfgang Fuchs stattgefunden hat, heraus.

Bei seiner Begrüßung merkte Türich an, dass auch in Thundorf die Forstwirtschaft eine wichtige Rolle spielt. Besonders die Nachhaltigkeit erhält durch den zum Teil extremen Klimawandel und der anhaltenden Trockenheit eine immer höhere Bedeutung. Nachhaltige Bewirtschaftung heißt: "Der Wald soll zukunftsfähig gestaltet werden". In der Gemeinde setzt man auf Vielfalt und eine naturnahe, ökologische Waldwirtschaft, die sich auf rund 234,8 Hektar Waldfläche erstreckt. Bei der Baumartzusammensetzung steht die Eiche mit 146 Hektar unangefochten an der Spitze.

Heftiger, als angenommen

Spätestens seit dem Dürresommer 2018 und erst recht im laufenden Jahr zeigt es sich: "Der Klimawandel ist auch bei uns schneller und heftiger angekommen als angenommen", sagt Türich. Die Häufung und Verschärfung von Witterungsextremen wie Hitze, Trockenheit, fehlender Regen und Stürme bedeuten eine große Gefahr für den Wald, der sich auch im Forst der Kommune widerspiegelt. Trotzdem darf sich die Gemeinde glücklich schätzen, dass sie vermehrt auf Eiche setzt. Vielerorts kämpfen die Forstleute gegen die Käferplage, aber im Bezug auf Schwammspinner konnte Türich ebenfalls Entwarnung geben.

Auch im Wald von Theinfeld waren abgestorbene und dürre Bäume sichtbar. Türich erklärt, dass der Klimawandel nicht nur den Lebensraum Wald und damit auch seine ganze Artenvielfalt, sondern auch die Erholungs-, die Klimaschutz-, die Bodenschutz- und die Nutzfunktion bedroht. Unter der fachkundigen Führung von Revierleiter Matthias Lunz wurden dann zwei Waldbilder in den Waldabteilungen "Dürreberg" und "Krengel", beide in Theinfeld unter die Lupe genommen.

Zaun gegen Rehverbiss

"Dort hat sich die Eichenverjüngung gut entwickelt", so der FOI. Jetzt muss zum Teil weiter aufgelichtet werden, um den Lichtbedürfnissen der jungen Eichenpflanzen gerecht zu werden. Eine weniger wüchsige Teilfläche wird wegen zu hohen Rehwildverbisses aufwendig gezäunt werden müssen. Auf der Restfläche sollte eine Verjüngung aber ohne Zaun möglich sein, weil die Jagdpächter signalisiert haben, mitzuhelfen und das Rehwild intensiver bejagen zu wollen, sagt Lunz.

Diskussion über Hiebsatz

Nach der Waldbegehung traf sich der Gemeinderat im Bauhof, um von Matthias Lunz die Nachweisung 2022 und die Vorstellung des Jahresbetriebsplanes 2023 zu erfahren. Der Gesamteinschlag 2022 lag bei 945 Festmetern (fm). Die Menge ist erneut unter der Vorgabe der Forsteinrichtung mit 1100 fm geblieben. Über diesen vorgegebenen Hiebsatz wurde lebhaft diskutiert, denn er erscheint einigen Gemeinderäten zu hoch. Es kam deshalb der Appell an die Forstleute, nicht das Maximale an Holz zu schlagen, sondern den Hiebsatz nach Möglichkeit zu senken. Der Haupteinschlag waren die Nachlichtung über Eichenverjüngungsflächen die Jungdurchforstung und rund 240 fm Schadholz (Käferfichten und dürre Kiefer). Die Jungbestandspflege erfolgte durch Unternehmer.

Pflanzen werden ergänzt

Beim Blick auf den Jahresbetriebsplan 2023 wird sichtbar, dass die Holzernte mit circa 1126 fm geplant ist. Geplant sind für die kommende Periode Ergänzungspflanzungen, Zäunung der Eichenverjüngungsfläche und der Wegebau am Grunewald- und Morschreisigweg in Rothhausen. Dieser ist schon einige Jahre ein Thema und muss mittelfristig instand gesetzt werden.

Zum Thema Naturschutz führen Lunz und Türich die rund 40 Biotopbäume und das Totholz in der Abteilung Dürreberg in Theinfeld an. Sie informierten den Gemeinderat über die aktuelle und explosionsartige Entwicklung der steigenden Holzpreise. Einen Beschluss über die diesjährigen Brennholzpreise vertagte das Gremium bis zur nächsten Gemeinderatssitzung am 22. Oktober.

Bei diesem Thema kam es zu einer lebhaften Diskussion, auch über den vorgegebenen Hiebsatz. Fest steht, so Türich: "Thundorf hat genug Holz". Ein Verkauf außerhalb der Gemeinde sollte nach Meinung des Gemeinderates jedoch ausgeschlossen werden.

Der Gemeinderat beschließt zum Schluss, die Forstbetriebspläne 2022 für Holzernte und Bestandspflege sowie für die Forstkulturen in den Gemeindewaldungen in vollem Umfang als Absichtserklärung zu genehmigen.