Beim jüngsten Mürschter Jugendtreffen war die Aussage klar: "Es werden immer weniger Stände", hieß es auf die Anfrage von 2. Bürgermeister Michael Kastl (CSU), ob man das Programm bei den Märkten nicht verändern sollte. Gemeint ist dabei der städtische Markt rund um das Rathaus, denn in anderen Bereichen, wie beim "Original Mürschter Trödelmarkt", wird es immer voller.


Am Anfang sehr klein

Dessen Organisator, Peter Braun, kann sich noch gut erinnern: "Vor 17 Jahren, als ich angefangen habe, war in der Finsteren Gasse Schluss." Heute stehen die Händler in der Gymnasiumstraße, teils in der Schwesterngasse, in der Manggasse, in der Klostergasse und auf dem Stenayer Platz. "Ich habe jeden Einzelnen angesprochen, sonst wäre keiner hier", sagt Peter Braun. Wenn seine Freizeit es zulässt, ist er auf Trödelmärkten unterwegs. Er schaut sich um, und wenn ihm ein Stand gefällt, spricht er die Händler an: "Kommt doch mal nach Mürscht." Viele sind dieser Aufforderung nachgekommen und die allermeisten kehren dann auch gerne zurück. Peter Braun kann inzwischen auf einen festen Händlerstamm vertrauen, der zu jeden Flohmarkt kommt, wenn das Wetter halbwegs passt.
Durch das gezielte Ansprechen trifft er auch gleich eine Art Vorauswahl, denn Kleidung möchte Peter Braun auf seinem Flohmarkt möglichst nicht haben. "Es dauert 15 Jahre, bis der Laden läuft", unterstreicht Peter Braun eine Aussage von Alfons Schuhbeck. Sein "Laden", der "Original Mürschter Trödelmarkt", läuft inzwischen richtig gut. "Es sind aber nicht mehr Händler, die Tische werden immer größer", sagt er zu der ständigen Vergrößerung.


Investition in die Zukunft

Peter Braun hat sich Gedanken darüber gemacht und ist zu einem Entschluss gekommen. "Ich investiere in die Zukunft." Bei den restlichen Trödelmärkten dieses Jahres brauchen Kinder bis 14 Jahre, die ihre Sachen im Innenhof der Kelterhalle verkaufen, keine Standgebühren mehr zu bezahlen.
Arno Reuscher, Vorsitzender des Gewerbevereins "Kaufhaus" Mürscht, wünsch sich zunächst einmal eine zentrale Anlaufstelle, bei der sämtliche Veranstaltungen zusammenlaufen. Und damit meint er nicht nur die Events am Markttag in der Kernstadt, sondern alle Veranstaltungen am Marktwochenende im Stadtgebiet. Diese Veranstaltungen könne man dann auch gemeinsam bewerben.
Er hatte gedacht, dass das Kommunalunternehmen "Kultourismus im Schloss" diese Aufgabe übernimmt, aber das sei so nicht vorgesehen gewesen. Nun hofft er, dass mit der Rückführung von Kultourismus in die Stadtverwaltung eine entsprechende Möglichkeit gefunden wird.
Als positives Beispiel nennt er Weihnachten im Schloss. Dazu bringt der Gewerbeverein jedes Jahr einen ganzen Flyer mit den Veranstaltungen von Advent bis Dreikönig heraus.


Auf Themen bezogen

Zur Belebung der Märkte müssten diese mehr auf bestimmte Themen bezogen sein, findet er. Für den Ostermarkt würde sich Arno Reuscher mehr frühlingsrelevante Themen wünschen. Ostern allein reiche nicht aus. "Idealerweise macht man so etwas zusammen", sagt der Vorsitzende und meint damit die Stadt und die Gewerbetreibenden. Er ist sich sicher: "Themenmärkte funktionieren gut." Als Beispiel führt er unter anderem den Wurstmarkt in Ostheim ins Feld.
Am Beispiel Herbstmarkt zeigt der Vorsitzende auf, wie es gelingen kann, einen doch eher weniger beachteten Markt wieder attraktiv zu machen. In den letzten zwei Jahren hatte der Gewerbeverein eine "Biermeile" installiert, bei der sich kleinere, heimische Brauereien vorstellen konnten. "Das soll auch noch ausgebaut werden", sagt Arno Reuscher. "Wenn ein gutes Rahmenprogramm existiert, dann kommen auch die Marktbeschicker."


Ein freier Marktmeister?

In Münnerstadt muss ein städtischer Beamter bzw. Angestellter das Amt des Marktmeisters neben anderen vielfältigen Aufgaben wahrnehmen. Es gibt immer wieder Stimmen, die meinen, dass die Stadt sich einen freien Marktmeister suchen sollte, der ganz anders an die Sache herangehen kann.