Der Nüdlinger Gemeindebücherei fehlt es an jugendlichen Lesern. Dies war eine der Kernaussagen in Hubert Zieglers Jahresbericht vor dem Gemeinderat.
Zwar steige die Zahl der Online-Downloads, doch gehören diese 50 Nutzer überwiegend zu den jüngeren Erwachsenen. Der Medienbestand konnte um etwa 300 auf heute fast 8800 vermehrt werden.
Weitere knapp 14 000 Buch-Lizenzen können im elektronischen Medienverbund angeschlossener Büchereien hinzugezählt werden.
Insgesamt waren im vergangenen Jahr 1138 Leser in der Gemeindebücherei gemeldet, sagte der Büchereileiter, die im Jahresverlauf fast 13 300 Medien, davon 900 Downloads über das Internet, ausgeliehen haben. Neuanmeldungen habe es 70 gegeben. Allerdings nutzten nur 530 Entleiher dieses Angebot regelmäßig. Dennoch seien die Zahlen der über 4100 Besuche in der Bücherei und der 3200 Kontakte auf der Bücherei-Homepage "doch ganz ordentlich". Zieglers beste Kunden sind die 40- bis 65-Jährigen sowie Kinder bis zehn Jahre.


Computer als Konkurrenz

Ältere Schulkinder und Jugendliche scheinen von Schule und Ausbildung zu stark eingebunden zu sein. Zudem seien wohl Smartphone und Computer verlockender, vermutet Ziegler. "Für dieses Alter ist unsere Bücherei nur ein beliebiges Freizeitangebot wie viele andere, mit dem sie im Wettbewerb steht." Zudem seien die Schüler bis 16 Uhr durch Pflichtaufgaben vereinnahmt und hätten kaum noch freie Zeit.
Anders ist es bei Grund- und Vorschülern. Hier wirkt sich Zieglers vielfältige Öffentlichkeitsarbeit aus. "2015 waren wir sehr aktiv." Gute Partner sind Kindergarten und Schule. Im Rahmen der Ganztagsbetreuung wurde fast jede Woche eine Gruppe durch die Bücherei geführt und in deren Nutzung eingewiesen. Denn wichtig zur Lesergewinnung sei es, so Ziegler, die Kinder in die Bücherei zu holen. "Denn vielfach holen Erwachsene die Bücher für ihre Kinder ab."


Vorschüler gewinnen

Drei von sechs seiner freien Lesetreffs für Sechs- bis Neunjährige hätten allerdings abgesagt werden müssen. Überdies sei die Werbung von Schulanfängern ein zu später Ansatz. Ziegler will künftig stärker auf die Vorschüler im Kindergarten zugehen und mit kostenlosen Leserausweisen eine frühzeitige Bindung zur Bücherei aufbauen. Die Klassenlesungen in den fünften bis neunten Klassen mit altersgerechten Themen vom Krimi über Geschichte bis hin zum Rollenverhalten seien bei den Teilnehmern zwar beliebt, doch ist die Motivation zum Lesen sehr schwierig. "Wir haben fast keine Teens in der Bücherei."
Die auf Erwachsene ausgerichtete Öffentlichkeitsarbeit ist nach Zieglers Meinung zufriedenstellend. Zu den fünf Filmabenden des vergangenen Jahres kamen insgesamt 90 Zuschauer, bei Autorenlesung, Musikabend und Weihnachtsabend waren es zusammen 160.
"Unsere Öffentlichkeitsarbeit läuft gut", verwies Ziegler zusammenfassend auf das vielfältige Angebot der Nüdlinger Gemeindebücherei. "Deren Akzeptanz ist Sache der Bevölkerung."