Arbeiten im Schichtsystem
An den anderen Öffnungstagen arbeiten entweder Greb oder ihre Mitarbeiterin Roberta Hauke abwechselnd, quasi im Schichtbetrieb. Der Friseursalon verfügt nur über vier Plätze; in voller Besetzung und mit Männlein und Weiblein gemischt würde es zu eng und unübersichtlich werden. So weilen im Salon immer nur eine Friseurin und zwei Kunden. "Die Tür bleibt geschlossen. Wir sehen, wenn jemand kommt und lassen ihn rein", so Greb.
Diskussionen führt die Altengronauerin nach eigenen Worten manchmal mit Männern, die sich nicht die Haare waschen lassen wollen. "'Das können wir doch selber daheim", heißt es dann." Doch es gehöre zu den Auflagen in der Krise, dass keine Trockenhaarschnitte erlaubt seien.
Beim Friseur Jaksch in Euerdorf läutete das Telefon seit Montagmorgen ununterbrochen, berichtet Inhaber Heiko Jaksch auf Anfrage. "Die Kunden warten sehnlichst auf einen Friseurtermin."
Der Salon arbeitet vor allem feste Terminvereinbarungen ab; Laufkundschaft, zu der meist Männer gehören, besitzt schlechte Chancen dranzukommen. Tendenziell haben Frauen terminlich vorgesorgt, heißt es. Unterschiede zwischen Männlein und Weiblein werden aber nicht gemacht."Jeder kommt der Reihe nach dran."
Wegen der Corona-Auflagen muss bei Jaksch mindestens die Hälfte der elf Plätze freibleiben; nur an fünfen wird gearbeitet. Der höhere Aufwand wird über die Preise geringfügig auf die Kunden umgelegt.
Kein Rasieren, kein Bartstutzen
Vor der Krise empfing Fisherman's Barbershop in Münnerstadt 80 Prozent Männer und 20 Prozent Frauen. Inhaber Stefan Fischer glaubt, dass sich das Verhältnis zugunsten der Kundinnen angleichen wird. Zumal er momentan keine Rasuren durchführen oder Bärte schneiden darf. Gesichtsbehandlungen sind allgemein untersagt.
Gewöhnungsbedürftig findet der Barbier, dass alle Maske tragen müssen. "Das ist nicht unbedingt angenehm, das Geschnaufe mit Brille", schildert Fischer seine Erfahrungen. Wenn es ums Schneiden rund um die Ohren gehe, müsse der Kunde die Maske teilweise abziehen und mit der Hand festhalten. Ein umständlicher Akt.
Für die nächsten vier Wochen ist der Barbershop ausgebucht, sagt der 58-Jährige. Wobei sich bei der Terminvergabe nicht viel verändert hat. Seit 1985 arbeitet Fischer fast nur mit festen Absprachen. Klärungsbedarf gab es nur mit den Kunden, die Termine während der Schließzeit gebucht hatten. Die werden in den nächsten Wochen nachgeholt.