Die Corona-Pandemie hat auch bei "local heroes Bayern" einiges durcheinandergewirbelt. Seit Frühjahr 2020 stehen die fünf besten Bands für den Landeswettbewerb fest. Doch auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer entwickeln sich weiter. Neu in die Top 5 sind mittlerweile "Brew Berrymore" und "Roadstring Army" aufgerückt. Gemeinsam mit "Stand Up Stacy", "Zeremony" und "Keep it close" treten sie auf dem "ab geht die Lutzi 2022" an.

2020 war kein gutes Jahr für kulturelle Veranstaltungen. Und auch 2021 hatte das Team von "local heroes Bayern" bis zuletzt gehofft. Doch dann der erneute Schlag. Das Corona-Virus machte dem gerade erst wieder zum Leben erweckten Landeswettbewerb einen weiteren Strich durch die Rechnung. Mittlerweile steht fest: Die fünf besten Bands des diesjährigen Bewerberfelds dürfen sich am 24. Juni 2022 auf dem "ab geht die Lutzi"-Festival in Rottershausen behaupten.

Die Lösung, die 2022 hoffentlich greifen wird: Sie nehmen "Brew Berrymore", "Stand Up Stacy", "Zeremony", "Keep it close" und "Roadstring Army" mit ins Jahr 2022, um dann eine hoffentlich fulminante zweite Ausgabe von "local heroes Bayern" auf dem "ab geht die Lutzi" zu präsentieren. "Diese Potenziale dürfen wir niemandem vorenthalten", verleiht auch Lisa Fuchs dieser Entscheidung noch einmal Nachdruck. Bis diese Top 5 feststanden, gab es jedoch einige Stolpersteine zu überwinden.

"Brew Berrymore" machen mächtig Laune

Neu im Teilnehmerfeld sind "Brew Berrymore" aus Regensburg. Die seit 2017 bestehende Band hatte sich 2020 bis in die Top 20 von "local heroes Bayern" vorgearbeitet und die Jury mit ihrem musikalischen Können überzeugt. Juror Oliver Strosetzki (Guitar Magazin, Musiker, Showleitung Emergenza München) war bereits bei der Abstimmung 2020 voll des Lobes: "Die herrlich schrillen Brew Barrymore überzeugen mit ihren ausgefuchsten Song Arrangements aus Synthesizern, treibenden Drums und lärmenden Gitarren, die gleichzeitig nach vorne gehen und mächtig Laune machen." Diese Einschätzung kann das "local heroes Bayern"-Team nach wie vor unterschreiben und ließ die Band jetzt für "Mary Lou", die eine Bandpause einlegen, nachrücken.

"Roadstring Army" sorgen für spannende Kombinationen

Und die Regensburger sind nicht die einzigen Neuzugänge. Erst Anfang März stand fest: "Roadstring Army" aus Ulm werden Teil des bayerischen Jahrgangs 2022. "Schon bei der Auswahl der Top 5 waren wir überzeugt: Diese Band muss unbedingt dabei sein", sagt Dani Straßner. Und das nicht nur, weil das "local heroes Bayern"-Team seither die außergewöhnliche Stimme von Sänger Basti nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Das Quartett, das nun anstelle von "Victoryaz" dabei sein wird, punktet mit einer spannenden musikalischen Mixtur. Denn hier treffen elektrische Gitarren nicht nur auf eingängige Hooklines. "Roadstring Army" stehen auch für handgemachten, rohen Rock mit anschmiegsamen Hip-Hop-Elementen. "Auf mehr als 200 Konzerten haben die Vier bereits begeistert", so Straßner weiter. "Wir freuen uns riesig, jetzt auch diese sympathischen, jungen Musiker bei uns begrüßen zu dürfen."

