Bei einem Ortstermin diskutierte der Gemeinderat über den neu vorgeschlagenen Standort "Denkort Aumühle". An der Gedenkstätte in Oberthulba steht ein Rucksack. Das Original mit der Aufschrift 656 wurde von einem einheimischen Sattler für Regina Berney gefertigt. Viele jüdische Bürgerinnen und Bürger aus Oberthulba wurden durch den NS-Staat und seine Anhänger beraubt, vertrieben, deportiert und ermordet. Unter Federführung von Kreisheimatpfleger Roland Heinlein entstanden in mühevoller Kleinarbeit nun drei Entwürfe für Tafeln. Sie sollen an die Menschen erinnern, die einmal Bürger, Nachbarn und Freunde gewesen sind.

Ein neuer Denkort?

Das jüdische Leben habe nicht nur aus dieser dunklen Episode bestanden, sprach sich Bürgermeister Mario Götz für eine Trennung zwischen Gedenkstätte und Darstellung jüdischen Lebens aus. Es sei richtig, dass das jüdische Leben in der Ledergasse stattgefunden habe. Aber für einen Denkort sei der Platz an der Straße nicht besonders geeignet, es herrsche viel Autoverkehr, so Götz. Mit nur wenigen Eingriffen könne der Platz zwischen Kirche und Rotkreuz-Heim als neuer Denkort hergenommen werden.

Holger Fröhlich sprach sich ebenso wie Michael Meindl gegen eine Verlegung aus. Meindl störte sich an der Nähe zu den Toiletten und an einer Splittung auf zwei Plätze. "Wer gezielt den Gedenkplatz aufsucht, stört sich nicht an einem vorbeifahrenden Auto", so Meindl. Zum Erinnern und Gedenken sei der neu geplante Ort ja gut geeignet, aber es fehle ein wenig die "soziale Kontrolle" über das Denkmal, warf 2. Bürgermeister Jürgen Kolb ein. Das Thema soll noch einmal beraten werden, dabei soll Roland Heinlein seine Ideen von den Tafeln vorstellen.

JaS-Kraft für die Thulbatal-Schule

Im Sitzungssaal informierte Rektor Frank von Schoen über die Einrichtung einer Jugendsozialarbeit an der Grund- und Mittelschule Thulbatal. Als Zielgruppe benannte er Schülerinnen und Schüler, die sozial benachteiligt und individuell beeinträchtigt sind. Hilfestellung solle durch Einzelfallhilfe, Elternarbeit, sozialpädagogische Gruppenarbeiten und durch Netzwerkarbeit erfolgen. Durch das sekundärpräventive Angebot würden Störungen, Konflikte oder Gefährdungslagen ganz allgemein verhindert. Es könne auf die ersten Symptomatiken reagiert werden und erfahrungsgemäß belastende und krisenhafte Situationen vermieden oder verhindert werden.

Eine "JaS"-Kraft benötige ein eigenes Büro, könne Gerätschaften und schulische Einrichtungen mitbenutzen. Die finanzielle Beteiligung liege für eine halbe Stelle bei rund 10.000 Euro für den Markt Oberthulba. "Den guten alten Dorfschullehrer gibt es nicht mehr und nach meinen Erfahrungen brauchen rund fünf Prozent der Schülerinnen und Schüler diese Hilfe", so von Schoen.

Michael Meindl fand es bedauerlich, dass man eine solche Stelle überhaupt brauche, aber die Augen zu schließen und blauäugig zu handeln sei hier wenig sinnvoll. Vorbehaltlich der staatlichen Förderung erklärte sich der Markt als Schulaufwandsträger zur Mitfinanzierung bereit. Bürgermeister Götz hielt den Zeitpunkt für genau richtig, die gewährten Förderungen spiegelten die Wichtigkeit der Thematik wieder.

Nichtöffentliche Vergaben

Abschließend informierte der Bürgermeister über Vergaben aus nichtöffentlichen Beschlüssen: Den Auftrag für die Erschließung des Baugebietes "Oberm Dorf II BA 1 - Rest" im Gemeindeteil Hetzlos erhielt die Firma August Ullrich GmbH aus Elfershausen. Die Verkehrsanlagenplanung sowie die Versorgungs- und Entwässerungsplanung für den Ausbau der Steinstraße in Frankenbrunn wurde an das Büro Bautechnik Kirchner aus Oerlenbach vergeben. Den Auftrag für die Lieferung und Montage von Photovoltaikanlagen am gemeindlichen Bauhof sowie an der Schule erhielten die Firmen FEGA & Schmitt aus Würzburg und Norbert Spahn aus Oberthulba. Die Firmen werden dabei von den Bauhofmitarbeitern unterstützt, so Götz. Eine Anlage umfasst 156 Module mit 58,5 kWp, die andere 246 Module mit 92,25 kWp.