Als Grund für diese Entscheidung führt die Energiegenossenschaft eine von ihr in den vergangenen 14 Tagen durchgeführte Wirtschaftlichkeitsberechnung an. Vorstand Franz Wüst erklärt auf Anfrage, dass die Verantwortlichen der Energiegenossenschaft zur Überzeugung gekommen sind, dass dem Aufsichtsrat und Vorstand die vorliegenden Prognosen zur Stromerzeugung zu optimistisch erscheinen. Die Genossenschaft habe den Auftrag, sehr sorgfältig mit dem Geld ihrer Mitglieder umzugehen. Zudem sei das Interesse der Mitglieder an Beteiligungspaketen äußerst gering gewesen, so Vorstand Günter Köth. Die Entscheidung sei nicht deshalb gefallen, weil die Energiegenossenschaft höhere Rendite erwartet, sondern weil sie die Gefahr sieht, dass die anvisierte Verzinsung von 2,5 Prozent nicht erreicht werden könnte.

"Wir sind traurig"

"Wir finden es ausdrücklich schade, dass die Genossenschaft kein weiteres Interesse hat", betont der Geschäftsführer der "Langes Schiff Energie GmbH", Norbert Schmäling am Freitag auf Anfrage. Als Betreiber sei man vor fünf Jahren angetreten, die Bürger mit einzubinden. Nach der Absage der Energiegenossenschaft sondiere der Betreiber nun die Beteiligungsformen für Bürger außerhalb der Genossenschaft. "Bürger, die sich zur Zukunftsfähigkeit Münnerstadts bekennen, sollen sich beteiligen können", betont Schmäling. Auf Bau und Wirtschaftlichkeit des Windparkprojekts habe die Entscheidung keinen Einfluss, so Norbert Schmäling. Er spricht lediglich von einer "kleinen, persönlichen Enttäuschung".

Die Informationsveranstaltung am Bürgerwindpark am Samstag, 11. Oktober, um 10 Uhr wird stattfinden. Die Öffentlichkeit hat dort die Möglichkeit, sich zu informieren. Es soll auch erste Informationen zur Bürgerbeteiligung geben. Ob der Termin der Info-Veranstaltung am 21. Oktober stattfinden wird, ist aufgrund der neuen Situation jedoch offen.