Die Heiligenfeld Kliniken vergrößern sich weiter: Der Klinikbetreiber hat in den vergangenen Jahren viel in Standorte außerhalb des Firmensitzes investiert und Kliniken in Uffenheim, Berlin und zuletzt in Bad Wörishofen eröffnet. Jetzt steht wieder eine größere Investition zuhause bevor. An der Fachklinik in der Euerdorfer Straße sollen zwei Gebäude um eine Etage aufgestockt werden, um mehr Platz für Patientenzimmer zu schaffen.

28 Betten mehr

Pressesprecher Thorn Plöger verweist darauf, dass den Heiligenfeld Kliniken im Landeskrankenhausplan zuletzt zusätzliche 28 Betten bewilligt wurden. Um diese künftig belegen zu können, will das Unternehmen sein Stammhaus in Bad Kissingen erweitern. "Das brauchen wir, um dem Landeskrankenhausplan gerecht zu werden und um die 28 Betten umsetzen zu können", sagt Plöger. Ein Bauantrag ist dazu der erste Schritt. Zum Investitionsvolumen und einem zeitlichen Rahmen könne das Unternehmen derzeit noch keine verlässlichen Aussagen treffen.

Die Fachklinik ist das Stammhaus des Unternehmens. Sie wurde im Oktober 1990 eröffnet. Bei ihr handelt es sich laut Plöger um ein Fachkrankenhaus für psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Die Behandlung dort wird von den Gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Sie dient der Akutversorgung, nicht der Reha. Aktuell gibt es dort 135 Betten, die dann auf 163 Betten aufgestockt werden. Krankheitsbilder der Patienten reichen von Depressionen über Burnout und Corona-Burnout bis hin zu Angststörungen, posttraumatischen Belastungsstörungen, Ess- und Zwangsstörungen.

Psychische Belastungen nehmen zu

Aus Patientensicht ist die Erweiterung eine gute Nachricht. Bereits vor der Corona-Pandemie hatten die Heiligenfeld-Kliniken nach eigenen Angaben eine nahezu 100-prozentige Auslastung gehabt. Patienten mit psychischen Erkrankungen mussten oft Monate auf einen stationären Behandlungsplatz in einer Klinik warten. "Wenn man so eine Warteliste hat, ist man gezwungen zu handeln", sagte Stephan Greb, einer der Heiligenfeld-Geschäftsführer, vor einem Jahr bei der Ankündigung, in Bad Wörishofen eine neue Klinik zu eröffnen. In der Pandemie habe sich die Situation noch einmal verschärft, da seitdem eine Zunahme psychischer Belastungen in der Bevölkerung zu beobachten sei.

Nach Wald-Streit: Stadt sieht Plan positiv

Das Unternehmen gehört mit rund 950 Beschäftigten zu den größten Arbeitgebern der Region. Mit seinen vier Kliniken in Bad Kissingen steuert es nach eigenen Angaben rund 12,5 Prozent aller Übernachtungen der Kurstadt bei. Vor der Kommunalwahl 2020 war jedoch das Verhältnis zwischen den Heiligenfeldern und dem Rathaus stark belastet. Entzündet hatte sich die Auseinandersetzung zwischen dem Heiligenfeldgründer und früheren Geschäftsführer Joachim Galuska und dem damaligen Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) wegen der Nutzung des Waldes für die Seele. Inzwischen ist nach außen hin Ruhe in den Streit eingekehrt. Plöger betont, dass das Unternehmen alle Kliniken und Standorte im Blick hat. "Wir haben immer darauf geachtet, dass wir Bad Kissingen nicht vernachlässigen", erklärt er.

OB Dirk Vogel freut sich über die Nachricht

Im Rathaus wird die Erweiterungsabsicht positiv aufgenommen. Vor kurzem wurde die Bauvoranfrage für die Aufstockung im Stadtrat vorgestellt. "Ich freue mich, dass am Standort angebaut und investiert werden soll", kommentierte Oberbürgermeister Dirk Vogel (SPD) die Pläne. Kliniken bezeichnet er als wichtiges Standbein für das Staatsbad. "Wir haben großes Interesse daran, erfolgreiche Kliniken zu haben. Die Erweiterung ist ein großer Indikator dafür", sagte er. Laut Bauamt werden zwei Gebäudeteile aufgestockt. Sie erreichen dadurch dieselbe Höhe wie die anschließenden Gebäudeteile der Klinik. Gravierende Gründe gegen die Erweiterung sieht das Bauamt keine.