Corona hat den Kampfgeist für die Musik geweckt

"Stand Up Stacy", "Zeremony", "Keep it close" und nun auch "Brew Berrymore" sowie "Roadstring Army" - diese fünf Bandnamen klingen in den Ohren der Landesveranstalter von "local heroes Bayern" gerade wie pure Hoffnung in nach wie vor unsicheren Zeiten. "Die Situation ist für alle Kulturschaffenden nach wie vor nicht leicht", sagt Nicole Oppelt, die gemeinsam mit Lisa Fuchs, Dani Straßner und einem engen Kreis, bestehend aus Freunden und Bekannten, die bayerische Ausgabe von Deutschlands ältestem und größten Non-Profit-Nachwuchs-Wettbewerb stemmt. "Die einst so blühende Veranstaltungsbranche kämpft mit den Auswirkungen von 20 Monaten Pandemie. Die Zukunft vieler Künstlerinnen und Künstler scheint immer noch ungewiss." Die vergangenen eineinhalb Jahre hätten sie und ihre Kolleginnen und Kollegen in ihren Grundfesten erschüttert. Gleichzeitig habe Corona ihren Kampfgeist geweckt. "Gemeinsam mit dem Team des ,ab geht die Lutzi' haben wir nach einer Lösung für diese Misere gesucht", so Dani Straßner. "Für ,local heroes Bayern' und seine Kooperationspartner stehen die Interessen der teilnehmenden Bands im Vordergrund. Nach einem so langen Auswahlverfahren, das auch durch eine professionelle Jury begleitet wurde, wollten wir den Finalisten auf gar keinen Fall die Möglichkeit nehmen, sich auf dem weit über die fränkischen Grenzen hinaus bekannten Festival zu präsentieren."

Bands mit klaren Visionen

Und das sehen auch die Juroren so, die die Top 5 ausgewählt haben. Joachim Schulz (Initiator und Betreiber des Projektes Posthalle Würzburg) ist überzeugt: "Das Niveau fand ich diesmal deutlich höher als beim letzten Mal." Einer Einschätzung, der auch sein Jury-Kollege Jens Schneider (Musiker, Produzent unter anderem bei Joris, Elif, Max Giesinger, Adesse, Wincent Weiss) beipflichtet, wenn er sagt: "Diesmal sind einige Perlen dabei." Ihnen an schließt sich Oliver Strosetzki (Guitar Magazin, Musiker, Showleitung Emergenza München): "Die 20 Bands des diesjährigen bayerischen ,local heroes Contests' fallen durch ihr hohes musikalisches Niveau auf. Hier hat jede Band, die es so weit geschafft hat, ihre Hausaufgaben gemacht und präsentiert sich mit einer klaren Vision, wohin die Reise gehen soll." Trotz des hohen Niveaus lasse jedoch der eine oder andere Künstler etwas an Individualität, spielerischer Finesse und Abwechslung zu wünschen übrig. "Aber egal, der erste Schritt ist längst getan, und die Liebe zur Musik merkt man jeder Band deutlich an."

Schlagzeuger, Sänger und Produzent Felix Mannherz, der auf Bundesebene auch als Coach für "local heroes" tätig ist, zeigte sich ebenfalls begeistert von der Qualität des Teilnehmerfelds: "Gerade wenn es in Richtung Bundesfinale geht, finde ich es wichtig, dass die Bands schon eine gute Basis mitbringen, auf der man aufbauen kann und nicht an den Grundlagen arbeitet."

"Ich fand es tatsächlich sehr schwierig aus 20 Bands die besten fünf zu wählen, da viele von ihnen auf einem ähnlichen Level sind", beschreibt hingegen Jurorin Sabrina Lüftner (Veranstalterin, Bandbetreuerin, Tourmanagerin, Bookerin, Business-Coach bei Artistpool) das Dilemma, aus so vielen Talenten eine Auswahl treffen zu müssen. "Letztendlich habe ich die Bands ausgewählt, die für mich authentisch sind. Welche, deren Musik mich das "Brennen" und die Leidenschaft am besten haben fühlen lassen."

"Corona wird uns nicht die Freude an der Musik nehmen"

Gerade dieser letzte Satz von Sabrina Lüftner spricht auch dem Organisations-Team von "local heroes Bayern" aus der Seele. Denn genau diese Gedanken sind es, die sie ohne Furcht über diese nach wie vor schwierige Phase hinweggehen und voller Zuversicht in den Sommer 2022 blicken lassen. "Zusammen mit vielen wunderbaren Menschen, die hinter den Kulissen gemeinsam mit uns an einem Strang ziehen, sind wir wild entschlossen, den kommenden Sommer zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle Musikfreunde werden zu lassen. Corona darf und wird uns nicht die Freude an der Musik nehmen - ganz im Gegenteil", sagt Nicole Oppelt.