Die gute Nachricht zuerst: Das Konversionsteam ist komplett: Vor wenigen Tagen ist Matthias Endres, Verwaltungsfachwirt und Verwaltungsfachbetriebswirt zu dem Trio Cordula Kuhlmann (Leitung), Verena Mörsner und Katharina Heckelmann gestoßen. Das neue Quartett hat bereits mit Volldampf seine Arbeit aufgenommen.

Die schlechte Nachricht: Das ist auch absolut nötig. Denn die Bundeswehrreform trifft den Landkreis Bad Kissingen, insbesondere aber die beiden Standorte Hammelburg und Wildflecken, mit allerschwerster Keule: In Hammelburg fallen den Streichungen 1000 Dienststellen zum Opfer, in Wildflecken sind es 400. "Das sind in Hammelburg ein Viertel aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze, in Wildflecken sogar ein Drittel", sagt Cordula Kuhlmann.

Zusage aus München

Der Landkreis hat auf diese Entwicklung reagiert, denn, so Landrat Thomas Bold (CSU): "Da ist eine problematische Situation entstanden, die für die Kommunen alleine nicht verkraftbar ist." Deshalb hat der Landkreis in München die Förderung eines Konversionsmanagements beantragt, das Alternativen entwicklen und umsetzen soll für die verloren gegangenen Arbeitsplätze. Vor kurzem kam die Zusage aus München. Der Freistaat übernimmt 90 Prozent der erforderlichen 600.000 Euro, verteilt auf drei Jahre. Eine Option für weitere zwei Jahre ist möglich.

"Der Abbau hat uns erschreckt", meint Hammelburgs Bürgermeister Ernst Stross (SPD). Er sieht große Einbußen auf die Stadt zukommen, nicht nur wegen des Abzugs, sondern auch weil die Soldaten, die zusätzlich zur Ausbildung kommen werden, nicht mehr in der Stadt, sondern vorübergehend in der Kaserne leben werden - mit massiven Auswirkungen auf Handel und Gewerbe und soziales Leben auch in den benachbarten Wohngemeinden. Aber Hammelburg hat es noch vergleichsweise gut, weil sich die Stadt nicht auch noch um große frei werdende Liegenschaften kümmern muss.

Ein Abriss wäre zu teuer

Wildflecken hat es da ungleich schwerer, da es sich schon seit einigen Jahren bemüht, die ehemalige Rhönkaserne zum Gewerbepark "Kreuzberg" zu entwickeln - nicht ohne Erfolg, aber viel zu langsam. Acht der 20 Hektar sind, nachdem die Bundeswehr 1994 in die amerikanische Kaserne umgezogen war, bereits privatisiert. Vier Hektar hat die Gemeinde erworben. Auf dem verbleibenden Gelände stehen zehn militärische Gebäude. Den Abriss kann sich die Gemeinde nicht leisten, denn ihr Anteil an den Kosten läge bei 160.000 Euro. Bürgermeister Alfred Schrenk (SPD) sieht Grenzen erreicht: "Unsere Verwaltung kann das auf Dauer nicht leisten. Deshalb versprechen wir uns viel vom neuen Konversionsmanagement."

Bold kritisiert - und Stross und Schrenk nicken zustimmend - dass es noch keinen gesonderten Fördertopf für Konversionsmaßnahmen gibt: "Wenn die Wildfleckener eine Panzerstraße zurückbauen, bekommen sie die üblichen 80 Prozent Förderung. Aber die restlichen 20 Prozent stellen die Gemeinde schon vor Probleme. Das Geld muss sie ausgeben, ohne auch nur einen Euro in die Zukunft zu investieren."

Basis für neue Arbeitsplätze

Das Konversionsteam hat, basierend auf seinen Erfahrungen aus dem Regionalmanagement, einen ersten Maßnahmenkatalog für die beiden Gemeinden erstellt, der nicht nur auf gewerbliche, sondern auch touristische Entwicklungsmöglichkeiten zielt und der die Basis für die Schaffung neuer Arbeitsplätze bedeuten kann. Da gilt es jetzt einige dicke Bretter zu bohren.