In sechs Wochen spätestens, schätzt der Stadtförster Jörg Mäckler, wird die Hochrhöner-Extratour am Michelsberg wieder problemlos begehbar sein. Momentan allerdings ist die Runde für Ortsunkundige nur schwer machbar. Denn die Extratour verläuft mitten durch einen Hieb des Stadtforstes. Teilweise liegen Bäume quer über dem Weg. Wer die Ausweichmöglichkeiten nicht kennt, kommt nicht weiter. Hingewiesen wird darauf allerdings niemand. Wer sich an der Hochrhöner-Beschilderung orientiert, wird mitten im Weg ausgebremst.
Der Einschlag ist zwar schon beendet, aber die Aufarbeitung des Holzes läuft gerade erst an. Der Zeitpunkt habe sich wegen der Witterung verzögert. Es war im Januar einfach zu mild, um im Wald zu arbeiten, erklärt Jörg Mäckler.
Erst jetzt können die Brennholzbewerber die Hiebfläche aufarbeiten. Im Stadtforst kommen zuerst die privaten Brennholzverwerter und beseitigen die Spuren des Holzeinschlags. Danach wird das Industrie- und Stammholz aus dem Wald gerückt. Für Jörg Mäckler hat sich diese Reihenfolge bewährt, da sie den Waldboden und damit die Naturverjüngung schützt.
Naturverjüngung ist in dem Waldstück am Michelsberg ein wichtiges Thema. Der Altbestand, der jetzt geschlagen wird, ist nicht besonders gut gewachsen. Die Buchen sind zu schwach, viele hätten alte Manöverschäden. Mäckler zeigt einen Baum, der aus Naturschutzgründen nicht gefällt wurde. Pilzbewuchs am Stamm deutet daraufhin, dass der Baum geschädigt ist. Auch die Rinde zeigt Verletzungen aus früheren Jahren. Solche Bäume hat es in dem Waldstück viele. Sie ergeben Brennholz oder werden als Industrieholz verwertet. Gerade die Buchen neigen in diesem Bereich zu Rotkernbildung, was ihr Holz minderwertiger macht. "Sie werden nicht besser, wenn sie weiterwachsen", sagt Mäckler. Deshalb hat er beschlossen, in der Abteilung "Windsburg" rund drei bis vier Hektar Fläche durchzuforsten. Das, was dort nachwächst, ist dafür vielversprechend.

Hoffnungsvolle Ansätze

Überall wächst junger Wald. Neben Buchen sprießen Ahorn, Nussbäume oder Kirschen. "Ich hoffe, dass das dann später besseres Holz geben wird", sagt Mäckler. Mit später meint Mäckler in 100 bis 120 Jahren. Dann erst werden die besten Bäume aus diesem Jungbestand erntereif.
Doch aktuell hofft Jörg Mäckler erst einmal auf weiterhin trockenes, kaltes Wetter, damit die Holzmacher zügig arbeiten können. Mäckler weiß um die Problematik, dass Wanderwege durch Holzarbeiten oftmals sogar für längere Zeiträume nicht begehbar sind. Im Bereich des Stadtforstes trifft es in diesem Jahr die Extratour des Hochrhöners, aber auch einen Rhönklubwanderweg am Hainberg. Wenn die Arbeiten am Michelsberg abgeschlossen sind, "dann ist dort aber auch für ein paar Jahre Ruhe", meint Mäckler.

Holzmachen braucht Zeit

Der Reichenbacher Gerhard Beck ist gerade dabei, sein Holzlos am Michelsberg aufzuarbeiten. Die ersten Wegstücke der Hochrhöner-Extratour hat er mit Beil und Heckenschere grob frei geräumt. "Aber es braucht schon seine Zeit", sagt der Holzmacher. Und es gibt entlang der Michelsberg-Extratour blockierte Weg-Abschnitte, an denen noch nicht aufgearbeitet wird.
Jörg Mäckler weiß, dass die Wanderwege rund um den Michelsberg stark begangen sind. Wer sich ein bisschen auskenne, finde trotzdem eine Runde", sagt Mäckler. Die Holzbewerber seien zudem angehalten, vorrangig die Wanderwege freizumachen, erklärt der Stadtförster.
Im Zuge der Fällarbeiten hat er einige Lärchen am Wegesrand rund einem Meter über dem Boden fällen lassen. Mäckler hofft, dass der Burghausener Robert Reuscher entlang des Weges weitere seiner Motorsägen-Schnitzereien anbringt. Eine Eule hat er dort ja bereits aus einem Baumstumpf gefertigt. Und wenn dann bis zum Frühsommer auch die letzten Stämme aus dem Waldstück gerückt sind, wird die Forststraße wieder hergerichtet, damit sie gut begehbar ist, kündigt Mäckler an.