Vor einem halben Jahr veröffentlichte der Bad Kissinger Autor Matthias Soeder, 1962 in Ramsthal geboren, den ersten Teil seines Thrillers "Herzschlag des Bösen" um einen psychopatischen Berufskiller, der im Rhein-Main-Gebiet, aber auch in Übersee sein brutales Unwesen treibt. Nun ist als Folgeband das packende Finale unter demselben, nur durch die Ziffer 2 ergänzten Titel erschienen. Auch Bad Kissingens Regentenbau und die KissSalis-Therme sind Orte der spannenden Handlung.

Nach drei Jahrzehnten als Pilot - zunächst zwölf Jahre bei der Bundeswehr, dann Verkehrspilot bei einer zivilen Airline und zuletzt als Kapitän bei einer Frachtfluggesellschaft in weltweitem Einsatz - gab Matthias Soeder (59) seinen Beruf auf, um sich ab 2018 nur noch der Schriftstellerei zu widmen. Ein Jahr zuvor war bereits sein erfolgreicher Debütroman "Herzschlag der Gewalt" erschienen. Sein zweiter Thriller "Herzschlag des Bösen", dessen erster Teil im Juli veröffentlicht wurde und jetzt im zweiten Band zum packenden Abschluss kommt, spielt überwiegend in Frankfurt, Neu-Isenburg und Bad Orb, beiläufig auch in Bad Kissingen, wo der Autor seit drei Jahren lebt.

Matthias Soeders neuer Thriller: Kein netter Regionalkrimi

Doch wer glaubt, Soeders Roman sei ein netter Regionalkrimi, täuscht sich gewaltig: "Herzschlag des Bösen" ist ein Psychothriller der harten Sorte, ein Roman für Leser mit starken Nerven. Manche Szene lässt wirklich den Atem stocken. "Das Bedrohliche und die menschlichen Abgründe begeistern mich. Es ist die kranke Psyche, die so faszinierend und gefährlich ist", hatte der Autor schon nach Veröffentlichung des ersten Teils im Gespräch mit dieser Zeitung gewarnt.

Hauptfigur in Soeders Roman ist der hochintelligente Psychopath und IT-Spezialist Igor Poljakow, der sich für die Wiedergeburt eines Zwölfjährigen hält, den vor 400 Jahren zur Zeit der Hexenverfolgungen in Bamberg eine Nonne grausam foltern ließ. Seit er im Fernsehen die Reporterin Hanna Engels gesehen hat, glaubt er nun, in ihr diese Nonne wiedererkannt zu haben, und sinnt erbarmungslos auf brutale Rache. Ihre Wohnung und ihr Auto hat er elektronisch verwanzt, Handy und Laptop gehackt, um jede ihrer Bewegungen verfolgen zu können.

Im zweiten Band kommt es nun zum gnadenlosen Showdown: Igor will nicht nur Hannas Leben, sondern auch ihre Seele für immer auslöschen und ihr seine um 1630 erlittenen Folterqualen auf gleiche Weise heimzahlen.

Der Autor im Gespräch: Über Schizophrenie und Bamberger Hexenfolter 

Doch wie kam Autor Matthias Soeder auf die ungewöhnliche Figur des Igor Poljakow? Wir haben nachgefragt.

Herr Soeder, was reizte Sie besonders an Ihrem schizophrenen Protagonisten?

Matthias Soeder:  Seine hohe Intelligenz, seine IT- und Technik-Fähigkeiten, seine absolute Fokussierung auf sein Opfer und die bedingungslose Bereitschaft, für sein Ziel sogar den eigenen Tod in Kauf zu nehmen.

Wie kamen Sie auf die Idee, ihn glauben zu lassen, ein nach 400 Jahren wiedergeborenes Opfer einer Hexenfolter in Bamberg zu sein?

Ich bin ein großer Fan des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Der Gedanke, eine Geschichte aus dieser Zeit zu schreiben, war sehr verlockend.

In Bamberg wütete zu Beginn des 17. Jahrhunderts die Hexenhysterie am schlimmsten. Es gibt viele Belege aus jener Zeit, die den Wahnsinn dokumentieren. Im "Jahr ohne Sommer" (1628), in dem auch Igors Rückerinnerungen spielen, brannten die Scheiterhaufen besonders häufig. Oft beruhte der Hexenirrsinn nur auf falschen Anschuldigungen neidischer Nachbarn. Auch eine solche Szene gibt es in meinem Thriller. Anderseits liebe ich aber auch die Thriller-Elemente aus dem 21. Jahrhundert. Ich befand mich also als Autor in einem Dilemma. Aber mit Igors Rückerinnerungen habe ich beides in einem Werk vereint.

Der erste Band wurde von Lesern sehr positiv rezensiert und mit 4,5 von fünf Punkten bewertet. Sind Sie zufrieden?

Ich bin sehr zufrieden. Schon für meinen ersten Thriller "Herzschlag der Gewalt" (2017) hatte ich ähnliche Bewertungen. Mir ist bewusst, dass ich knackige Texte schreibe, die nicht für jeden Leser geeignet sind. Umso mehr freue ich mich, wenn ich Menschen mit meinen Geschichten begeistern kann.

Haben Sie als Autor bestimmte literarische Vorbilder?

Oh ja! Dan Brown und Ken Follett zum Beispiel. Beide schreiben sehr packend und mitreißend.

Planen Sie schon Ihren dritten Thriller?

Ich stecke tatsächlich mitten in der Recherche für ein nächstes Projekt. Vielleicht wird es sogar eine Serie. Um was es geht, bleibt noch ein Geheimnis. Verraten kann ich aber: Es wird wieder mächtig spannend.

Das Interview führte Sigismund von Dobschütz

Infos zum Buch: 

  • Matthias Soeder "Herzschlag des Bösen.2" ist im mainbook Verlag als
  • Taschenbuch mit 270 Seiten erschienen.
  • Preis: 12 Euro
  • ISBN 978-3948987077
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