Vom Hallenbad bis zum Hotel: Fünf Großprojekte stehen in den nächsten Jahren an der Kisssalis-Therme an. Mehr als 33 Millionen Euro wollen die Stadtwerke Bad Kissingen als Eigentümer und die Sonnenhotels Deutschland GmbH als Hotelbetreiber in Erweiterungs- und Neubauten rund um das Thermalbad stecken. "Wir haben dort oben alle Hände voll zu tun", sagt Manfred Zimmer, Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Kissingen.

Derzeit ist die Freude groß, dass das wichtigste Vorhaben einen entscheidenden Schritt getan hat. Vor einer Woche hatten Stadt und Stadtwerke die Sonnenhotels Deutschland GmbH aus Investor präsentiert. Das Unternehmen will ein Vier-Sterne-Haus an der Therme bauen und betreiben. "Wir sind glücklich, dass sich das so herauskristallisiert hat. Damit ist eine große Unbekannte weg", sagt Zimmer. Jetzt können die übrigen Projekte vorangetrieben werden, allen voran der Neubau für das städtische Hallenbad und die Anbauten für Sauna- und Wellnesslandschaft (siehe Infokasten). Zuletzt hatte sich der Zeitplan deutlich verzögert.

Hallenbad-Neubau mit Hotel fertig

Am konkretesten ist die Aufstockung des Sauna-Ruhebereichs. Hier sollten bereits im August die Bagger anrollen. "Wir haben die Umsetzung verschieben müssen", berichtet der Stadtwerke-Chef. Den Winter über soll nicht gebaut werden. Zum einen um Probleme wegen der Witterung zu vermeiden, zum anderen um den Betrieb in der besucherstärksten Zeit des Jahres nicht zu beeinträchtigen. Zimmer will außerdem vermeiden, dass die Kisssalis länger als nötig zur Großbaustelle wird. Das Arbeiten für das Hallenbad und das private Hotelprojekt werden deshalb koordiniert und laufen parallel. Damit müssen Bad Kissingens Schwimmer allerdings deutlich länger auf das neue Bad warten (anfangs hatten die Stadtwerke eine Eröffnung 2019 zum Ziel). Aber: "Für uns ist wichtig, dass Hotel und Hallenbad gleichzeitig fertig sind", betont er.

Gleiches gilt für den Anbau für den Wellnessbereich. Der hat betriebsbereit zu sein, wenn das Hotel öffnet. Hotelgäste können über einen 40 bis 50 Meter langen Bademantelgang in die Therme laufen. Dieser Gang soll direkt in den Anbau führen. Zimmer. "Wir stehen hier in Abstimmungen mit dem Investor."

Dass die Kisssalis für zehn Millionen Euro und mehr erweitert wird, ist für Sonnenhotels Geschäftsführer Andreas Dörschel nebensächlich. "Die Therme an sich ist ein Highlight", sagt er. Sein Hotel wächst nahe zum Außenbereich der Saunalandschaft in die Höhe. Drei Geschosse mit Gästezimmern und ein Dachgeschoss mit Restaurant sind vorgesehen. Damit Hotelgäste nicht von oben in den Saunapark schauen, gibt es ein Sichtschutzkonzept. Dazu gehören immergrüne Pflanzen und ein Sichtschutz an der Hotelfassade. Filigrane Elemente verhindern den Durchblick nach oben und unten, der Blick in die Ferne werde dagegen nicht verwehrt. "Das ist außergewöhnlich, was sich die Architekten haben einfallen lassen", schwärmt der Hotelier.

Dörschel kalkuliert, dass jährlich im Schnitt mindestens zwei von drei Zimmern belegt sind. Hochgerechnet auf 136 Zimmer sind das 30 000 gebuchte Nächte beziehungsweise 62 000 Gäste.

Die Erweiterungsprojekte an der Kisssalis-Therme im Überblick

Hotel Auf dem 13 650 Quadratmeter großen Areal südwestlich der Therme plant die Sonnenhotels Deutschland GmbH das Hotel inklusive Parkdeck. Kosten (alle Angaben nach derzeitigem Planungsstand): 23,6 Millionen Euro. Baustart: 2019. Eröffnung: 2021.

Hallenbad Oberhalb der Zufahrt zum Wohnmobilparkplatz soll der Ersatzneubau für das städtische Hallenbad entstehen. Das Sportbad soll zeitlich parallel zum Hotel gebaut und fertiggestellt werden. Kosten: acht Millionen Euro.

Sauna Der Ruhebereich des Saunaparks soll aufgestockt und um 760 Quadratmeter vergrößert werden. Auch die Fitnessarena wird in dem Zug etwas vergrößert. Kosten: 1,6 Millionen Euro. Baubeginn: Frühjahr 2019. Fertigstellung: zweites Halbjahr 2019.

Wellness Der Wellnessbereich soll ebenfalls um 450 bis 500 Quadratmeter wachsen. Das Angebot an Massageplätzen, Softpack-Liegen und Beauty-Dienstleistungen wird vergrößert und ergänzt. Konzeptentwicklung und Planungen laufen, zu Kosten, Baustart und -dauer sind laut Stadtwerken derzeit keine verlässlichen Angaben möglich.

Parken Die Stadtwerke überlegen, wie Wohnmobil-Stellplätze und Parkplätze um die Therme neu angeordneten werden