Im Münnerstädter Friedhof nimmt der Leerstand zu. Das liegt vor allem an einer Veränderung der Bestattungskultur. Stark rückläufig ist die Zahl der Erdbestattungen. 50 Prozent beträgt mittlerweile der Anteil der Urnenbestattungen in Münnerstadt, erklärt Standesbeamter Bernd Hochrein und die Tendenz sei weiter steigend. Für den Friedhofsreferenten des Stadtrates, Klaus Schebler, ist es deshalb wichtig, dass diese Entwicklung in die künftige Planung zur Friedhofsgestaltung einfließt. Scheblers Ziel ist ein Parkfriedhof, in dem möglichst viele Bestattungswünsche berücksichtigt werden können.
Bernd Hochrein hält das für sinnvoll, damit der Friedhof auch weiterhin von den Münnerstädtern als letzte Ruhestätte genutzt wird. Egal, wie hoch die Belegung ist, die Fläche muss gepflegt werden. Und deshalb ist es nötig, so zu gestalten, dass der Pflegeaufwand nicht zu groß ist und der Friedhof für die Bürger in Zukunft bezahlbar bleibt.
Bei einer Besprechung zwischen Bernd Hochrein, Baufhofleiter Bernd Sluzar und Klaus Schebler ging es darum, welche Friedhofsflächen in nächster Zeit vorrangig in die Umgestaltung aufgenommen werden sollten. Es sind vor allem die Bereiche, die vor rund 40 Jahren durch Thuja-Hecken in Quartiere aufgeteilt wurden. Es gibt Quartiere, in denen nur noch vereinzelt Gräber zu finden sind. Durch eine Wegnahme der alten, mittlerweile unschönen Hecken könnten in diesen Bereichen parkähnliche Flächen entstehen. Hier böte sich an zudem an, naturnahe Urnenbestattungen anzubieten, erläutert Schebler.
Er denkt dabei an Rasen-Flächen unter bestehenden Bäumen. An den Bäumen selbst könnten Namenstäfelchen mit den Namen der Verstorbenen angebracht werden. Solche Bestattungsmöglichkeiten gibt es in anderen Friedhöfen bereits, hat sich Schebler erkundigt. Bernd Hochrein hat als Standesbeamter die Erfahrung gemacht, dass auch in Münnerstadt danach gefragt wird und es schon Fälle gegeben hat, in denen Ortsbürger aus diesem Grund einen Friedhof außerhalb ihrer Heimatgemeinde gewählt haben. "Wir müssen andere Bestattungsformen anbieten, weil es die Bürger so wollen", resümiert Klaus Schebler. Klaus Schebler will mit den Münnerstädter Bürgern über seine Ideen und die Notwendigkeit der Umgestaltung sprechen.
Am 26. Februar ist eine Informationsveranstaltung geplant. Ort und genauer Zeitpunkt werden noch rechtzeitig bekannt gegeben.