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Reith
Konzert

Wenn Reith zur tiefsten Blues-Region mutiert

Ein Abend aus Blues, Jazz und "R & B" der Extraklasse bot Will Jacobs mit seiner Band auf der Piano Bühne in Reith. Einen Überraschungsgast gab es zudem.
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Eine  "Sahneschnitte" wurde den Zuhörern präsentiert: Will Jacobs mit George Greene auf der Piano Bühne. Foto: Anja Vorndran
Eine "Sahneschnitte" wurde den Zuhörern präsentiert: Will Jacobs mit George Greene auf der Piano Bühne. Foto: Anja Vorndran
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Der Blues ist zurück und noch attraktiver als im März: Alle, die eine Karte gekauft hatten, erlebten auf der Piano Bühne in Reith nicht nur einen gut gelaunten Will Jacobs mit Band. Sie bekamen zur Sahneschnitte noch einen weiteres leckeres Stückchen dazu: George Greene. Behütet mit weißer Basecap saß der 75-Jährige zunächst wie ein ganz normaler Gast am Barflügel und wippte - wie die meisten anderen auch - einfach im Takt mit.

Wer ihn nicht kennt: George Greene aus Alabama, USA, stand schon als Neunjähriger auf der Bühne, kam als Soldat nach Deutschland, gründete mit Max Greger junior eine Band und trat mit Stars wie Nina Simone, Ray Charles, George Benson oder Chuck Berry auf. Auf der Piano Bühne ist der Schlagzeuger und Sänger kein Unbekannter, er trommelte im Winter 2012 schon bei Peter Kleinhenz.

Vertretung großartig gemeistert

Will Jacobs und Band gastierten unter Titel "Best of Chicago Blues - Every day we have the blues". Mit dabei - wie schon beim letzten Konzert - Gary Wiggins am Saxophon, Simon Horn am Bass, neu dabei Chris Rannenburg am Piano und Aine Fujioka an den Drums. Sie beide sprangen kurzfristig ein und meisterten ihre Vertretung großartig. Ein Blick von Jacobs, eine Bewegung und eine kurze Anweisungen wie "Break" reichen für Profis eben aus, um perfekt zu kommunizieren und dem Publikum einen überaus spannenden Abend zu bieten. "Do it better", "C.O. D", "If you think I need you" lieferte Jacobs als Einstieg. "Teenie Weenie Bit" - das "klitzekleine Bisschen" interpretierte Jacobs großartig.

Mitspieler in den Vordergrund gerückt

Jacobs tritt immer wieder in Kontakt mit seinem Publikum, spricht es an und bekam begeisterte Zurufe zurück. Wieder einmal kamen die Gäste zahlreich, "Ausverkauft", bilanzierte Peter Kleinhenz, der später auch am Flügel saß und mit Jacobs spielte. Es ist überhaupt bewundernswert, mit welcher Empathie der junge Mann auf der Bühne agiert. Nicht nur, dass Stimme und Gitarre in die tiefsten Blues-Regionen von mindestens Detroit und Alabama entführen, er schafft es auch, seine Mitspieler in den Vordergrund zu rücken ohne, dass man das Gefühl bekommt, er mache es, weil es eben so sein muss. Im Team, das spürt man, passt es.

Getanzt und geklatscht

Und auch mit George Greene passte es auf der Bühne " Every day I have the blues", einer Eigenkomposition, folgte "Love call", im Anschluss übernahm Jacobs mit "I will play the blues for you" und "Going to Berlin". Bei der Zugabe "Mojo workin" hielt es kaum einen Zuhörer auf seinem Sitzplatz aus, es wurde getanzt und geklatscht. Die Gäste erlebten einen Abend aus Blues, Jazz und "R & B" der Extraklasse.