Mit einer Trassen-Planung für den Radweg von Euerdorf nach Bad Kissingen wartete das Straßenbauamt in der Ratssitzung auf. Der Marktgemeinderat stimmte noch nicht zu, hat aber darüber beraten. Die Behörde schlug vor, den bisherigen Rad- und Fußweg ab der Alten Saalebrücke dafür zu nutzen und auszubauen. Die 100-prozentige Kostenübernahme durch den Bund überraschte.

"Wir haben zwei schöne Radwege nach Bad Kissingen, den über die Ruine Aura und den saalebegleitenden", räumte Bürgermeister Peter Bergel ein. "Doch das was Euerdorf sich wünscht, ist eine kurze Trasse, die nicht durch den Wald führt", fügte er hinzu. Der Leiter des Straßenbauamts, Michael Fuchs, wusste dies zu deuten. Jedoch sei ein die B 287 straßenbegleitender Rad- und Fußweg sehr aufwendig und baurechtlich schwierig. Das Amt sei zudem aufgefordert kostenschonend zu planen. An der kritisch eingestuften Golfplatz-Passage werde der Bund ohnehin nichts übernehmen.

Über den Lollbach

Vom alten Brückenbauwerk ausgehend führt die Trasse bis etwa in Höhe des gegenüberliegenden Parkplatzes an der Bundesstraße. Hier könnte nach Überlegung des Straßenbauamts eine Abkürzung durch eine Brückenüberquerung des "Lollbachs" entstehen, was die Schleife um die Eyringsburg erspart. Allerdings sind dazu das Wasserwirtschaftsamt und die Untere Naturschutzbehörde zu hören.

Ungünstige Steigungsverhältnisse müssten angeglichen werden auf dem sechs Kilometer langen, drei Meter breiten Asphaltweg, der auch als Wirtschaftsweg nutzbar sein soll. Die Trasse mündet neben der Bahnlinie Bad Kissingen - Ebenhausen.

Durch den Wald

Elmar Hofmann bemängelte, "dass der Weg irgendwo im Nichts ankommt" und mahnte an, die Ausführung behindertengerecht und für Lastenräder geeignet zu gestalten. Für den Bürgermeister und die meisten Räte ergibt sich das Problem der Wegführung durch den Wald. "Die Planung mag für Touristen geeignet sein, aber nicht für heimische Frauen und Kinder", merkte Bergel mit Blick auf deren Sicherheit an.

Christian Erhard warf den Gedanken auf, den Weg zu beleuchten was laut Fuchs möglich wäre. Stellvertretender Bürgermeister Michael Röder mahnte die Verkehrssicherheit bei Nässe an. "Die Planung berücksichtigt die Wasserableitung", informierte der Amtsleiter. Wartung und Reinigung läge bei den beiden Kommunen. Auf Antrag Hofmanns vertagte das Gremium die Abstimmung mit knapper Mehrheit.

Bebauungspläne genehmigt

Der Bebauungsplan für das Gewerbegebiet "Auraer Straße" geht in die "heiße Phase". Der Vertreter des Planungsbüros IVS GmbH Kronach trug die Stellungnahmen und Anregungen der Träger der öffentlichen Belange und der Öffentlichkeit vor. Der Marktgemeinderat billigte die Eingaben wie auch die Auslegung einstimmig.

In gleicher Form passierte die 8. Änderung des entsprechenden Flächennutzungsplans, die der Rat ohne Einwände durchwinkte. Auf die Anfrage von Christian Baumann - "Wann kommt der Bagger" - führte der Planer formale und naturschutzrechtliche Gründe an, die - einschließlich erneuter Auslegung - die Baugenehmigung zum Ende des Jahres erwarten lässt.

Abstriche bei FFW-Bedarfsplänen

Die Feuerwehren Euerdorf und Wirmsthal müssen in den Bedarfsplänen Abstriche vornehmen. Die Euerdorfer Wehr legte insgesamt einen Betrag von rund 55 000 Euro auf, darunter eine Sirene in der "Breet", die als nicht notwendig erachtet wurde, da die Dorfsirene auch im Ortsteil zu hören sei. Die Wehr aus Wirmsthal muss auf die geplante, neue Türöffnungsanlage zum Preis von etwa 17 000 Euro verzichten. Der von beiden Wehren beantragte Digitalfunk erhält eine staatliche Förderung, die zu berücksichtigen ist.

Folgende Aufträge vergab das Ratsgremium einstimmig: die spezielle, naturschutzrechtliche Prüfung im Gewerbegebiet Auraer Straße zum Preis von 7780 Euro brutto. Im Wirmshaler Friedhofsaniert die Firma Hell die Mauer am Treppenaufgang für knapp 6000 Euro. Ein Rückstau in der Rohrleitung der Kläranlage, verursacht durch Einwachsungen, tauscht die Firma Hell ebenfalls zum Preis von 13 000 Euro aus.

Ja zu Bauanträgen und Ökostrom

Für zwei Bauanträge gab es grünes Licht. Dies sind der Anbau an ein bestehendes Wohnhaus am Haarberg, Befreiungen sind inbegriffen. Eine isolierte Befreiung ermöglicht den Bau einer Umrandungsmauer am Wirmsthaler "Schulacker".

Einstimmig entschied sich das Gremium für 100-prozentigen Ökostrom bei der kommunalen Strombeschaffung 2023 bis 2025. Eine Spendenliste genehmigte der Rat ohne Einwände.