Gewalt gegen Polizisten geht gar nicht, da gibt es keine Diskussion. Das ist eine rote Linie, die keine Generation überschreiten darf, schon gar nicht, um den Protest an Staat und Gesellschaft an Menschen in Uniform auszulassen. Deshalb darf sich ein Vorfall wie am Wochenende in Hammelburg auf keinen Fall wiederholen und muss auch juristisch verfolgt werden.

Trotz aller Kritik dürfen wir aber das Grund-Problem nicht verschweigen! Jugendliche und junge Erwachsene sind in der Corona-Pandemie mehrfach übersehen worden: Milliarden-Hilfen gab es für die Wirtschaft. Besonders gefährdete Gruppen, allen voran die Senioren, wurden besonders geschützt und vorrangig geimpft, können jetzt wieder mehr Freiheiten genießen.

Und die Jungen? Wer gerade im dritten Semester studiert, hat noch nie eine Uni von innen gesehen. Schüler sitzen mit Masken im Unterricht, während in Großraumbüros und im Schichtbetrieb nicht einmal Testzwang herrscht. Weil sie so laut gejammert haben, verpflichtete die Politik die Betriebe gerade einmal - und viel zu spät - dazu, auf Nachfrage Tests zur Verfügung zu stellen. Schon jetzt ist absehbar, dass die Schulen im Herbst nicht für eine mögliche vierte Welle gerüstet sind.

Die Lobby für die Jugend war schon immer dünn: Zwar war jeder mal jung, aber die Erinnerung daran wird wahlweise verdrängt oder verklärt. Eineinhalb Jahre Shutdown bleiben nicht ohne Folgen, gerade in der Lebensphase, in der Heranwachsende eigentlich die Welt erobern wollen. Es ist höchste Zeit, dass Jugendliche und junge Erwachsene ins Zentrum politischer Überlegungen rücken: Macht die Jugendräume auf, gebt das impfen frei, schafft Raum für sinnvolle Beschäftigungen, soziale Kontakte und natürlich auch Partys!