Obwohl die CSU die Wahl gewonnen hat, ist an diesem Abend niemanden zum Jubeln zumute. Die Christsozialen haben bei der gestrigen Landtagswahl die absolute Mehrheit verloren und kommen nur noch auf annähernd 35 Prozent der Stimmen (2013: 54,4 Prozent). "Das Ergebnis war keine Überraschung", kommentiert Sandro Kirchner, Kreisvorsitzender der CSU und Direktkandidat für den Stimmkreis Bad Kissingen. Die Umfragewerte der vergangenen Monate haben nichts anderes erwarten lassen. Und dennoch: "Wir haben mit unserem Team vor Ort versucht, das Beste zu geben. Da ist es schon eine sehr große Enttäuschung."

Seinen Sitz im Landtag hat der Elektroingenieur aus Premich aber verteidigt, auch wenn er diesmal Stimmen verloren hat. Mit 49,7 Prozent der Erststimmen (Stand: 21.05 Uhr) hat er das Direktmandat für den Stimmkreis errungen. Im Vergleich zur Landtagswahl 2013 hat er rund vier Prozent der Stimmen verloren und damit im Verhältnis deutlich weniger als seine Partei. Kirchner: "Das ist natürlich von der politischen Großwetterlage beeinflusst. Aber es zeigt, dass meine Arbeit der letzten fünf Jahre wertgeschätzt wird." Weil die CSU in Zukunft auf einen Koalitionspartner angewiesen ist, stellt er sich auf ein anderes Arbeiten im Parlament ein. Eine Aussage, wen er sich als Koalitionspartner wünsche, wollte er am Wahlabend nicht treffen. Dafür müsste erst das Ergebnis und die künftige Sitzeverteilung in München feststehen.