Großwenkheim
Jubiläum

Bubenstreich führte zum Feuerschutz

Die Freiwillige Feuerwehr Großwenkheim feiert vom 10. bis 12. September ihr 150-jähriges Bestehen. Die Gründung im Jahr 1872 geht auf einen Brand zurück, der beinahe das Dorf ergriffen hätte.
Die  beiden Fahrzeuge der Großwenkheimer Wehr nahe dem Dorf. Weil Buben vor 150 Jahren außerhalb des Dorfes gezündelt hatten und das Feuer beinahe auf die Bebauung übergegriffen hätte, wurde damals die Feuerschutzmannschaft gegründet. Foto: Pius Rink
Die beiden Fahrzeuge der Großwenkheimer Wehr nahe dem Dorf. Weil Buben vor 150 Jahren außerhalb des Dorfes gezündelt hatten und das Feuer beinahe auf die Bebauung übergegriffen hätte, wurde damals die Feuerschutzmannschaft gegründet. Foto: Pius Rink
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Mit 70 aktiven und 90 Vereinsmitgliedern ist die Freiwillige Feuerwehr Großwenkheim bestens aufgestellt. Zu den Aktiven zählen zehn Jugendliche und elf Frauen. Mit zwei modernen Fahrzeugen und einem attraktiven Gerätehaus im ehemaligen Rathaus ist die Wehr für Einsätze aller Art gerüstet. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr gestalten aber auch maßgeblich das Dorfleben mit. Und das seit inzwischen 150 Jahren. Nachdem die Bevölkerung mit dem ersten Großwenkheimer Bulldogfest am 25. Mai und dem Barch-Open-Air am 20. August schon ein wenig auf das Jubiläum eingestimmt worden ist, findet vom 10. bis 12. September der Höhepunkt der Feierlichkeiten statt: das Festwochenende im Festzelt und der Feuerwehrscheune.

Beinahe-Katastrophe

Angefangen hat alles mit einer Beinahe-Katastrophe, wie Vereinsvorstand Max Pfennig in der Chronik gefunden hat: "Am 8. Juli 1872 wurden die Männer der Gemeinde Großwenkheim nach dem Nachmittagsgottesdienst in das Dömlings-Wirtshaus geladen. Es erschienen 51 Männer. Den Vorsitz dieser Versammlung hatte der damalige Bürgermeister Adam Breitinger. Tage zuvor hatten einige Buben unter Reisighaufen außerhalb der Ortschaft ein Feuer gelegt. Begünstigt durch den Wind hätte es beinahe auf das Dorf übergegriffen." Der erste Schulmeister Johann Seufert und der zweite Lehrer Heinrich Seuffert, welche die mit dem Feuer spielenden Kinder strafen mussten, regten damals die Gründung einer Feuerschutzmannschaft an.

Die Männer der ersten Stunde

Erster Vorstand wurde dann auch Heinrich Seuffert, zugleich Sekretär und Schriftführer. Erster Hauptmann (heute Kommandant) wurde Johann Seufert, zum Requisitenmeister wurde Bürgermeister Adam Breitinger ernannt. Den Posten des Obersteigers erhielt Joseph Rink. Zugführer des ersten Zuges wurde Lukas Ziegler, Führer des Reservezuges Kaspar Kehl und die Austragmannschaft führte Nikolaus Ziegler.

Zwei Jahre später wurde die gesamte Mannschaft mit gebrauchten Armeehelmen ausgestattet, zwei einfache Steigleitern und lederne Eimer kamen hinzu. 1875 fand eine Gemeinschaftsübung in Fridritt statt. Die Mannschaft bekam danach einen halben Eimer Bier.

Gerätehaus im früheren Rathaus

Detailliert ist in der Chronik, die auch in der Festschrift zum Jubiläum nachzulesen ist, aufgeführt, wie in all den Jahren aus einer Feuerschutzmannschaft eine moderne Feuerwehr geworden ist. Zuletzt war der Umbau des früheren Rathauses zum modernen Gerätehaus in den Jahren 2012 bis 2015 ein herausragendes Ereignis. Dabei leisteten die Mitglieder unzählige Arbeitsstunden.

Das große Jubiläum wird nun im Festzelt und in der Feuerwehrscheune gefeiert. Am Samstag, 10. September, ist um 18.30 Uhr Bieranstich mit der Großwenkheimer Band "Nochtschicht", die ihr 20-jähriges Jubiläum feiert. Am Sonntag, 11. September beginnen die Feierlichkeiten um 10 Uhr mit dem Gottesdienst in der Feuerwehrscheune mit anschließendem Mittagessen. Um 14 Uhr findet hinter der Kirche am Kriegerdenkmal das Totengedenken statt. Anschließend marschiert der Festzug zum Festgelände. Den Abend können die Gäste mit musikalischer Untermalung ausklingen lassen.

Abgerundet wird das Jubiläumsfest und somit auch das Festjahr am Montag, 12. September, mit dem Kesselfleischessen ab 17 Uhr. Hier werden die Gäste mit "Lauringer Altblech" durch den Abend begleitet.