Die Bäume und Sträucher am Thulbaufer vor dem Ortseingang von Untererthal sind schon gefällt. Den Platz braucht die Behelfskonstruktion für die Zeit, wenn die eigentliche Thulbabrücke durch einen Neubau ersetzt wird.

Das Staatlichen Bauamt in Schweinfurt hat sich nun endgültig für die Behelfsbrücke als Umfahrung der Baustelle entschieden, wie Robert Haupt auf Nachfrage erklärte. Damit ist die Sperrung der Bundesstraße 27 und die weiträumige Umleitung der Strecke als Alternative vom Tisch. Untererthal bleibt während der Bauzeit direkt erreichbar.

Im kommenden April, möglicherweise sogar etwas früher, sollen die Arbeiten beginnen. Sie müssen zügig über die Bühne gehen, denn im Winter dürfen wegen der Hochwassergefahr keine zwei Bauwerke im Fluss stehen. Die behelfsmäßige Querung muss bis dahin wieder demontiert sein.

Die Thulbabrücke stammt aus der Nachkriegszeit. Haupt sagte: "Sie ist eine der ältesten Brücken aus dieser Zeit." Der heutigen Verkehrsbelastung genügt sie nicht mehr. Die Brücke wurde 1958/ 59 errichtet. Der Vorgängerbau aus dem Jahr 1883 war kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs zerstört worden. Er hatte seinerzeit ebenfalls eine zerstörte Vorläuferkonstruktion ersetzt. Ein Denkmal mit Tafeln und Wappenstein, das am Thulbaufer in der Nähe der Brücke etwas zwischen Büschen versteckt zu finden ist, erzählt die Geschichte der verschiedenen Bauwerke.

Die Thulbabrücke ist nicht das einzige Projekt, das im kommenden Jahr ansteht: Auch mit der neuen Saalebrücke kann es losgehen. Der Bund hat grünes Licht gegeben. "Wir haben die Genehmigung vom Bundesverkehrsministerium", erklärte Haupt. Auch mit der Stadt gebe es eine Einigung. Laut Haupt gehen die Ausschreibungen Anfang des kommenden Jahres heraus. Die Prüfung der Angebote bei solchen Großprojekten ist umfangreich. Mitte 2015 könnten die Arbeiten aber beginnen.

Die Baustelleneinrichtung und die Container für die Bauleiter werden außerhalb der Stadt auf den Saalewiesen zu finden sein. "Wir werden unmittelbar an der Stadt nur so viel aufbauen, wie es notwendig ist", erklärte Haupt.
In den vergangenen Tagen stand aber zunächst die Brücke auf der Bundesstraße 287 zwischen der Anbindung-Mitte und der Lagerkreuzung im Blickpunkt. Dort ließ das Staatliche Bauamt die Übergangskonstruktion erneuern. Die Profile in den Dehnungsfugen wurden ausgewechselt. Außerdem wurden neue Dichtungen eingezogen, damit kein Salzwasser in die Konstruktion eindringen kann.