Die aus Garitz stammende Romanistin Dr. Julia Borst (39) wird Anfang Mai mit dem Heinz Maier-Leibnitz-Preis 2021 geehrt. Dies geht aus einer Mitteilung der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG, Bonn) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) hervor. Die mit 20 000 Euro dotierte Auszeichnung ist der in Deutschland wichtigste Preis für wissenschaftlichen Nachwuchs.

Julia Borst ist seit 2015 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaften an der Universität Bremen und seit 2018 stellvertretende Sprecherin des dortigen Instituts für postkoloniale und transkulturelle Studien. "Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung", ist Julia Borst dankbar für diese Anerkennung ihrer wissenschaftlichen Arbeit und ihres Engagements für ein bislang nur wenig beachtetes Forschungsgebiet. "Der Preis motiviert mich, diesen Weg auch in Zukunft weiterzugehen."

Der Heinz Maier-Leibnitz-Preis ist zwar der wichtigste Preis in ihrer wissenschaftlichen Laufbahn, aber nicht die erste Auszeichnung der Garitzerin. Schon vor fünf Jahren erhielt sie den Berninghausen-Preis der Universität Bremen in der Kategorie "Hervorragend gestaltete Lehrveranstaltung im Sinne des forschenden Lernens", 2019 folgte der mit 5000 Euro dotierte Sibylle Kalkhof-Rose Akademie-Preis für Geisteswissenschaften. Doch bis zu diesen ersten Erfolgen war es ein langer Weg.

Nach ihrem Abitur am Jack-Steinberger-Gymnasium (2000) - "Meine Leistungskurse Englisch und Französisch haben mir die berufliche Richtung gewiesen." - studierte Borst an der Universität Freiburg (Breisgau) die Fächer "Romanische Philologie: Französisch und Spanisch" sowie Wirtschaftspolitik. Bis zu ihrem Magister (2007) schob sie zwei Semester als Erasmus-Studentin an der Universität in Nizza (2002/2003) ein und machte im Sommersemester 2005 ein Marketing-Praktikum in Madrid.

Im Jahr 2008 begann sie an der Universität Hamburg an ihrer Promotion im Fachbereich "Romanische Philologie/Literaturwissenschaft" zu arbeiten, war dort ab 2010 zunächst als Lehrbeauftragte am Institut für Romanistik, nach ihrer Promotion bis zum Wechsel an die Universität Bremen (2015) als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig. In Bremen setzte Borst die Forschungsarbeit fort, deren Richtung sich bereits in ihrer Dissertation über literarische Darstellungen von Gewalt und Trauma in französischsprachigen Gegenwartsromanen aus Haiti (Karibik) abzeichnete, ein in der Romanistik noch wenig bearbeitetes Thema. Darauf aufbauend veröffentlichte sie 2015 ihr Buch "Gewalt und Trauma im haitianischen Gegenwartsroman".

Seit August 2018 arbeitet die Wissenschaftlerin zur Vorbereitung ihrer Habilitation an ihrem eigenen, von der DFG mitfinanzierten Forschungsprojekt "Die spanische Black Diaspora: Afro-spanische Literatur im 20. und 21. Jahrhundert". Darin geht es um spanischsprachige Literatur von Autorinnen und Autoren afrikanischer Herkunft, die sich in ihren Werken mit den Lebenswelten afrikanischer oder von dort stammenden Menschen in Europa und vor allem in Spanien befassen.

Die Deutsche Forschungsgesellschaft hob anlässlich der Preisvergabe "ihre Vielsprachigkeit, theoretische wie methodische Vielseitigkeit und eine dialogbezogene, ethisch verantwortungsvolle Herangehensweise" als besondere Kennzeichen von Borsts Arbeit hervor. Ihre jetzt mit dem Heinz Maier-Leibnitz-Preis ausgezeichnete Forschung würdigten ihre Universität und die Bremer Wissenschaftssenatorin Claudia Schilling mit den Worten: "Es ist eine Ehre für den Wissenschaftsstandort Bremen, eine so ausgezeichnete Nachwuchswissenschaftlerin an unserer Universität zu wissen."