Die Gemeinde Wartmannsroth hat ihre Bürger zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, die sich über die " Helfer-vor-Ort" ( HVO) ein Bild machen wollten. Fachkundige " Helfer vor Ort" referierten und erläuterten den zahlreichen Gästen ihrr ehrenamtlichen Tätigkeit. Die beiden ersten Feuerwehrkommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Euerdorf, Andreas Büttner und Dominik Billmann aus Wirmsthal fuhren gleich mit ihrem Dienstfahrzeug vor. Ebenso war Achim Kohlhepp, Kommandant der Feuerwehr Geroda zu Gast, in deren Bezirk bereits seit 2013 eine HVO-Gruppe existiert und der zusätzlich Informationen gab. Niklas Fink, Kommandant der Wartmannsrother Feuerwehr und der Kommandant aus Völkersleier, Florian Hluchy, tauschten sich ebenfalls mit den Besuchern aus. Ziel dieser Veranstaltung soll laut Bürgermeister Atzmüller die Gründung einer HVO-Gruppe in der Gemeinde Wartmannsroth sein.

Bereits vor Corona hatte sich die Gemeinde Gedanken zu diesem Thema gemacht. In Motten wurden Gespräche geführt und Bürgermeister Florian Atzmüller nahm an einer Digital-Konferenz teil. " Ich bin sehr stolz, dass diese Veranstaltung so gut angenommen wird und hoffe sehr, dass sich auch in Wartmannsroth eine gute und kompetente Truppe bilden kann", sagte Bürgermeister Florian Atzmüller. Er bat alle Teilnehmer, im Anschluss die ausliegenden Formulare mitzunehmen und sich intensiv darüber Gedanken zu machen, ob er oder jemand aus seinem Bekanntenkreis als Helfer vor Ort in Betracht kommt.

Andreas Büttner erklärte, warum eine HVO-Gruppe sinnvoll ist. In der Regel werden bei einem Notfall der Rettungsdienst und ein Notarzt alarmiert. Wenn eine HVO-Gruppe vor Ort ist, wird diese zeitgleich alarmiert. Die Helfer in der Verwaltungsgemeinschaft Euerdorf haben eine Dienstbereitschaft in der Zeit von Montag bis Freitag 18 bis 6 Uhr und samstags und sonntags 24 Stunden. Weil das Dienstfahrzeug bei dem Diensthabenden zuhause steht, kann er schneller beim Patienten sein.

Im Einsatz sind üblicherweise zwei Helfer vor Ort, die wie alle anderen auch, über einen mehrstündigen Lehrgang und gesetzlich vorgeschriebenen Fortbildungen im medizinischen Bereich verfügen. Jährliche Fortbildungen in der Anwendung des Defibrillator ( Defi ) sind ebenfalls eine Voraussetzung, um ehrenamtlich als HVO-ler tätig zu sein.

Um eine Helfer-vor-Ort-Gruppe zu gründen, muss man sich einer Organisation angliedern. Dies ist meist die Freiwillige Feuerwehr, denn für einen Einsatz braucht es die Erlaubnis, den Funk und die Alarmierung zu nutzen. Dafür wird mit dem ZRF ( Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehr) zusammengearbeitet.

Die Euerdorfer HVO-Gruppe existiert erst seit einigen Monaten. Das Einsatzgebiet umfasst die Verwaltungsgemeinschaft und je nach Lage der Gruppe auch außerhalb. Andreas Büttner berichtete von rund zehn Einsätzen pro Monat. Glücklicherweise verfüge die Gruppe aus Euerdorf über einen Notarzt, Markus Holleber, der in Euerdorf eine Hausarztpraxis hat und ebenfalls ein " Helfer vor Ort" ist. Viele Quereinsteiger seien Teil dieser Gruppe, da medizinisches Fachpersonal leider oft nicht verfügbar sei.

Grundsätzlich sollte man zu zweit bei einem Einsatz sein, denn Dokumentation und Protokoll schreiben gehöre ebenso dazu. Das Herrichten von medizinischem Zubehör, das feinfühlige Kümmern um weitere Anwesende und das Erledigen der Basisarbeiten bis zum Eintreffen des Notarztes und des Rettungsdienstes seien enorm wichtig. Lebenserhaltende Maßnahmen, den Blutdruck messen und Vorerkrankungen abfragen - das ist für den Notarzt eine wertvolle Vorarbeit und spart Zeit.

Finanziert würden die meisten " Helfer-vor-Ort"- Gruppen über Spenden oder über Mitgliedsbeiträge, wenn die Gruppe als Verein registriert ist. Die "HVO-Gruppe" Euerdorf möchte in Zukunft einen Verein gründen. Die Anschaffung des gebrauchten Dienstfahrzeugs sein von der Gemeinde mit einer finanziellen Förderung in Höhe von 25.000 Euro unterstützt worden.

Durch den ortsnahen Einsatz kenne man sich persönlich gut, das schaffe Vertrauen. In vielen Gemeinden im Saaletal und dessen Umland fehlt es an einer Flächenversorgung. Manche Standorte und Kliniken sind teilweise über zwanzig Kilometer entfernt. Im Notfall erweisen sich die Helfer vor Ort oft als rettende Engel.

Im Anschluss konnten alle Fragen stellen und gemeinsam wurde dann noch das Dienstfahrzeug begutachtet und näher erläutert.