Quirliges Leben, Kinderlachen und ansteckende Fröhlichkeit beherrschten am Sonntag die romantische Szenerie rund um Schloss Aschach. Auf den Wegen wird nicht wie sonst geschlendert, es wird gerannt. Spielstationen sind aufgebaut, an denen die Kleinen Spaß haben und die schon etwas Größeren mal Pause von Computerspielen machen können.

Kreativität passt in dieses Ambiente, es darf also gebastelt und gedruckt werden, eine Kegelbahn ist aufgebaut, und Murmeln werden geschoben. Reifen stehen bereit, und mancher Opa erinnert sich noch an staubige Dorfstraßen, auf denen man hölzerne Räder mit Stöckchen vorangetrieben hat. Seilhüpfen, Kreiseln, Gummitwist, Stelzenlaufen oder Dosenwerfen und noch viel mehr hat das Museumsteam aufgebaut. Wer braucht da eine Hüpfburg, wenn Steckenpferde bereitstehen, mit denen sich Jonas und Nadine ein Wetthüpfen bestreiten können?


Puppentheater unter den Bäumen

Im Park sammeln sich die Kinder vor der Puppenspielbühne, und Kolja Liebscher erzählt mit seinen Handpuppen lustige und lehrreiche Geschichten. Mal vom König und der Prinzessin, dann von armen Bauern auf der Suche nach Goldtalern, und die Kinder jubeln bei den Späßen der listigen Geburtstagsmaus.

Veronika zieht ihre Mutter von Station zu Station, "Mama, da war ich noch nicht", deutet sie auf den Barfußpfad, der aufgebaut ist.

Mit hochgekrempelten Ärmeln sitzen Marie, Fabian und Julian um eine große Zinkwanne mit Wasser. Mama Nicole Schmidt aus Katzenbach, hat sich mit Oma Sabine und Opa Ludwig Büchner aus Bad Kissingen zum Spielfest verabredet.


Familienausflug ins Museum

Stolz zeigen die Kinder, wie viel Dukaten sie schon aus dem Wasser geschöpft haben. Es ist schön warm, das nasse T-Shirt und die Spritzer auf der Hose werden schnell wieder trocken. Ludwig Büchner gefällt die besondere Atmosphäre rund um das Schloss: "Schön, dass den Kindern auch wieder mal die alten Spiele angeboten werden."

Genau das ist auch das Ziel der Museumspädagogik, bestätigt Annette Späth, die Museumsleiterin. "Wir wollen den Kindern spielerisch Lust aufs Museum machen." Natürlich sind auch die Ausstellungen am Spielfest geöffnet. Unter dem Motto "Kunst geht fremd" tauschen unterfränkische Museen Kunstwerke aus. In Aschach sind derzeit Exponate der Aktion "Post für Otto" aus dem Bismarckmuseum Bad Kissingen als ein zusätzlicher Anziehungspunkt zu sehen.


Seifenblasen und Textildruck

"Jetzt bin ich mal dran", bittet Julia ihre große Schwester und möchte den Fächer haben, um daraus viele kleine Seifenblasen in die Luft steigen zu lassen. Lisa schnappt sich dafür die Stange mit dem Dreieck aus Seilen, taucht sie in die Seifenlauge, läuft damit gegen den Wind und zieht eine riesengroße Blase hinter sich her. Das gefällt auch Phileas und Noemi Schaeffer aus Reiterswiesen. Geduldig erklärt Papa Wienand, dass man sich vorsichtig bewegen muss und nicht schnell rennen darf - schon gelingt Noemi eine bunt schillernde Riesenzigarre.

Auf den Wiesen ist manche Decke ausgebreitet, hinter dem Tor duftet es verführerisch nach Frischgebackenem aus dem Schlossbackofen, aber hat dafür hat Museumspädagogin Renate Kiesel keinen Blick: Gleich beginnt ihre Familienführung durch die Sonderausstellung Zauberschloss und Märchenwald rund um die Gebrüder Grimm in der Museumsscheune. Davor ist eine Kreativwerkstatt mit allerlei Malutensilien aufgebaut. Das ist etwas für Johanna und Franka aus Griesheim, die zu Besuch bei Oma Doris sind. Große Hemden werden übergezogen, damit nur die Blätter bedruckt oder T-Shirts bemalt werden und nicht die Kleidchen. Johanna gestaltet ein T-Shirt für ihre Schulfreundin Lilly, die sie nach den Ferien endlich wieder sieht und Franka trägt noch Gold und Silber über die Farbschichten auf. Es soll eine Prinzessinnenbluse werden. Weil die Kunstwerke erst trocknen müssen ziehen die sechs- und neunjährigen Schwestern weiter zum Dosenwerfen und spielen Versteck zwischen Bäumen und der alten Kelter. Johanna bedauert: "Schade, dass wir schon wieder gehen müssen, es ist richtig cool hier"