Zunächst war es der Entwurf, über den die Gemeinderäte am Dienstagabend sprachen. Der Haushalt soll dann im April vom Gremium verabschiedet werden.

Er teilt sich in Verwaltungs- und Vermögenshaushalt. Im Verwaltungshaushalt werden laufende Einnahmen und Ausgaben veranschlagt, dort werden etwa Straßenreparaturen, Personalkosten oder EDV-Kosten aufgelistet.

Es gebe drei wichtige Pfeiler, was die Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungshaushalt betreffe, sagte Bürgermeister Harald Hofmann (CSU). Bei den Einnahmen seien das der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer (mit 2 000 000 Euro eingeplant) und die Schlüsselzuweisungen vom Land (mit 1 187 000 Euro eingeplant). Die Kreisumlage wird bei den Ausgaben mit 1 857 000 Euro angegeben.

Delle im Haushalt

Es ergebe sich eine "Delle", sagte Hofmann. Die sei aber ganz normal. "Die Delle, die wäre auch ohne Corona gewesen, das hat nichts mit Corona zu tun", sagt Hofmann. Im Verwaltungshaushalt wurden im Plan "allgemeine Finanzwirtschaft" für 2020 insgesamt 3 537 500 Euro eingeplant, 2021 nur noch 2 997 500 Euro.

Fabian Röder von der Finanzverwaltung stellte den Gemeinderäten das 158-seitige Dokument vor. Es handele sich bei der diesjährigen Aufstellung größtenteils um einen "Standardplan". Fabian Röder ging bei seinem Vortrag deshalb nur auf Besonderheiten ein.

Aufgrund des Wasserschadens im Heimatmuseum rechnet die Verwaltung beim Gebäude- und Grundstücksunterhalt des Heimatmuseums mit 80 000 Euro.

Verwaltungshaushalt

Im Bereich der Jugendarbeit erhöhen sich die Ausgaben, da Nüdlingen mit Thomas Wedler seit November 2020 einen neuen Gemeindejugendpfleger hat.

Kläranlage

Die Betriebserlaubnis der Kläranlage muss außerdem verlängert werden. Dafür sind 50 000 Euro eingeplant. Auf den Hinweis von Florian Wilm (Bürgerblock) hin, es gebe eine Beratungsmöglichkeit für die Gemeinde, wie die Kläranlage energieeffizienter und klimafreundlicher gemacht werden könne, die zu einem hohen Prozentsatz gefördert werde, entschied sich der Gemeinderat diesen Posten auch noch in den Haushaltsentwurf aufzunehmen.

2022 soll die 1250-Jahr-Feier gefeiert werden. Für die Öffentlichkeitsarbeit im Zuge dieser Feier veranschlagte die Verwaltung 25 000 Euro an Ausgaben. Aufgrund der aktuellen Lage reduzierte die Verwaltung die Zuschüsse im Bereich der Städtepartnerschaft St. Marcel von 3000 (2020) auf 300 Euro (2021). Schwimmkurse werden mit 3000 Euro von der Kommune gefördert.

Vermögenshaushalt

Aus der allgemeinen Rücklage plant die Kommune, 3 058 000 Euro zu entnehmen. "Wir haben in den letzten Jahren Rücklagen gebildet", sagte Hofmann. Bei den Ausgaben handele es sich um "ureigenste Aufgaben einer Kommune."

Aus dem Vermögenshaushalt werden Investitionen getätigt. Unter dem Abschnitt "Allgemeiner Straßenbau" plant die Kommune 650 000 Euro an Ausgaben für die Baumaßnahme Kissinger Straße (etwa das Regenrückhaltebecken), den Verkehrskreisel und die Ortsdurchfahrt ein. Für Luftreiniger für die Schlossberg-Grundschule sind 14 000 Euro eingeplant.

Für den Brandschutz rechnet die Verwaltung mit Ausgaben von 405 000 Euro. Hierzu zählt etwa die Anschaffung einer Schlauchpflegeanlage.

Ein Bagger für Nüdlingen

Der Kauf eines Baggers und diverse Kleingeräte für den Bauhof sind mit 165 000 Euro eingeplant. Letztes Jahr war diese Investition noch vom Gemeinderat verschoben worden. Klaus Beck (Bürgerblock) fragte, ob die Anschaffung eines Baggers ein Thema für die Allianz Kissinger Bogen sei. Hofmann antwortete, er sei der "felsenfesten Meinung", dass der Bauhof einen eigenen Bagger brauche, um die Serviceleistung für Bürger zu verbessern.

Das Ausleihen eines Baggers etwa aus anderen Nachbargemeinden sei keine Option. Gemeinden wie Bad Kissingen, Münnerstadt, Hammelburg, Oerlenbach und Bad Bocklet hätten einen eigenen Bagger und der sei sehr gefragt. Stephan Schmitt (UWH) ergänzte: "Man wird den Bagger nie kriegen, weil der Bagger immer unterwegs ist."

Aufrüstung Abenteuerspielplatz

Um den Abenteuerspielplatz am Wurmerich und die Lehmgrube aufzuwerten, sind 30 500 Euro veranschlagt. Christian Höfler (Bürgerblock) sagte, dass sei eine gute Nachricht.Von Bürgern sei häufig gefordert worden, dort etwas zu machen.

Projektförderung

Nach den Beratungen zum Haushaltsentwurf stimmten die Gemeinderäte dem Finanzplan 2020 bis 2024 zu. Außerdem informierte Harald Hofmann die Gemeinderäte über Projekte, die im Rahmen des Regionalprogramms Kissinger Bogen eine Förderung erhalten. Verbände, Privatpersonen, Kommunen und Unternehmen konnten bis März eine Förderanfrage für ein Kleinprojekt stellen. Das Projekt darf insgesamt nicht mehr als 20 000 Euro kosten.

Alle 18 eingereichten Projekte wurden als geeignet und förderfähig befunden. Sie werden vom Amt für ländliche Entwicklung und der Allianz Kissinger Bogen unterstützt. Das Entscheidungsgremium habe einen super Job gemacht, befanden Edgar Thomas (CSU) und Harald Hofmann.

In Nüdlingen werden die Projekte "Mobiler Hühnerstall", "Holzbackofen", "Theke für die Museumsgaststätte Stern" und zwei Projekte zu digitalen Medien gefördert.