"Wir sind sehr dankbar hier in Deutschland zu sein", sagt Otari, der mit seiner Familie an einem Begegnungsnachmittag für Menschen aus der Ukraine am Stadtstrand teilnimmt. Das Treffen wurde durch die Heiligenfeld GmbH und das Landratsamt Bad Kissingen organisiert. "Wir sind glücklich in einer Demokratie zu leben. Hier haben unsere Kinder eine Zukunft!", lächelt er.

Aus politischen Gründen geflohen

Mit seiner Frau Lusine und den drei Kindern ist er bereits seit 2019 in Bad Kissingen, nachdem sie aus politischen Gründen ihr Heimatland verlassen mussten. Die Oma der Kinder ist im März vor dem Krieg geflüchtet und nach Bad Kissingen nachgekommen.

In ruhiger Atmosphäre austauschen

"Wir wollten etwas für die Menschen vor Ort tun", erklärt Michael Lang, Geschäftsführer der Heiligenfeld GmbH, den Ursprung der Idee, "sie sollen sich in ruhiger und entspannter Atmosphäre unterhalten, austauschen und kennen lernen können."

Mit Unterstützung des Landratsamtes wurden alle in der Stadt lebenden Ukrainerinnen und Ukrainer angeschrieben. Derzeit sind das ungefähr 400 Menschen, angemeldet für den Begegnungsnachmittag haben sich knapp die Hälfte. "Im gesamten Landkreis sind momentan mehr als 1300 ukrainische Flüchtlinge gemeldet - damit ist die Quote des Landkreises übererfüllt", hält stellvertretender Landrat Gotthard Schlereth fest. Er ist dankbar, dass die Heiligenfeld GmbH diese Idee hatte.

Für alle Menschen aus der Ukraine im Landkreis geplant

"Wir möchten diesen Begegnungsnachmittag aber allen im Landkreis lebenden Menschen aus der Ukraine ermöglichen", sagt Stephan Greb, ebenfalls Geschäftsführer bei Heiligenfeld, "deshalb planen wir noch weitere Termine."

Der Nachmittag wurde mit Essen, Trinken und Gesprächen bewusst schlicht gehalten, denn "weniger ist mehr. Ein großes Programm wäre der Situation nicht angemessen gewesen", erklärt Lang. Für die Kinder war Ablenkung durch das Spielemobil KiKiBu geboten.

Kinder haben in Deutschland Zukunft

Otari und seine Familie wollen in Bad Kissingen bleiben. Lusine ist froh, dass sie inzwischen Arbeit in einem Pflegeheim gefunden hat, die Kinder gehen hier in die Schule: "In Deutschland können die Kinder eine Ausbildung oder Abitur machen, wenn sie etwas im Kopf haben. In der Ukraine braucht man dazu Geld."