Sie haben sich mit einem Schreiben an Bürgermeister Michael Kastl und ihre Stadtratskollegen gewandt. "Mit der Einstellung eines Klimaschutzmanagers durch die Stadt Münnerstadt geht eine nachhaltig ökologische Ausrichtung unserer Kommune einher, die wir sehr begrüßen", heißt es in dem Schreiben.

Die Stadt könne vielfach profitieren

"Einen ergänzenden Schritt, von dem Münnerstadt in seiner Ausrichtung in vielerlei Hinsicht profitieren kann, stellt der folgende Antrag dar: Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beantragt, den Beitritt der Stadt Münnerstadt zum Klimabündnis der Europäischen Städte und Gemeinden zu prüfen. Hierzu soll in einem ersten Schritt ein Vertreter oder eine Vertreterin der Organisation in eine der nächsten Sitzungen des Stadtrates eingeladen werden, um die Zusammenarbeit und den Nutzen eines Eintritts in das Klimabündnis darzustellen." In einem nächsten Schritt soll eine Entscheidung über den von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen präferierten Beitritt der Stadt Münnerstadt zum Klimabündnis herbeigeführt werden.

Das Klimabündnis Europäischer Städte und Gemeinden wurde im Jahr 1990 gegründet. Über 1800 Städte, Kreise und Gemeinden sowie Bundesländer und Provinzen, NGOs und andere Organisationen in ganz Europa bilden das Netzwerk - gemessen an der Mitgliederzahl sei es das weltweit größte Städtenetzwerk, das lokale Maßnahmen für den globalen Klimaschutz ergreift, heißt es in der Begründung des Antrags. Deutschland sei mit 561 Kommunen und Kreisen, Bayern mit 104 Kommunen und Kreisen im Klimabündnis vertreten (Stand: April 2021).

Datenbank und Kampagnen

"Das Klima-Bündnis entwickelt anwendungsorientierte Instrumente und Methoden zur Unterstützung von Klimaschutzmaßnahmen. Diese Arbeitsmittel werden von Kommunen in ganz Europa genutzt und helfen ihnen sowohl bei der Planung von Strategien als auch bei der Ermittlung erzielter Fortschritte." Dazu gehören etwa die Datenbank "Klimaschutz-Praxis" mit guten Beispielen aus Deutschland, das geförderte Beratungsprogramm für Kommunen "Coaching Kommunaler Klimaschutz" oder der "Klimaschutz-Planer" als CO2-Bilanzierungsinstrument. Das Klima-Bündnis sei bekannt für seine Kampagnen, die für seine Mitglieder entwickelt werden und Unterstützungsarbeit leisten, die lokale Bevölkerung in Klimaschutzmaßnahmen einzubinden.

Ob nachhaltige Mobilität oder die Veränderung des Konsumverhaltens, Kommunen könnten die Kampagnen und Materialien nutzen, um ihre Bürgerinnen und Bürger aktiv einzubinden. Eine der vielen Kampagnen bilde beispielsweise das "Stadtradeln", das seit 2008 dazu einlädt, auf das Fahrrad (um)zusteigen. Darüber hinaus biete es die Möglichkeit, auf den Veranstaltungen in den Erfahrungsaustausch mit anderen Kommunen zu treten und so voneinander zu lernen oder für spezifische Fragen Ansprechpartner in anderen Kommunen mit Erfahrungen zu finden, so die beiden Stadträte.

Regionale und lokale Projekte fördern

In einigen europäischen Ländern haben die nationalen Koordinationsstellen des Klima-Bündnisses die Verantwortung für die Förderung regionaler oder lokaler Projekte der indigenen Partner in Amazonien übernommen, auch Städtepartnerschaften sind ein erfolgreiches Modell der Kooperationsarbeit. Neben dieser Partnerschaftsarbeit unterstützen Mitgliedskommunen des Klima-Bündnisses auch konkrete Projekte, die über die Europäische Geschäftsstelle umgesetzt werden.

"An die direkte Zusammenarbeit knüpft sich die Hoffnung, dass die Erfahrungen aus den Partnerschaften, den Kooperationen und der Unterstützung in das kommunale Handeln zurückwirken und zu Eckpunkten der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit sowie der entwicklungspolitischen Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit der Kommunen werden

Kommunen bezahlen 0,0077 Euro pro Einwohner und Jahr. Der Jahresbeitrag sei auf höchstens 15 000 Euro und mindestens 231 Euro pro Mitgliedskommune beschränkt. Für Münnerstadt sei hiermit der Mindestbeitrag von 231 Euro im Jahr aufzubringen.

Sinnvolle Ergänzung

"Die Mitgliedschaft könnte die Bemühungen um mehr Klimaschutz sinnvoll und kostengünstig ergänzen. Die Kommune erhält so Zugang zu geförderten Instrumenten und kann diese an Stelle teurer individueller Beratung anwenden", heißt es in dem Antrag. Auch für die Beratung über den Zugang zu nationalen und europäischen Fördermitteln sei das Bündnis ein hilfreicher Partner.

Quelle und weitere Infos gibt es im Internet. Die beiden Stadräte bitten ihre Stadtratskollegen, entsprechend dem Antrag zu entscheiden.