Es gibt einen Interessenten, der im geschlossenen Jugendhaus am Dicken Turm ein Internat einrichten will.
Völlig neue Optionen haben sich beim seit nunmehr zwei Jahren geschlossenen Jugendhaus am Dicken Turm ergeben. Hatte die Stadt zwischenzeitlich erwogen, das Gebäude selbst von den Augustinern zu kaufen und dann an einen Interessenten zu verpachten, so zeichnet sich nun eine ganz andere Entwicklung ab.
Das Jugendhaus könnte in Zukunft als Internat für eine Spezialschule dienen. Die Stadt möchte einen Teil des Grundstücks erwerben, damit die
Innenstadt von der äußeren und inneren Lache fußläufig besser erreichbar wird. Darüber informierte Bürgermeister Helmut Blank (CSU) auf Anfrage unserer Zeitung.
Pläne verworfen
Schon vor Jahren hatte es Pläne gegeben, über den Volleyballplatz am Jugendhaus einen Fußweg zwischen Stenayer Platz und Straße am Dicken Turm zu errichten. "Da gab es schon früher einen Trampelpfad", sagt der Bürgermeister. Momentan wird der Durchgang durch einen Zaun verhindert. Die Pläne verschwanden allerdings wieder in der Schublade, weil sich das Ende des Jugendhauses abzeichnete und keiner so genau wusste, wie es weiter geht.
Dezentrale Unterkunft
Vor gut zwei Jahren kam dann das Aus für die Einrichtung, weil es den Augustinern an Personal fehlt und brandschutzrechtliche Vorgaben erfüllt werden mussten, die hohe Investitionen erfordert hätten. Geplant war anschließend eine dezentrale Unterkunft für Asylbewerber, aber dazu ist es nicht gekommen.
Zuständig für solche Immobilien war damals Bruder Peter Reinl. "Die Zusammenarbeit mit ihm war hervorragend", lobt Helmut Blank "Ihm liegt Münnerstadt am Herzen."
Gerne gekauft
Der Rathauschef macht keinen Hehl daraus, dass er das Gebäude vor zwei Jahren gerne für die Stadt gekauft hätte. So etwas wird nicht öffentlich im Stadtrat behandelt, deshalb schweigt er sich auch darüber aus, warum der Kauf nicht so vonstatten gegangen ist. Offensichtlich hat er keine Mehrheit gefunden. Kürzlich war das Jugendhaus aber wieder Thema im nicht öffentlichen Teil einer Stadtratssitzung, wie Helmut Blank bestätigt. Dabei habe das Gremium grundsätzlich Interesse am Erwerb des Areals bekundet. "Wegen seiner Schlüsselfunktion", bekräftigt Helmut Blank. Es sollten verschiedene Optionen geprüft werden.
Inzwischen hat sich aber einiges getan. Zuständig für den Verkauf des Jugendhauses ist nun Bernd Auinger, Geschäftsinhaber von Auinger & Partner Immobilien. Der Kauf des Gebäudes durch die Stadt Münnerstadt ist nach wie vor eine Option, es gebe aber auch andere, bestätigen Helmut Blank und Bernd Auinger nach einem gemeinsamen Gespräch. Auinger hat aber auch einen möglichen Investor ins Spiel gebracht, der ein Internat einrichten könnte. Das wird derzeit geprüft. "Es ist ja alles für ein Internat vorhanden", sagt Bernd Auinger. Es würden lediglich noch Schulungsräume benötigt. Etwa 120 Schülerinnen und Schüler, sowie 15 bis 20 Lehrkräfte würden nach Münnerstadt kommen, sagt Blank.
Das gesamte Areal mit Kloster einschließlich dem entstehenden Neubau, Klosterkirche, Alte Aula und Jugendhaus sei ein Filetstück in der Altstadt, so der Bürgermeister. In der Nähe entsteht das neue Berufsbildungszentrum. "Das zeigt, dass der Landkreis Interesse an Münnerstadt hat." Ganz wichtig sei nun, auch in Bezug auf die entstehenden Parkplätze in der inneren und äußeren Lache eine Spange zur Altstadt zu schaffen, ist der Bürgermeister überzeugt. Dafür würde er einen Teil des Geländes am Jugendhaus nutzen. "Die Pläne sind fertig, die kann man wieder aus der Schublade ziehen."
Stadtrat informiert
Denn schon vor Jahren sollte die Spange über das Gelände im Rahmen eines Leader plus Projektes entstehen. Dazu ist es allerdings nicht gekommen. Über die neuen Tendenzen hat die Stadtverwaltung den Stadtrat schriftlich in Kenntnis gesetzt.