Der Zuschauerbereich war fest in Gauaschacher Hand bei der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses. "Wir sehen auch an der Resonanz aus Gauaschach, dass der Bedarf da ist", sagte denn auch der Hammelburger Bürgermeister Armin Warmuth (CSU), und: "Es ist uns durchaus bewusst, dass Gauaschach zur Stadt Hammelburg gehört." Die drei Stadträte Edmund Schaupp (HAB), Rita Schaupp (SPD) und Reinhard Schaupp (CBB) hatten bereits im Oktober beantragt, die Lücke für Radler zwischen Lager und Gauaschach endlich zu schließen. "Mit Ausnahme von Gauaschach sind alle Ortsteile an das Radwegenetz angeschlossen", heißt es in dem Antrag.

Die drei Antragsteller verweisen auf mehrere Programme zur Förderung des Radwegebaus. Bayern wolle den Anteil der Radfahrer am Gesamtverkehr verdoppeln. "Das geht nur, wenn wir zusätzliche Radwege bauen", betonte Reinhard Schaupp. Er kritisierte auch, dass sich Behörden wie das Staatliche Bauamt auf zu wenige Radfahrer auf der Strecke berufen. Das liege aber vor allem daran, dass das Fahren auf der Staatsstraße extrem gefährlich sei. Zudem werde die Strecke den Lagerberg hoch auch durch den höheren Anteil an E-Bikes immer attraktiver. "Es geht auch um Tourismus", betont Schaupp und verwies darauf, dass der Radweg die Streckennetze im Saale- und im Werntal sowie im Bachgrund miteinander verbinde. Schaupp regte an, auch bei der Bundeswehr anzufragen, ob Interesse an einer besseren Anbindung des Lagerbergs bestehe. Und: "Hinter dem Lagerberg ist auch für Hammelburger noch einiges zu entdecken", warb Schaupp für Ausflüge nach Süden.

"Da muss was getan werden", forderte auch CSU-Stadtrat Martin Wende. Er kenne die Strecke vom täglichen Weg zur Arbeit. "Mich wundert, das dort überhaupt noch durchgehend Tempo 100 gilt", kommentierte er die zum Teil sehr schwer einsehbaren Kurven. Zudem werde die Straße auch regelmäßig als Fahrschul-Strecke der Bundeswehr genutzt. Wende stufte die Situation auf der Straße als "lebensbedrohlich" ein.

"Wir führen bereits Gespräche", betonte Bürgermeister Warmuth. Beim Staatlichen Bauamt Schweinfurt sei das Vorhaben bisher eher kritisch betrachtet worden. Zum einen werde auf die niedrige Frequenz von Radlern verwiesen, zum anderen wären jede Menge Flächen gerade für einen straßenbegleitenden Radweg notwendig. Die Stadt schlägt deshalb vor, auf bestehenden landwirtschaftlichen Wegen einen kombinierten Geh-, Rad- und Wirtschaftsweg zu bauen. Ein solcher Weg würde vor allem im Bereich der Abzweigung nach Fuchsstadt erheblich von der Straße abweichen. Weil die Gemarkung Fuchsstadt dort zudem weit nach Süden reicht, würden rund 1600 Meter Radweg auf Fuchsstädter Gemarkung liegen. Weitere rund 2550 Meter würden auf der Gemarkung Gauaschah verlaufen, also im Zuständigkeitsbereich der Stadt Hammelburg.

"Der Gemeinderat hat einem Radweg auf Fuchsstädter Grund grundsätzlich zugestimmt", berichtet der Fuchsstädter Bürgermeister Rene Gerner auf Nachfrage. In einer nicht-öffentliche Abstimmung habe das Gremium jedoch eine Beteiligung an den Baukosten abgelehnt. Der Gemeinderat wolle auch keinen eigenen Radweg in Richtung Werntal, bedauert Gerner. Er selbst würde sich auch als ehemaliger Polizist durchaus einen separaten Radweg unabhängig vom Autoverkehr wünschen. Er könne sich zum Beispiel eine Verlängerung des Weges an der Trie vorstellen und will das Thema demnächst erneut im Gemeinderat ansprechen.

Die Stadt Hammelburg schätzt, dass beim Bau eines asphaltierten Radweges alleine auf städtischem Grund rund ein Hektar Fläche versiegelt werden muss. Dafür sei eine Ausgleichsfläche notwendig, gab das Bauamt zu Bedenken. Der Hauptausschuss sprach sich einstimmig für die Planung eines rund 4150 Meter langen Radweges nach Gauaschach aus. Die Verwaltung soll nun mit der Nachbargemeinde Fuchsstadt und dem Staatlichen Bauamt verhandeln. Geklärt werden sollen auch Fördermöglichkeiten und die Kosten für Ausgleichsflächen.

Sicherheitskonzept gefordert

In einem weiteren Antrag forderten Rita und Reinhard Schaupp ein Sicherheitskonzept für Radwege und eine generelle Förderung des Radwegebaus in der Stadt. Laut Antrag nimmt nicht nur der Radverkehr, sondern auch die Zahl der Unfälle mit Radlern zu. Als Unfall-Schwerpunkt habe sich vor allem die innere Kissinger Straße erwiesen. "Wir halten es deshalb für dringend notwendig, ein Verkehrskonzept zu erstellen, bei dem die Belange der Radfahrer berücksichtigt werden", heißt es im Antrag. Idealerweise sollte dieses Konzept Bestandteil eines Gesamt-Verkehrskonzeptes sein. Das Ehepaar Schaupp fordert zudem, an den Beratungen auch die Polizei, die Gebietsverkehrswacht und die Radabteilung der TV/DJK zu beteiligen.

Die Verwaltung erhielt den Auftrag, Fördermöglichkeiten zu prüfen. Allerdings pochte Bürgermeister Warmuth darauf, dass bei konkreten Projekten Prioritäten gesetzt werden müssten: Die Verwaltung habe aktuell so viele Projekte, dass sie sich sonst aus seiner Sicht nur "verzetteln" würde.