Ist das 65. Jubiläum das Ende für den Gesangverein "Frohsinn"? Keiner der Sängerschar wünscht sich dies, und jeder hofft auf eine baldige Lösung der aktuell prekären Situation, denn in der Jahreshauptversammlung fand sich niemand, der Vorsitzende Gertrud Veth beerben will, die sich nach 18 Jahren vom Amt zurückzieht.
Der gleichzeitige endgültige Rücktritt von Chorleiter Horst Matzka, der das Dirigat aus Solidarität noch einmal interimsmäßig übernommen hatte, trägt nicht gerade zur Besserung der Misere bei. Auch für den langjährigen Dirigenten ist kein Nachfolger in Sicht.


Neuwahlen abgebrochen

Die angekündigten Neuwahlen wurden daher auf Vorschlag von Wahlleiter Jürgen Englert abgebrochen. "Setzt euch noch einmal zusammen und versucht eine Lösung zu finden", meinte der Vize-Bürgermeister, der sich als Mittler zur Verfügung stellen will. Mit seinem Dank für jahrzehntelange Treue und Einsatz, zeigte er Verständnis dafür, "dass bei den Ehrenamtlichen die Luft raus ist". Dennoch appellierte er: "Der Gesangverein ist ein Stück Kulturgut, das wir für Elfershausen erhalten sollten."
Englert empfahl, sich intensiv zu beraten, zu suchen und eine neue Mitgliederversammlung anzusetzen. Bis dahin muss der bisherige Vorstand den Verein kommissarisch weiterführen. Für den scheidenden Chorleiter wurde zwar ein Nachfolger gefunden, der aber nach kurzer Zeit wieder ging.
In diesem Zusammenhang griff Matzka neues, modernes Liedgut auf, ein Thema, das jedoch ohne junge Nachwuchsstimmen im heimischen Verein "an die Grenzen des Machbaren stößt". Besagte Neuerungen hält auch der Vorsitzende des Sängerkreises Bad Kissingen, Siegfried Gottwald, für "nicht zwingend für die Existenz eines Gesangvereins".


Dank für Treue

Vor den beabsichtigten Neuwahlen, begrüßte Vorsitzende Veth die Anwesenden und dankte dem Vorstand und den Mitgliedern, sowie insbesondere Horst Matzka, für ihre Arbeit und die erwiesene Treue. Den Kassenbericht gab Josef Hockgeiger, der - seit 40 Jahren im Amt - für das verflossene Jahr zwar mehr Ausgaben als Einnahmen verbuchte, doch einen stabilen Kassenbestand auswies. Von den Kassenprüfern ohne Beanstandungen gesichtet, erhielt der Vorstand einstimmige Entlastung. Den Jahresbericht legte Schriftführerin Anita Knüttel auf. Demnach war der 50 Mitglieder starke Verein gesanglich wie bei gesellschaftlichen Anlässen aktiv.


Ehrungen

Neben Liederveranstaltungen war die Zwei-Tages-Fahrt nach Leipzig ein Höhepunkt im vorigen Jahr. Die Weihnachtsfeier und die Gestaltung des Weihnachts-Gottesdiensts sowie ein Federweißer-Abend und Familienjubiläen gehörten zu Aktivitäten der Sängerschar.
Sängerkreisvorsitzender Gottwald und Vereinsvorsitzende Veth nahmen anschließend die Ehrungen des Fränkischen Sängerbund (FSB) und des Vereins vor. Dabei ragte Hans Glaser heraus, der seit Vereinsgründung - also seit 65 Jahren - dem Gesangverein die Treue hält.
Die goldene Ehrennadel, die Urkunde und ein Präsent für 40 Jahre Zugehörigkeit erhielten Gertrud Veth, Maria und Ewald Brand, Adelheid Glaser, Rudolf Haun, Ingrid und Josef Hockgeiger, Waltraud Matzka, Elfriede Neder und Walburga Polz. Bei den passiven Mitgliedern konnten Herta und Franz Hey diese Ehrung entgegennehmen. Anita Knüttel darf sich für 25 Jahre Mitgliedschaft mit der silbernen Auszeichnung schmücken. Vorsitzende Veth kündigte eine Vorstandssitzung für den 14. September an.