Am Fußweg von Münnerstadt nach Fridritt und Maria Bildhausen steht seit mehr als 200 Jahren ein Flurkreuz. Der Rhönklub-Zweigverein Münnerstadt hat es nun, obwohl es auf städtischem Grund steht - auf Althauser Gemarkung - und damit der Stadt Münnerstadt gehört, für einen vierstelligen Betrag sanieren lassen. Dies sagte der Vereinsvorsitzende Egbert Haut bei der Segnung des Kreuzes in Anwesenheit zahlreicher Gäste. Mit dabei war auch der Musikverein Fridritt unter der Leitung seines Vorsitzenden Raimund Back, der der Feier den würdigen musikalischen Rahmen gab.

Erfreut über Engagement

"Dieses Kreuz mit der Bank ist ein Ort der Ruhe und wird in der Bevölkerung viel beachtet", sagte Bürgermeister Helmut Blank. Er zeigte sich erfreut über das Engagement des Rhönklub-Zweigvereins sowie der Firma Halbig aus Mellrichstadt. "Wenn ich mit meinem Mountainbike an diesem Kreuz vorbeikomme, dann weiß ich, dass ich nur noch einen Berg vor mir habe, bevor ich daheim bin", erzählt er.

Pater Rudolf Götz OSA sagte bei der Segnung des Kreuzes, dass alle Menschen, die hier vorbei kämen, des Gekreuzigten gedenken sollten. Jeder Mensch habe sein Kreuz zu tragen, jedes dieser Kreuze sei verschieden. Der stellvertretende Vorsitzende des Rhönklub-Zweigvereins, Rainer Kirch, gedachte der Opfer der Flugzeugkatastrophe in den Alpen. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Angehörigen Halt im Glauben finden.

Kirch erklärte, dass der Rhönklub-Zweigverein Münnerstadt es sich schon immer zur Aufgabe gemacht habe, Kulturgüter zu erhalten. Er erinnerte an die Sanierungen des Kreuzschleppers an der Zent. "Mit berechtigtem Stolz sehen wir nun auf diese neuerliche Sanierungsmaßnahme." Bereits 1981 hat der Verein eine umfangreiche Sanierung an dem 1810 errichteten Kreuz erledigen lassen. Seinerzeit wurde die steinerne Christusfigur, die stark zerfressen und nicht mehr zu restaurieren war, durch eine Kopie in Kunstharz ersetzt.

Arbeiten im Spätsommer 2014

Die Arbeiten übernahm die Mellrichstädter Firma Halbig. Sie wurde auch diesmal wieder damit beauftragt. Der heutige Firmeninhaber Arthur Zimmer, Schwiegersohn des damaligen Firmenchefs, war bei der Segnung des Kreuzes anwesend und bekam viel Lob für seine Arbeit, die im Spätsommer 2014 anstand. Unter anderem entfernte er Bewuchs und Moose, reinigte den Sandstein, festigte sandende Stellen, schloss Risse und Fugen, zeichnete die Inschrift am Fuß des Feldkreuzes nach, fasste die Kreuz-Nägel mit Goldfarbe und malte schließlich alle Teile mit einer wasserabweisenden Flüssigkeit an.

Unter Leitung von Herbert Schmid und Hellmut Petsch entfernten ehrenamtliche Helfer Bäume und Büsche rund um das stark zugewachsene Kreuz , damit es nicht wieder feucht werden kann. Auch die Stadt hat ihren Beitrag geleistet und Grüngut abgefahren sowie die Fläche unmittelbar um das Kreuz gepflastert.

Zeichen fränkischer Frömmigkeit

"Der tiefere Sinn dieser Sanierung des Flurkreuzes von 1810 liegt nicht nur in der Erhaltung eines Flurdenkmals", sagte Kirch. Er hofft, dass das Zeichen fränkischer Frömmigkeit weiter erhalten bleibe, den vorbeiziehenden Wanderer zum Innehalten verlocke und eine Erinnerung an Gottes Heilstat sei.

Das Kreuz ist leicht zu finden: Auf der Straße Münnerstadt-Strahlungen biegt man beim Hinweisschild "Jugend-Zeltplatz" nach rechts ab, dann nach wenigen Metern wieder nach links immer weiter auf dem Teerweg in Richtung Autobahn. Nach der Brücke geht wieder ein Weg links ab bis zu einem Wald. Dort steht gleich am Anfang auf einer freien Fläche links das Kreuz mit einer Steinbank.