Montag Nacht war es soweit. Wochenlang hat Peter Hofmann darauf gewartet. Gefiebert. Um 0.30 Uhr hatte das Warten ein Ende. Er war da, Agent 007, Bond - James Bond.

Zugegeben, nicht persönlich. Vielmehr in seinem 23. offiziellen Einsatz als britischer Geheimagent, gespeichert auf einer handlichen, unscheinbaren Festplatte. Versiegelt und verschlüsselt. Ein UPS-Fahrer chauffierte Bond bis vor die Tür. Per Unterschrift musste Hofmann bestätigen, dass der Film bei ihm angekommen ist, behütet und wohlbehalten. Sicher ist sicher. Heute zeigt der Kinopalast "James Bond 007 - Skyfall" erstmals in der Vorpremiere.

Bond hatte einige Kilometer hinter sich gebracht. Von London machte er seinen Weg über eine Auslieferungsfirma in Ludwigsfelde direkt nach Bad Kissingen. Noch in derselben Nacht wurde der Film von der Festplatte auf den zentralen Server überspielt.


Zwei Codes direkt aus London


Damit war es noch nicht getan, der Film noch nicht auf der Leinwand. Erst ein Code konnte den Action-Thriller endgültig freischalten. Der kam um 3.53 Uhr per E-Mail aus London, gilt aber erst ab Donnerstag, dem regulären Kinostart von James Bond. Für die heutige Vorpremiere gab es dagegen gestern Nachmittag einen extra Code.
Gleich zwei Verschlüsselungen - man könnte meinen aus zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen. Vielmehr ist die Doppelung laut Hofmann auf eine Panne bei Sony zurückzuführen.

Hofmann musste mehrere Verträge abschließen, mehr als bei anderen Filmen. Musste genau festlegen, wann und wie oft er den Film zeigt, dass er ihn nicht an Dritte aushändigt. Und er musste garantieren, dass der Raum, in dem der Server und die Festplatte sind, nachts sicher versperrt sind. "Bei Skyfall sind die Vorkehrungen schon strenger als normal", sagt der Kinobesitzer.


Letzter Twilight-Film schon jetzt begehrter


100 Plätze sind für heute Abend vorreserviert. 100 von 236. "So viele Reservierungen sind schon selten", sagt Hofmann. Nur der neue Kinofilm der Twilight-Saga, "Breaking Dawn - Biss zum Ende der Nacht", konnte das toppen, obwohl der erst in zwei Wochen anläuft. Bei ihm hat Hofmann bereits 138 Karten verkauft.

Auch für Mittwochabend rechnet Hofmann freilich mit vollem Haus, dass der Kinosaal 1 aus allen Nähten platzt. Nicht nur heute bei der Vorpremiere, sondern vor allem morgen am Feiertag: "Da erwarten wir den großen Hammer."

Hofmann ist echter James Bond-Fan. Keinen einzigen Film hat er verpasst. "Schon früher als Jugendlicher hab' ich mir alles angesehen", erzählt er. Sein absoluter Lieblings-Bond ist Daniel Craig. "Er verkörpert die neue Zeit, und ich gehe mit der Zeit."

"James Bond ist einer der Highlight-Filme 2012", sagt Hofmann. Insgesamt rechnet er mit 5000 Kinobesuchern in Bad Kissingen. Zum Vergleich: Bei Titanic waren es 29.000. Heute Abend sitzt Hofmann mit im Kinosaal 1. "Das lass' ich mir nicht nehmen."