Sechs Wochen Schulferien können lang sein, wenn die Eltern arbeiten müssen und sich keine Großeltern um die Kinder kümmern können. Da kommt die Betreuung durchGenerationen-Netz Bad Kis singen und Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt gerade recht. Sie richtet sich in erster Linie an Alleinerziehende und berufstätige Mütter und Väter, die in den Ferien Probleme mit der Betreuung ihrer Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren haben, weil sie arbeiten müssen.

Jacob, Max, Lukas und den anderen Kindern wird während der zwei Wochen im Jugend- und Kulturzentrum (Jukuz) viel geboten. Um 7.30 Uhr geht die Türe auf, denn dann sind die Betreuer da. Jana Müller, die die Fachoberschule in Bad Neustadt (Sozialwesen) besucht, Stefanie Schäfer, die am Berufsbildungszentrum (BBZ) in Münnerstadt eine Ausbildung als Erzieherin absolviert, sowie der pensionierte Lehrer Peter Iberl aus Oerlenbach betreuen die Mädchen und Jungen bis um 17 Uhr, wenn sie wieder abgeholt werden.

In der ersten Woche waren 20 Kinder dabei. In der zweiten Woche werden 18 Kinder betreut, deren Väter und Mütter arbeiten müssen. Acht Kinder wurden für beide Wochen angemeldet. Und einige haben schon im vergangenen Jahr mitgemacht, wie Christine Müller und Rosalinde Heider erzählen, die die Aktion über das Büro des Mehrgenerationenhauses organisiert haben.


Vor allem der Kuchen begeistert

Was sagen die Kinder? "Mir machen die Spiele hier großen Spaß", meint Max (neun Jahre). Schließlich gibt es im Jukuz auch einen Kicker und ein Turnier-Dart. Den Kuchen lobt er auch sehr, "der ist klasse!". Lukas (10) spielt sehr gerne Billard, auch ihm und Jacob hat es der Kuchen angetan, "und die Dampferle-Fahrt war einfach toll". Jeden Tag steht Rosalinde Heider in ihrer Küche und backt den so hochgelobten Kuchen. Nur wenn diese samt Betreuern unterwegs ist, gibt es ein Picknick. In der vergangenen Woche waren die Mädchen und Jungen mit dem Dampferle auf der Saale unterwegs und besuchten das Museum in Euerdorf. Diese Woche dürfen sie sich auf einem Besuch bei der Freiwilligen Feuerwehr Bad Kissingen und auf die Museen in Aschach freuen.

Im Programm stehen noch andere Aktivitäten: Malen, ein Tierlied einstudieren, Morgenkreis und Abendkreis, Tiermasken basteln, für das Abschlussfest üben. Jana Müller, Stefanie Schäfer und Peter Iberl wissen ihre Schützlinge im Alter von sechs bis zehn Jahren sinnvoll zu beschäftigen.

Eine Ferienbetreuung kostet Geld. Die Eltern müssen 60 Euro pro Woche selbst aufbringen. In diesem Preis sind das Mittagessen in der Kantine des AFZ und ein Nachmittagsimbiss enthalten. Wenn Eltern diese Summe nicht zahlen können, gibt es Unterstützungsmöglichkeiten. Damit könne die Betreuung noch nicht finanziert werden, sagen Christine Müller und Rosalinde Heider. Deshalb sind Sponsoren - Firmen, Organisationen und Privatpersonen - mit im Boot. Ob die Aktion auch im nächsten Jahr weitergehen kann, wissen Müller und Heider noch nicht.

Sie wollen die Eltern ansprechen, ob Bedarf besteht. Eine weitere Frage ist, ob es auch für 2016 Sponsoren gibt. Beide verweisen darauf, dass inzwischen manche Gemeinden in der Nachbarschaft ein ähnliches Angebot haben. Zunächst aber freuen sie sich auf das Abschlussfest am Freitag im Jukuz, an dem alle beteiligten Kinder und ihre Eltern sowie die Sponsoren teilnehmen können.