Bad Kissingen — Lass uns tanzen und die Welt wird viel schöner und friedlicher. Dieser Gedanke ging einem durch den Kopf, als man im Rahmen des "Bad Kissinger Lichterglanzes" ein Kinderballett im Rossini-Saal besucht hatte. Da standen eine Stunde lang elf junge Mädchen der Choreografieschule "VEK" Moskau auf der Bühne und zeigten Ballettfiguren, Pirouetten und Drehsprünge mit einer Leichtigkeit und Professionalität, die verblüffte.

Ekaterina Vladimirova, die Leiterin der Schule, hat sich alle Choreografien selbst ausgedacht und einstudiert. Nach einer Aufführung in Italien und Frankfurt ist die Kurstadt ein weiterer Ort für ihre Darbietungen. In Bad Kissingen ist die quirlige Truppe bereits zum zweiten Mal. Sowohl in bunten Kostümen einer Tanzgruppe als auch im "Tutu" als Solotänzerinnen, bewegten sie sich mit traumhafter Leichtigkeit und Grazie zu Melodien klassischer Ballettmusiken. Dabei erklangen so berühmte Weisen wie der "Schneeflockenwalzer" aus dem "Nussknacker" von Peter Tschaikowsky, Camille Saint-Saëns' "Der Schwan" aus dem "Karneval der Tiere", Léo Delibes "Mäuschen-Mauser" oder Léon Minkus "Kitri" aus "Don Quixote".
Zwischen viereinhalb und 14 Jahre waren die Mädchen erst alt, aber man hatte das Gefühl, als würden sie schon ewig tanzen. Schon nach den ersten Tänzen - dem spanischen, dem chinesischen und dem russischen Tanz - hatte man die Mädchen in die Herzen geschlossen.
Ekaterina Vladimirova ist professionelle Lehrerin für klassischen Tanz. Ihr Mann Jurij Vladimirov ist Solotänzer am berühmten Bolschoi-Theater in Moskau. Ekaterina Vladimirova hat auch eine sehr ansprechende Choreografie erarbeitet, die dem Wesen und Können der jungen überaus talentierten Mädchen gerecht wurde. Dazu die reizvolle Ballettmusik - man kam unwillkürlich ins Schwärmen.

Probleme mit der Bühne

Dabei hatten es die Mädchen mit der Bühne nicht leicht. Wie bei der vorangehenden Probe festgestellt wurde, war der Parkettboden sehr glatt, so dass die Kinder rutschten. Daher musste auf drei überaus anspruchsvolle Tänze verzichtet werden, obwohl man versucht hatte, dem Boden die Glätte zu nehmen. In der Vorstellung ging dann alles problemlos über die Bühne. Keines der Mädchen rutschte aus oder fiel hin.
Mit riesigem Applaus bedankte sich das Publikum bei den vor Lebensfreude sprühenden Ballettmäuschen. Ihnen flogen die Herzen nur so zu. Ach wenn nur Völkerverständigung immer so leicht wäre.