115 Musikanten und 85 Trachtler aus dem Gebiet des Oberen Werntales werden am Trachtenumzug des Oktoberfestes am 17. September in München teilnehmen. Damit alle auch den richtigen Schritt drauf haben, fand jetzt rund um die Oerlenbacher St. Burkhard-Kirche für die Musikanten eine Marschierprobe statt. Aus 13 Musikkapellen des Nordbayerischen Musikbundes (NBMB) setzt sich das Gemeinschaftsorchester zusammen. Die Musikanten kommen aus den Gemeinden Bergrheinfeld, Dittelbrunn, Euerbach, Geldersheim, Niederwerrn, Oerlenbach, Poppenhausen, Waigolshausen, Wasserlosen und Werneck, welche die "Interkommunale Allianz Oberes Werntal" bilden.


Mehrmals um die Kirche

Stefan Pfister, zugleich musikalischer Leiter der Blaskapellen Schnackenwerth und Werneck, führte den Zug an und schwang den Taktstock. In Siebener-Reihen ging es mehrmals um die Kirche, dann über die Hauptstraße und Kreisverkehr. Der Zug über die Hauptstraße musste sein, damit man von der Breite her eine ähnliche Situation vorfand, wie im Straßenverlauf des Oktoberfestzuges.
"Das Geradeaus marschieren macht keine Probleme, kritisch wird es erst in den Kurven. Da muss die innere Reihe kleine, die äußere große Schritte machen, damit man im rechten Winkel abbiegen kann. Da auch manche Straßenmärsche noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen sind, achten die Musiker zuerst auf die Noten anstatt auf die Füße", erklärte Oerlenbachs Bürgermeister Franz Kuhn. Er und seine Amtskollegen aus den Allianzgemeinden werden ebenfalls am Oktoberfestzug teilnehmen. Burkardusstraße, Pater-Koller-Straße, Schulstraße sowie der Rathausparkplatz waren das richtige Gelände um den Gleichschritt zusammen mit dem Frankenliedmarsch zu üben. Vor der Ehrentribüne in München muss dann der zweite Richard Stegmann Marsch "Gruß an Würzburg" erklingen, so wünscht es sich der Bayerische Rundfunk.


Dreispitz und Schultertuch

"32 Seiten schriftliche Anweisungen und Vorschriften müssen beachtet werden - so die E-Mail, die wir für die Vorbereitung erhalten haben", so Stefan Pfister. "Wichtig!: Für die Herren ist der Dreispitz, für die Frauen ist das Schultertuch vorgeschrieben.
Baby Anton Köhler, einige Wochen alt, der von seiner Mutter Andrea in einer Bauchtrage mitgeschleppt wurde, weil beide Elternteile Musikanten sind, störte das wenig. Friedlich schlief er in der Trage, während seine Mutter auf der Klarinette trillerte. Da beide am Ende der Formation liefen, konnte die Lautstärke dem Baby nicht schaden.


Allianz soll bekannter werden

Mit vier Bussen geht es bereits um vier Uhr am Morgen nach München bis dann um 10 Uhr der Trachtenumzug startet. "Das ist eine einmalige Sache. Wenn einem die Möglichkeit am Festzug teilzunehmen geboten wird, dann sollte man die Chance nutzen", so Bürgermeister Kuhn. Die Idee mit einem Gemeinschaftsblock von Musik und Trachten teilzunehmen, stammt vom Geldersheimer Bürgermeister Oliver Brust, der zugleich Vorsitzender des Trachtenverbandes Unterfranken ist. Seine Intuition war es, die "Interkommunale Allianz Oberes Werntal" über seine Grenzen hinaus bekannter zu machen. Seit 15 Jahren gibt es die Allianz der Gemeinden. Oerlenbach ist die einzige im Landkreis Bad Kissingen, welche der Allianz angehört, die anderen neun gehören zum Landkreis Schweinfurt. Der Parade gingen eine gemeinsame Musikprobe in einer Halle und eine Marschierprobe in Geldersheim voraus. "Es wird zwar stressig, denn wir müssen früh aufstehen und sieben Kilometer in München marschieren, trotzdem wird es für uns sicher ein unvergessliches Erlebnis werden", so Kuhn.