Leisten- und Bauchwandbrüchen gehören zu den unbekannteren Volkskrankheiten der Deutschen. Pro Jahr stellen Hernien (Eingeweidebrüche) mit bis zu 400.000 Fällen die häufigsten chirurgischen Eingriffe in der Allgemein- und Viszeralmedizin in Deutschland dar, wie die Helios Servicegesellschaft Süd GmbH erklärt.

Die medizinische Fachabteilung der Allgemein- und Viszeralchirurgie des Helios St. Elisabeth-Krankenhauses Bad Kissingen wurde zum insgesamt dritten Mal in Folge als Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie erfolgreich rezertifiziert. Die Klinik ist damit eine von insgesamt nur 100 Einrichtungen in Deutschland, die dieses hochkarätige Siegel verliehen bekommen haben. Eine wichtige Voraussetzung dafür war, dass man, trotz deutschlandweitem allgemeinem Rückgang elektiver Eingriff in den Corona-geprägten Jahren, die Anzahl an Hernien-Operationen auf hohem Niveau halten konnte und somit die Mindestanforderung zur Rezertifizierung erfüllen konnte.

Die durchschnittliche Rückfallquote und chronische Schmerzen nach einer Hernien-OP liegt in Deutschland bei bis zu 10%. Grund für diese teilweise lebenslangen und schweren Nebenwirkungen für Patienten ist neben der Komplexität der Eingriffe häufig die mangelnde Erfahrung des Operateurs. Mit MUDr. Pavol Klobusicky, Chefarzt für Allgemein- und Viszeralmedizin sowie Ärztlicher Direktor, und Dr. Peter Feyerherd, leitender Oberarzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie, hat das Helios St. Elisabeth-Krankenhaus Bad Kissingen zwei Chirurgen, die mit einer sehr hohen Anzahl an operierten Hernien zu den Experten auf diesem Gebiet zählen. Im Kollegialverbund leiten Sie das Kompetenzzentrum Hernienchirurgie, das daher auf ein breites Spektrum an operativen Möglichkeiten der Hernienversorgung in hoher Qualität zurückgreifen kann. Dabei werden je nach Art des Bruchs und individuellen Bedürfnissen des Patienten das geeignete und nach aktuellem wissenschaftlichen Erkenntnisstand beste Verfahren herausgefiltert. Die dafür notwendigen Behandlungsstandards wurden in den vergangenen Jahren stetig ausgebaut sowie das OP-Spektrum schrittweise erweitert.

„Wir freuen uns natürlich sehr über die erfolgreiche Rezertifizierung, da sie für den Laien ein klares Zeichen dafür ist, dass er bei uns mit seinen Hernien sehr gut aufgehoben ist. Dies haben unabhängige Expertin damit bescheinigt. Wir merken auch, dass sich diese Qualität herumspricht und die Patienten nicht nur aus der unmittelbaren Umgebung zu uns kommen. Dies entspricht dem Trend, sich seinen Operateur nach Qualifikation auszusuchen und kommt uns zugute“, so MUDr. Pavol Klobusicky.

Um den hohen Anforderungen gerecht zu werden und um auf dem aktuellen wissenschaftlichen Stand der Operationsmethoden zu bleiben und zu Fortbildungszwecken, nehmen die Operateure regelmäßig an hernienspezifischen Kongressen im In- und Ausland teil. Zudem wird mithilfe digitaler Datenerfassung in der sogenannten „herniamed-Datenbank“, einem bundesweiten Netzwerk von an Hernienchirurgie interessierten Chirurgen, nach Einverständniserklärung durch den Patienten, dazu beigetragen, eine der weltweit größten Herniendatenbanken zu befüllen. „Für die Patientinnen und Patienten hat dies den Vorteil, dass aus der Vielzahl wissenschaftlich ableitbarer Daten, zahlreiche Publikationen hervorgehen, die zum medizinischen Fortschritt in der Hernienchirurgie beitragen. Zudem profitieren Patientinnen und Patienten von einem speziell auf sie zugeschnittenen OP-Verfahren und einem verpflichtenden Nachsorgezeitraum von zehn Jahren. Letztlich erhöhen wir damit also die Behandlungsqualität für jede und jeden der mit seiner Erkrankung bei uns vorstellig wird,“ so Dr. Peter Feyerherd.