Am 6. März 2020 hatten Sonja Johannes, Michael Kastl, Axel Knauff und Andreas Trägner bei der Podiumsdiskussion zur Kommunalwahl auf der Bühne in der Mehrzweckhalle gestanden. Das war die letzte Veranstaltung vor Baubeginn. Am 20. September 2021 saßen drei von ihnen an gleicher Stelle: 1. Bürgermeister Michael Kastl, 2. Bürgermeister Andreas Trägner und 3. Bürgermeister Axel Knauff. Nach gut 18 Monaten Bauzeit war das die erste Veranstaltung in der für rund zehn Millionen Euro generalsanierten Mehrzweckhalle. Weitere werden bald folgen. Und, so betonte der Bürgermeister, es wird auch eine richtige Einweihung geben, ein Wochenende mit sportlichen Events und vielem mehr. "Aber das geht momentan noch nicht."

Vor 50 Jahren ein Thema

Michael Kastl machte auf ein Kuriosum aufmerksam. Exakt 50 Jahre zuvor, also am 20. September 1971 hatte unter der Überschrift "Sportanlagen am Kleinfeldleinsweg - Kommt auch das städtische Sportzentrum dorthin?" folgendes in der Tageszeitung gestanden: "Neue Aspekte ergaben sich für das städtische Sportzentrum bei der Stadtratssitzung, als es um die Platzfrage für die Errichtung von Schulsportanlagen ging. Nachdem in unmittelbarer Nähe des Schulzentrums kein geeignetes Gelände vorhanden ist, kam man zu dem Entschluss, oberhalb der Schützenstraße am Kleinfeldleinsweg dieses Projekt einzuplanen. (...) Zu prüfen und zu untersuchen ist, ob dort auch das städtische Sportzentrum mit seinen größeren Ausmaßen verwirklicht werden kann." Das waren die Vorläufer zur Errichtung des Sportzentrums mit der Dreifelderturnhalle, die jetzt generalsaniert wurde.

Dann gingen die Kommunalpolitiker zur Tagesordnung über und das stand an erster Stelle: die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf energiesparende LED-Technik. Einen Überblick dazu gab Christine Pfaff, Kommunalbetreuerin beim Energieversorger Bayernwerk. 1408 so genannte Brennstellen (Mast + Leuchte) gibt es in Münnerstadt. Schon vor Jahren habe der Stadtrat den Beschluss gefasst, einen Teil davon nach und nach auf LED umzurüsten. Bei 499 Brennstellen ist das inzwischen geschehen, weitere 29 sind beauftragt. Sie sind in einem sehr schlechten Zustand und müssen dringend gemacht werden", sagte Christine Pfaff.

Vorhaben wird gefördert

687 Brennstellen könnten noch umgerüstet werden. Die Kosten dafür liegen bei knapp 300 000 Euro. Die Energieeinsparung liegt bei 71 Prozent. Nach 10,7 Jahren hätte sich die Investition amortisiert, rechnete die Energieberaterin vor. Das sei natürlich nicht das Nonplusultra. Jetzt aber wird es interessant: Das Bundesumweltministerium fördert solche Vorhaben derzeit mit 30 Prozent, bei finanzschwache Kommunen sind es sogar 35 Prozent. Damit würden sich die Investitionen nach 7,5 bzw. nach 6,9 Jahren amortisieren. Der Stadtrat müsse nun lediglich einen Beschluss fassen, die Fördermittel zu beantragen, die dann notwendige Fachplanung könne Bayernwerk für 400 Euro übernehmen, was auch gefördert werde, so Christine Pfaff. Das Problem: Das Förderprogramm läuft zum 31. Dezember aus. Allerdings hat die Stadt mit Erteilung des Förderbescheids ein Jahr Zeit, das Vorhaben umzusetzen, wie sich bei der späteren Diskussion herausstellte. Im Sommer/Herbst nächsten Jahres könnte die Umstellung erfolgen.

Kurz ging Christine Pfaff auf sensorgesteuerte Straßenbeleuchtung ein, die sich erst dann einschaltet, wenn sich ein Fußgänger oder ein Fahrzeug nähert und die entsprechenden Informationen an die nächste Leuchte weitergibt. Dazu müsste man einen Sensor mit einbauen und auch einige Steuermodule. Das sei sehr aufwendig. Sie kam zu dem Schluss: "Es rechnet sich nicht, der Aufwand ist in Münnerstadt viel zu hoch."

"Strom wird nicht günstiger"

"Eins ist klar: Strom wird nicht günstiger", sagte Bürgermeister Michael Kastl dazu. Die Stadt sei aufgerufen, kostengünstig zu arbeiten. "Je weniger Energie gebraucht wird, umso besser ist das für das Klima." Der Tagesordnungspunkt zeige, dass der Klimaschutzmanager Stefan Richter die richtigen Impulse setzt. Die normale Verwaltung könne das nicht leisten. Stefan Richter war auf die Fördermöglichkeiten gestoßen. Zwar hatte es schon zuvor Zuschüsse gegeben, aber unter solch hohen Auflagen, dass Münnerstadt sie nicht nutzen könnte. Da hat der Bund nun nachgeregelt.

Es folgte eine ausführliche Diskussion, bei der unter anderem weitere Förderungsmöglichkeiten, das Zeitfenster, verschiedene Lampenformen und auch die komplette Abschaltung der Straßenlampen in der Nacht zur Sprache kamen. Christine Martin und Johannes Wolf (Grüne) würden gerne die sensorgesteuerte Straßenbeleuchtung in einem Modellprojekt umgesetzt sehen. Letztendlich stimmten die Stadträte einhellig dafür, die Fördermittel zu beantragen und Bayernwerk mit der Fachplanung zu beauftragen. Die Planung wird dann bei einer Ausschusssitzung vorgestellt, wobei während der Diskussion am Montag zur Sprache gekommene Einzelheiten diskutiert werden können.