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Wildflecken
Sitzung

Mit Optimismus durch die Krise

Überraschungen sind bei der konstituierenden Sitzung des Marktgemeinderates in Wildflecken ausgeblieben. Die bisherigen 2. und 3. Bürgermeister sind wiedergewählt worden.
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Die kleine, marode Brücke über die Sinn in der Nähe des ehemaligen Pumpwerks wird abgerissen. Darüber informierte Bürgermeister Gerd Kleinhenz (PWW) den Marktgemeinderat.
Die kleine, marode Brücke über die Sinn in der Nähe des ehemaligen Pumpwerks wird abgerissen. Darüber informierte Bürgermeister Gerd Kleinhenz (PWW) den Marktgemeinderat.
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"Die Corona-Krise hat uns alle noch fest im Griff", sagte der wiedergewählte Bürgermeister Gerd Kleinhenz (PWW) bei der konstituierenden Sitzung des neuen Wildfleckener Marktgemeinderates. Alle Kommunalpolitiker absolvierten die Veranstaltung mit Mundschutz. Um den notwendigen Sicherheitsabstand für alle Gemeinderäte zu gewährleisten, wurde die Versammlung kurzerhand vom Rathaus ins Wildfleckener Sportheim verlegt.

"Wir kommen aus einer Zeit, in der wir einst unbesorgt unser Tagesgeschäft verrichten konnten", so Kleinhenz. "Auch wenn die aktuelle Zeit nicht die beste ist, so bin ich dennoch froh, dass wir viele junge Gesichter im Gemeinderat haben. Das stimmt mich positiv und optimistisch." Kleinhenz forderte alle im Gremium dazu auf, demokratische Beschlüsse gemeinschaftlich zu tragen. "Wir waren schon vor der Corona-Krise nicht mit übermäßigen Haushaltsmitteln gesegnet", so Kleinhenz. "Wir werden mit Sicherheit nach der Krise den Gürtel noch enger schnallen müssen. Wir werden in den nächsten sechs Jahren sicherlich keine Denkmäler bauen können."Mit Spannung wurde die Wahl der beiden Stellvertreter des Wildfleckener Bürgermeisters erwartet. Überraschungen blieben allerdings aus.

Der bisherige 2. Bürgermeister Wolfgang Illek (CSU/PWG/ OWII) stellte sich erneut zur Verfügung, beziehungsweise wurde er von Christoph Schmitt (PWW) für die Wahl vorgeschlagen. Ein weiterer Kandidat ließ sich nicht aus der Reserve locken. Illek wurde einstimmig gewählt und nahm dankend an. "Die letzten Jahre haben gezeigt, dass es durchaus sinnvoll ist, einen 3. Bürgermeister zu wählen", so Gerd Kleinhenz. Das Gremium votierte daher einstimmig dafür, einen weiteren Stellvertreter zu bestimmen. Holger Trump (CSU/PWG/ OWII) schlug den bisherigen 3. Bürgermeister Herbert Nowak (CSU/PWG/OWII) vor.

Alle Stimmen des Gremiums entfielen auf Nowak. Beinahe. Denn eine einzige Stimme entfiel auf Christoph Schmitt (PWW), der allerdings im Vorfeld gar nicht als Kandidat für einen Stellvertreterposten in Erscheinung getreten war. Schmitt hatte auch nicht zu erkennen gegeben, dass er sich für ein Stellvertreteramt interessieren würde. Nowak nahm die Wahl an.

Wohl der Gemeinde im Blick

"Ich freue mich auf eine konstruktive Zusammenarbeit in den nächsten sechs Jahren", sagte später Wolfgang Illek, der den Kurs der Kommunalpolitik in Wildflecken in den zurückliegenden Jahren sehr positiv einschätzte. "Unser Ziel vor sechs Jahren war, eine positive Stimmung im Gremium zu schaffen", so Nowak. "Die Entscheidungen in den kommenden Jahren werden sehr herausfordernd. Wir werden um viele Beschlüsse ringen müssen. Wir müssen daher weiterhin vertrauensvoll zusammenarbeiten", sagte der wiedergewählte 3. Bürgermeister. Dabei dürfe die Zugehörigkeit zur jeweiligen Liste keine Rolle mehr spielen, denn es gehe letztlich immer um das Wohl der gesamten Gemeinde.

"Wir sollten die Listen ad acta legen und uns in den nächsten sechs Jahren als ein zusammengehörender Gemeinderat verstehen und so handeln." Aufgrund des Wegfalls des Standesamtes in Wildflecken mit der Übergabe der Amtsgeschäfte an die Stadt Bad Brückenau, werden künftig nur noch die drei Bürgermeister Eheschließungen durchführen können, nicht mehr Mitarbeiter aus der Gemeindeverwaltung.

Der Marktgemeinderat votierte einstimmig dafür, dass Gerd Kleinhenz, Wolfgang Illek und Herbert Nowak künftig als Eheschließungsstandesbeamten fungieren. Die endgültige Entscheidung liegt dann aber bei der Stadt Bad Brückenau, die in ihrer konstituierenden Sitzung über diese Angelegenheit zu bestimmen hat.Um die lange herbeigesehnte Errichtung des "Pumptracks" (Parcours für Zweiräder) in Wildflecken ging es außerdem im Marktgemeinderat.

Aber nur indirekt. Denn eigentlich ging es um die Verlegung der Sinn durch das Wasserwirtschaftsamt im Bereich des geplanten Freizeitgeländes. "Die Sinn wird erlebbar gemacht. Das gesamte Gelände wird um einiges attraktiver gemacht", sagte Bürgermeister Gerd Kleinhenz. Durch die Verlegung der Sinn kann außerdem eine marode, kleine Brücke über das Gewässer abgerissen werden. Die Brücke sei nicht mehr zu retten und werde im Moment durch Stahlplatten abgedeckt und auf diese Weise gesichert. Die Kosten für die Verlegung der Sinn trage das Wasserwirtschaftsamt, so Kleinhenz.

Ein Sonderausschuss für die Corona-Krise wurde in der konstituierenden Sitzung außerdem gebildet. Dieser Sonderausschuss wird aus sechs Mitgliedern des Marktgemeinderates bestehen. Christoph Schmitt, Benjamin Witke und Lea Neisser wurden von der PWW-Liste für den Sonderausschuss aufgestellt. Bei der CSU/PWG/OWII-Liste stellten sich Wolfgang Illek, Holger Trump und Herbert Nowak für den Sonderausschuss zur Verfügung. Dieser Sonderausschuss könnte im Krisenfall zusammenkommen, um eilige Beschlüsse zu fassen. Ob man den Sonderausschuss überhaupt brauchen wird, könne momentan aber niemand sagen, so Bürgermeister Gerd Kleinhenz.