Noch einmal in digitaler Form - statt der eigentlich geplanten Präsenzveranstaltung - fand die Vollversammlung des Kreisjugendrings (KJR) Bad Kissingen statt. Vorsitzender Klaus Kippes freute sich trotz allem über eine rege Beteiligung der Mitgliedsverbände. Es nahmen mehr als 60 Delegierte und Gäste teil, unter ihnen Landrat Thomas Bold und Landtagsabgeordneter Sandro Kirchner, der aus München zugeschaltet war.

Verband übernimmt Testkosten

Der Vorstand des KJR hatte sich Gedanken gemacht, wie die Jugendarbeit bestmöglichst unterstützt werden könne. Unter anderem wurde beschlossen, dass für zuschussfähige Jugendbildungs- und Freizeitmaßnahmen notwendige Testkosten übernommen werden können. Habe eine Jugendorganisation des Landkreises aus zeitlichen, personellen oder anderen Gründen nicht die Möglichkeit, sich die Tests über den Landkreis zu organisieren, könnten die Schnelltests im Nachgang auch vom KJR gefördert werden.

Mehr Betreuer, weniger Teilnehmer

Wie bedeutend die Unterstützung der ehrenamtlichen Strukturen der Jugendarbeit im Landkreis ist, verdeutlichte der Vortrag der Kommunalen Jugendpflegerin und Jugendhilfeplanerin Melanie Schäfer. Sie stellte einen Überblick der Bestands- und Bedarfsermittlung zur Weiterentwicklung der Verbandlichen Jugendarbeit im Landkreis vor. Die Befragung hierfür fand 2019/20 statt und war damit bereits vor Ausbruch der Pandemie abgeschlossen. In den Ergebnissen könnten daher keine Schlüsse über deren Einfluss gezogen werden. Besonders eindrücklich sei, dass die Zahl der Ehrenamtlichen in der Verbandlichen Jugendarbeit in den vergangenen 20 Jahren um 57 Prozent gestiegen ist, während sich die Anzahl der Gruppenmitglieder um 17 Prozent verringert hat. Der Abschlussbericht soll dem Jugendhilfeausschuss im November vorgestellt werden.

Aktionen zur Bundestagswahl geplant

Auch die Bundestagswahl im September war Thema in der Vollversammlung. Die pädagogische Mitarbeiterin Isabella Reiner stellte gemeinsam mit Geschäftsführerin Melanie Müller geplante Aktionen anlässlich des Wahljahres vor. Für den 22. Juli ist in Kooperation mit den Kreisjugendringen Rhön-Grabfeld und Haßberge eine digitale Podiumsdiskussion mit den Direktwahlkandidaten des Bundeswahlkreises geplant. Des Weiteren werde in Kooperation mit dem Verein Pro Jugend am Wahltag eine Jugendwahl stattfinden. Hierzu ist der Kreisjugendring noch auf der Suche nach Engagierten, die in den Gemeinden ein Wahllokal betreuen. Interessierte werden gebeten, sich in der Geschäftsstelle des KJR zu melden.

Die Relevanz der Jugendarbeit hob Landrat Bold in seinen Worten an die Versammlung hervor. Er bedankte sich für die Kreativität, das Durchhaltevermögen und das Engagement während der Pandemie. Er versicherte, dass es in der Zukunft keine Mittelkürzungen für die Jugendförderung geben werde und unterstrich die enge Zusammenarbeit. Darüber hinaus informierte er die Anwesenden über die Öffnung der Jugendzeltplätze in diesem Sommer - mit Ausnahme des Zeltplatzes am Farnsberg. Zudem möchte der Landkreis die Jugendarbeit mit der Bereitstellung von Schnelltests für die Zeltlager der Bad Kissinger Gruppen unterstützen. Wie die Ausgabe der Tests organisiert werde, müsse intern noch geklärt werden.

Landtagsabgeordneter Kirchner bedankte sich bei allen in der Jugendarbeit Tätigen und betonte die Wichtigkeit gerade in der jetzigen Zeit. Er benannte Kinder und Jugendliche als Hauptleidtragende der Pandemie und ermutigte Delegierte und Gäste, mit ihren Anliegen oder Problemen die Politik auch direkt zu kontaktieren.