Es ist endlich wieder Frühling und viele Naturgourmets freuen sich auf ihn: der Bärlauch, auch bekannt unter den Namen Hexenzwiebel, wilder Lauch, Wildknofel oder auch Ramsell. Wen wundert es da nicht, dass in der Gemarkung Ramsthal der Bärlauch einen über die Ortsgrenze hinaus bekannten Platz gefunden hat. Rührt der Ortsname doch von dem althochdeutschen Namen Rames her und in Thüringen nennt man den wilden Knoblauch auch Ramsel. In Deutschland wächst der Bärlauch vor allem im süddeutschen Raum, im Norden seltener - dort ist er in der Roten Liste sogar in Kategorie 1 gelistet, also vom Aussterben bedroht und in anderen norddeutschen Gebieten als extrem selten eingestuft.

Typischer Knoblauchgeruch

Der Bärlauch in Ramsthal ist längst kein Geheimtipp mehr. Aus den angrenzenden Orten, Landkreisen und sogar aus Hessen und Thüringen kommen die Liebhaber des Knoblauchgewächses in den Ramsthaler Wald. An sonnigen Tagen strömt einem schon der typische Knoblauchgeruch in die Nase und man kann sich gar nicht genug satt sehen an dem weiten grünen Bärlauchfeld in dem kleinen Waldstück.

Auch die Blüten sind genießbar

Gesammelt werden nicht nur die Blätter des wilden Knoblauchs, auch die Blüten sind eine wahre Delikatesse. Sammelzeit für die Blätter ist März bis April, später erntet man dann auch die weißen Blüten.

Der Bärlauch ist leicht zu verwechseln mit Maiglöckchen, und anderen äußerst giftigen Pflanzen. Aus diesem Grund sollte man besonders aufpassen, denn eine Verwechslung kann gefährlich sein. Auch wegen dem Fuchsbandwurm sollte man vorsichtig sein. Da man den Bärlauch häufig frisch verzehrt, ist es unerlässlich ihn gründlich zu waschen. Dabei sollten die einzelnen Blätter mit den Händen unter fließendem, heißem Wasser abgerieben werden.

Es gibt etliche Rezepte wie man den Bärlauch verarbeitet, das Pesto zum Beispiel ist sehr beliebt. Darüber hinaus ist der Bärlauch auch in der Volksmedizin bekannt. Seit dem Mittelalter wird der wilde Lauch als Arznei und Nahrungspflanze genutzt.

Regeln beachten

Der Bärlauch fühlt sich sichtlich wohl in Ramsthal und hat wie so oft ein Massenvorkommen gebildet. Das heißt aber nicht, dass die wildlebenden Pflanzen an ihrem Standort geplündert werden. Beim Sammeln von Wildpflanzen gilt es ebenso wie beim Sammeln von Pilzen, einige Regeln zu beachten.

Zwar hat grundsätzlich jeder das Recht, in der Natur zu sammeln, jedoch nur in den haushaltsüblichen Mengen für den Eigenverbrauch und nicht für den Handel. Die gewerbliche Nutzung von Bärlauch bedarf einer behördlichen Genehmigung.

Zudem gelten die Regeln, die uns die Natur vorgibt, für jeden Naturliebhaber und gerade in der jetzigen Zeit sollte man noch weiteres beachten. In den Wäldern ist aktuell die sogenannte Setzzeit, das heißt, dass Wildtiere, wie zum Beispiel das Reh, das Wildschwein und auch Hasen aktuell ihren Nachwuchs haben oder in den nächsten Tagen und Wochen erwarten.

Aus diesem Grund sollte man sein Verhalten den Gegebenheiten anpassen. Das heißt für den Sammler der Wildpflanzen auch, die Autos außerhalb des Waldes zu lassen, Hunde an die Leine zu nehmen und rücksichtsvoll zu sein.

Der Bärlauch steht also in den Startlöchern und wartet darauf, ihnen seine Heilkraft zu schenken. Hat doch der Bärlauch, nach Meinung der Germanen, die Heilkraft und Energie der Bären in sich und zwang den Winter und die Kälte in die Knie.Das könnte eventuell am Vitamin C und den Mineralstoffen Kalium, Kalzium und Eisen liegen, die der Bärlauch enthält.

Rezepte

Bärlauch - Quark:

Zutaten: 1 Strauß Bärlauchblätter

250 g Speisequark

2 EL saure Sahne

1 EL Zitronensaft oder Essig

Salz, Pfeffer nach Geschmack

Zubereitung:

Quark und die saure Sahne verrühren, mit Salz und Pfeffer, Zitronensaft oder Essig abschmecken. Bärlauchblätter fein hacken und unterrühren.

Bärlauchblüten - Wein:

Man benötigt Weißwein und frisch gepflückte, gewaschene Bärlauchblüten. Am Besten geht das mit einem großen Glasballon ( Fassung 5 L ). In diesen kommen die gewaschenen Blüten, sodass sie etwa ein gutes Fünftel der Flaschenhöhe bedecken. Dann gießt man den Wein auf. 2 bis 3 Wochen ziehen lassen.

Am Abend ein Gläschen, ist ein wahres Gesundheitselexier.