Die vier geplanten Großprojekte im Markt, Flächenphotovoltaik-Anlagen, Wohnmobilstellplatz, Wasserbegegnungsstätte und Lebensmittelmarkt, bleiben vorerst in der Schwebe. Bürgermeister Johannes Krumm (SPD/FW) hatte auf die Tagesordnung der jüngsten Sitzung den Beschluss zu einer Bürgerbefragung gesetzt. Die Ergebnisse sollten getrennt nach den einzelnen Gemeindeteilen ausgewertet werden. Ein Antrag von Alfons Hausmann verhinderte allerdings den Plan. Laut Hausmann sei der Gemeinderat "nicht ausreichend informiert". "Es liegen keine belastbaren Zahlen und Daten vor, deshalb sollten wir die Tagesordnungspunkte verschieben", forderte er. Der Rat gab ihm mit knapper Mehrheit recht.

Flächenphotovoltaik

Dennoch kam das Thema Flächenphotovoltaik-Anlagen durch die Repräsentanten der Projektfirmen "Prowind Solar" und "Südwerk" zum Zuge. Anita Priller, Projektmanagerin von Prowind, die über mehrjährige Erfahrung mit Flächen- und Dachvoltaik-Anlagen verfügt, visualisierte die Vorstellungen ihres Unternehmens zu einem Freiflächenfeld nahe dem "Winterthal" mit einer Anlagengröße von etwa 4,5 Megawatt. Es soll rund 1000 Haushalte mit einem Jahres-Stromverbrauch von 4000 Kilowattstunden versorgen.

"Sonne wird Strom" ist die Intension von Südwerk, die Dr. Christoph Jungkunz vorstellte. Sein Arbeitgeber will auf rund elf Hektar nahe der Saale zwischen Trimberg und Euerdorf ein Solarfeld mit einem Nennwert von 12,7 Megawatt errichten, das den Energiebedarf von mehr als 300 Personen deckt. Beiden Angeboten ist gemeinsam, dass sie die optische Gestaltung im Einklang mit Natur und Landschaft wahren und die Biodiversität erhalten wollen. Ebenso beabsichtigen die Anbieter, die Anlagen selbst zu betreiben und die Gemeinde und die Bürger in das Projekt gewinnbringend einzubinden.

Zwei Vorschläge für Stellplätze

Vorberatend diskutierte das Ratsgremium das Pro und Contra zu den beiden Vorschlägen für einen Wohnmobilstellplatz, der nahe des Mehrgenerationen-Platzes am Ortsrand oder an der Schwedenberg-Halle entstehen könnte. Am Ortseingang wären beispielsweise die Nähe zum Ort, zur eventuellen Wasserbegegnungsstätte und zum Mehr-Generationenplatz als Vorteile gegeben. Die Nachteile: Hier ist Hochwasserschutzgebiet, es ergebe sich ein mögliches, durch die Wohnmobile störendes Ortsbild, außerdem befürchten Anwohnern Lärmbelästigung. An der Schwedenberghalle werteten die Räte die Nähe zum Tennisplatz, zur Sportheim-Gaststätte und zum Hotel Ullrich als positiv. Zu den negativen Aspekte könnten Geruchsbelästigungen durch einen Schweinemastbetrieb, der Bahnverkehr und die abseitige Lage zählen. Der dortige BMX-Parcours müsste außerdem verlegt werden. Für einen Wohnmobilplatz an der Schwedenberghalle konnte sich auch 3. Bürgermeister Volker Partsch erwärmen, der eine Meinungs-Abfrage im Gemeinderat empfahl, der mit Mehrheit für den Standort Schwedenberghalle votierte. Für Jürgen Englert ist der Bedarf gegeben, allerdings müssten Gebühren die Maßnahme amortisieren. Dazu legte Bürgermeister Johannes Krumm eine Modellberechnung vor, die - je nach Gebührenhöhe - nach fünf bis sechs Jahren die Investition begleichen kann.

Nach Anfragen aus den Kindergärten Elfershausen, Machtilshausen und Langendorf zum Einbau von Lüftungsanlagen, beschloss der Rat einstimmig die Beschaffung von RLT-Lüftungsanlagen. Das Büro Hüfner Consult legte durch seinen Mitarbeiter Manger eine Machbarkeitsstudie vor. Die Neubeschaffung wird von dem Bundesförderungsprogramm mit 80 Prozent bezuschusst.

Für acht Geräte im neuen Kindergarten von Elfershausen fallen Kosten in Höhe von rund 137 000 Euro an. Die Förderung beträgt etwa 110 000 Euro, der Eigenanteil des Marktes beläuft sich somit auf etwa 27 000 Euro. Eine Einsparung ergibt sich durch den Wegfall der hier bereits geplanten Lüftungen. Die laufenden Betriebskosten liegen bei Volllast bei rund 8250 Euro.

Im Kindergarten Langendorf sind etwa 43 600 Euro fällig. Bei einer voraussichtlichen Förderung von knapp 35 000 Euro verbleibt ein Eigenanteil von ca. 8700 Euro Die Betriebskosten bei Volllast betragen etwa 1600 Euro. In Machtilshausen belaufen die Kosten auf fast 60 000 Euro. Bei einer Förderung von 47 500 Euro bleibt dem Markt ein Eigenanteil von knapp 12 000 Euro. Die Betriebskosten bei Volllast belaufen sich etwa 3100 Euro jährlich.